Rezept: Sauerampfersoße mit Kapü

Sauerampfer

Sauerampfer

Wahrscheinlich wäre ich echt sauer, wenn man mich im Garten so eingekeilt zwischen Liebstöckel, Quecken und Majoran stellen würde. Dem Sauerampfer macht das nichts aus, der ist sowieso immer sauer.

Der Sauerampfer (Rumex acetosa) ist eine mehrjährige krautige Pflanze. In der Landwirtschaft ist der Sauerampfer als äußerst hartnäckiges Unkraut auf Wiesen und Weiden bekannt. In der deutschen Küche kommt er eher gar nicht vor. Dabei enthält er sehr viel Vitamin C und hat dadurch – wie der Name schon sagt – einen interessanten säuerlichen Geschmack. Wie Mangold oder Rhabarber enthält er darüber hinaus aber auch Oxalsäure. (Näheres zur Giftigkeit der Oxalsäure im Artikel “Ist Rhabarber giftig?“)

Sauerampfer kann entweder frisch in Salaten oder gekocht als Gemüse oder in Suppen und Soßen zubereitet werden. Wenn man ihn draußen in der Feldmark sammelt, dann muss man darauf achten, dass er nicht von einer stark gedüngten Wiese stammt. Sauerampfer liebt nämlich besonders die nährstoffreichen Standorte! Das geht so weit, dass seine Samen sogar in reiner Gülle keimfähig sind.

Da der Sauerampfer auch im Garten sehr pflegeleicht ist und sich leicht durch Samen oder ein Stückchen der Speicherwurzel vermehren lässt, sollte man sich ruhig eine Pflanze in den Garten holen. Dadurch vermeidet man den Genuss von überdüngten Pflanzen und auch gleich die Gefahren durch den Fuchsbandwurm.

Gestern gab es hier bei uns Sauerampfer in Form einer leckeren Soße:

Rezept: Sauerampfersoße mit gekochten Eiern und Kartoffelpüree

Zutaten (für die Soße):

  • 100 Gramm Sauerampfer
  • eine Zwiebel
  • 200 Gramm Sahne
  • zwei Esslöffel Mehl
  • Gemüsebrühe oder Gemüsekonzentrat und Wasser
  • Butter zum Anbraten
  • ein halber Teelöffel Zucker, etwas Salz und Pfeffer
  • optional Pinienkerne

Zubereitung:

Die Zwiebel wird geschält und klein geschnitten. Der Sauerampfer wird gewaschen, trocken geschleudert und grob geschnitten. Da wir genügend Sauerampfer zur Verfügung haben, verwenden wir nur die kleineren Blätter. Bei den größeren Blättern sollte man das Blatt von der dicken Blattader streifen.

Wir verfeinern solche Soßen gerne mit ein paar gerösteten Pinienkernen, unbedingt nötig ist das zwar nicht, schmeckt aber super. Diese Pinienkerne werden ohne Öl oder Fett in einem Topf angeröstet und dann in einer Tasse zur Seite gestellt.

Anschließend wird die klein geschnittene Zwiebel im gleichen Topf in Butter angebraten. Wenn die Zwiebel leicht gebräunt ist, stäubt man Mehl darüber und schwitzt das Ganze noch etwas an. Dann gießt man einen viertel Liter (250 ml) Gemüsebrühe dazu und bringt das Ganze zum Kochen. Anschließend wird die Sahne und der Sauerampfer dazu gegeben und wieder erhitzt. Die Soße soll nun aber nicht noch einmal kochen. Zuletzt wird die Soße mit einem Stabmixer püriert und anschließend mit Zucker, Salz und Pfeffer abgeschmeckt.

Sauerampfersoße

Wir essen diese Soße am Liebsten mit gekochten Eiern und Kartoffelpüree. Die Zubereitung gekochter Eier dürfte klar sein, beim Kapü ist meiner Ansicht nach das Wichtigste, dass es mit ordentlich angebratenen Zwiebeln garniert wird.

Siehe auch:

2 Kommentare zu Rezept: Sauerampfersoße mit Kapü

  • Jetzt bin ich schlauer, ich weiß endlich, was ihr deutschen mit “Kapü” meint!
    Auf die Idee, mir Sauerampfer in den Garten zu pflanzen, bin ich noch nicht gekommen. Aber wenn der nicht lästig wird, ist das durchaus überlegenswert! Ich mag ihn recht gerne und der im Garten angesiedelte Blutampfer kommt geschmacklich nicht gegen den “echten Sauerampfer” an.
    Liebe Grüße, Margit

    • Ich glaube Kapü kennen auch so manche Deutsche nicht ;-) Das ist wohl Cheffkoch-Slang (wo Mailin regelmäßig unterwegs ist). Am allerbesten finde ich (das Wort, nicht das Gericht) Häbrufi.

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