Getreidearten unterscheiden

Als Bauer kann man Felder mit den unterschiedlichen Getreidearten problemlos unterscheiden, wenn man im ICE bei 280 Stundenkilometern an ihnen vorbei fährt. Da ist man schon etwas erstaunt, wenn inzwischen nicht einmal mehr die Landbevölkerung weiß, ob sie gerade eine Weizenähre oder eine Gerstenähre in der Hand hält. Dabei ist das doch (zumindest jetzt während der Fruchtbildung) ganz einfach:

Den Fruchtstand unserer klassischen Getreidearten unterscheidet man (unter anderem) anhand der Länge ihrer Grannen. Als Grannen bezeichnet man diese fadenförmigen Fortsätze an den Spelzen vieler Süßgräser.

  • Weizen: Der Weizen bildet als Fruchtstand eine rundliche Ähre ohne Grannen.
  • Gerste: Die Gerste bildet als Fruchtstand eine Ähre mit sehr langen Grannen.
  • Roggen: Der Roggen bildet als Fruchtstand eine Ähre mit kurzen Grannen.
  • Hafer: Der Hafer bildet als Fruchtstand Rispe.

Hier mal ein paar Fotos:

Weizen:

Weizen Weizen

Gerste

Eine vierzeilige Wintergerste Eine zweizeilige Sommergerste

Roggen:

Roggen Roggen in einem Weizenfeld

Beim Foto zum Hafer gibt es leider ein kleines Problem. Offenbar wird in unserer Gegend gar kein Hafer mehr angebaut. Zumindest ist mir im Moment nicht bekannt wo. Deshalb habe ich auf ein Foto von Bernhard Falkinger zurück gegriffen. Bernhard hat sein Foto unter die Creative Commons Lizent cc-nc-sa 3.0 gestellt.

Siehe auch:

6 Kommentare zu Getreidearten unterscheiden

  • Andre

    Moin Heiner,
    sehr schöner Artikel, einfach für jeden erklärt mit klaren Fotos!!!
    Vielleicht hättest du die Triticale noch erwähnen können.

    Gruß Andre

    • Jo, ich wollte die Sache nicht zu kompliziert machen. Triticale (Hybride aus Weizen und Roggen), aber auch einige andere (Hartweizen, Dinkel, Einkorn, Emmer) habe ich deshalb mal weggelassen. Mit Weizen, Gerste, Roggen und Hafer ist ja der überwiegende Teil des Getreideanbaus in Mitteleuropa abgedeckt.

  • Nun auf dem Feld neben unserer Baustelle kommst du mit den Fotos leider nicht weit. Hier steht auf vielen Feldern Hartweizen und das hat schon für einige Irritationen gesorgt.
    Grüße
    Zwergbaum

    • Huch, seid ihr nicht aus NRW?
      Eigentlich ist Hartweizen doch eher rund um’s Mittelmeer verbreitet. Wenn diese Zahlen stimmen, dann gab es 2011 in Deutschland gerade mal 15300 Hektar Hartweizen (unwesentlich mehr als die Fläche unseres Fleckens ;-)

  • Also hier baut ein Biohof auch Weizen an, der Grannen hat. Ich muss mal nachfragen, was das für eine Sorte ist. Dinkel hab ich auf den Feldern auch schon öfter gesehen. Aber zum Einstieg in die Getreide-Bestimmung ein sehr schöner Beitrag :)
    LG

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