Die Deutsche Digitale Bibliothek

Vor ein paar Tagen ging die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) in einer Vorversion online. Wow, wenn sich in einem Land mit langer und ausgeprägter kultureller Sammelwut 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen zusammen tun um der digitalen Öffentlichkeit 5,6 Millionen Objekte zur Ansicht anzubieten, dann wird wohl auch ordentlich etwas für uns Gärtner dabei sein. Mal sehen:

Das Stichwort Garten liefert derzeit 17.804 Ergebnisse. Das ist mehr als ich von einer Beta-Version erwartet hatte! Also hinein ins Vergnügen. Als relevantestes Ergebnis liefert die DDB ein Bild des Malers Dietrich Bohley mit dem Titel Garten aus dem Jahre 1975. Ein Klick auf das kleine Vorschaubild liefert eine ebenso kleine Ansicht des Bildes – so klein, dass ich leider nicht sagen kann, was es darstellen soll.

Auf den nächsten Plätzen folgt ein Foto des Münchener Hofgartens im Schnee, eine ältere Landschaftsaufnahme ohne nähere Erklärungen und ein älteres Foto eines Gemüsegartens ebenfalls ohne weitere Erklärungen. OK, an den Relevanzkriterien müssen sie also noch etwas herum feilen.

DDB-Filter

Filtermöglichkeiten in der DDB

Die Filtermöglichkeiten gefallen mir dagegen sehr gut. Die Suche kann nach Zeit, Ort, Medientyp usw. eingeschränkt werden. Rechts habe ich meine Garten-Suche zum Beispiel mal auf Texte aus dem 17. Jahrhundert begrenzt. Da gibt es dann nur noch 95 Ergebnisse und es sind einige äußerst interessante Ergebnisse darunter.

Ich nenne nur mal ein zufälliges Ergebnis – Pflanz-Garten von Daniel Rhagor, Bern : 1639. In der DDB gibt es nur ein kleines Foto des Einbandes. Wenn man aber den (nicht klickbaren) Links folgt, dann kommt man zu einem kompletten Scan des Buches bei der Bayrischen Staatsbibliothek. Echt klasse! Zum Beispiel das achtzehnte Kapitel – Wie und zu welcher Zeit man das Obs abnemmen und behalten solle.

Richtig super fand ich auch Der Sorgfältige Haußhalter, Oder Gründliche Anleitung Zum Garten-Bau : Nach den zwölff Monaten des Jahrs eingerichtet; Sambt Einem Anhang von Kochen, Condiren und Destilliren; Nebenst Dazu gehörigen Figuren (1674, Johann Georg Schwänders). (Hier gehts zum Scan des Buches.) Der Titel sieht doch ganz klar so aus, als hätte sich Kollege Schwänders schon vor 340 Jahren mit genau dem gleichen Thema beschäftigt wie dieses Blog heute. Schade, dass ich die handschriftlichen Anmerkungen aus dem 18. Jahrhundert nicht entziffern konnte. (Ich habe den Titel übrigens eigenmächtig verändert, weil ich davon ausgehe, dass da nicht Garten-Baw sondern Gartenbau gemeint war.)

Sicherheitshalber werde ich noch mal nachfragen, aber soweit ich sehen konnte, lassen die Nutzungsbedingungen es nicht zu, dass ich hier Vorschaubilder aus der DDB oder von ihren Partnern zeige. Ich kann nur (wie schon tausendfach vorher) darauf hinweisen wie unglaublich bescheuert ich sowas finde! Was spricht eigentlich dagegen, dass öffentlich finanzierte Bibliotheken ihren Bestand (der sonst in irgendwelchen Kellern vergammelt) unter einer freien Lizenz der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Das ist nicht deren exklusives Kulturgut, sondern es gehört uns allen!

Weblinks:

2 Kommentare zu Die Deutsche Digitale Bibliothek

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