Öko-Suchmaschinen

Wäre es nicht toll, wenn man gleich noch die Umwelt retten könnte, während man gerade gelangweilt im Internet umher streift? KleinsthofBlog berichtete gestern von der Suchmaschine Forestle, mit der das möglich sein soll. Durch einen Kommentar von Reto wurde ich auch noch auf Znout aufmerksam. Etwas eigene Recherche brachte dann noch einige weitere solcher Öko-Suchmaschinen – zum Beispiel Ecocho – zu Tage.

Das Konzept ist bei den drei oben genannten Suchmaschinen ganz ähnlich. Sie stellen keine eigene Suchtechnologie zur Verfügung, sondern importieren die Suchergebnisse von großen Suchmaschienen (Yahoo bzw. Google). Die durch Werbung generierten Einnahmen fließt dann zum Teil oder vollständig in die entsprechenden Umwelt-Projekte.

Suchtechnologie

Znout: Die Suchergebnisse und Werbeeinblendungen bei Znout werden von der Suchmaschine Google generiert. Die Ergebnisse weichen aber deutlich von Googles normalen Suchergebnissen ab. Es fehlen zum Beispiel die News-Ergebnisse, die lokalen Branchenergebnisse (die mich nicht selten nerven) oder auch die hervorhehobenen Hinweise auf Blogposts.

Forestle und Ecocho: Sowohl Ecocho als auch Forestle beziehen ihre Suchergebnisse und Werbeeinblendungen von der Suchmaschine Yahoo. Die Suchergebnisse der beiden Öko-Suchmaschinen stimmen genau überein. Oft ist das auch genau das gleiche Ergebnis, dass Yahoo selbst liefert. Gelegentlich (z.B. bei Ortsnamen) weicht Yahoo aber geringfügig ab.

Bei meinen Tests reagierte Forestle übrigens deutlich schneller als Ecocho.

Verwendung der Einnahmen?

Ecocho: Ecocho verspricht für jeweils 1000 Suchanfragen einen Baum zu pflanzen. Nach eigenen Angaben wurden bis jetzt 6979 Bäume gepflanzt.

Auf einer Unterseite wird die etwas komplizierte aber plausibel klingende Vorgehensweise erläutert: Ecocho bezieht sogenannte Carbon Credits (offenbar identisch mit unseren Emissionszertifikaten) von der Firma Global Carbon Exchange (GCX). GCX kauft diese Credits wiederum von einer offiziellen austalischen Regierungsbehörde, nämlich dem New South Wales Greenhouse Gas Abatement Scheme (GGAS). Leider konnte ich nicht überprüfen, ob Ecocho dort wirklich Carbon Credits bezogen hat, weil der entsprechende Link zur GCX nicht mehr funktionierte. Nehmen wir an (was ich tue), dass sie wirklich Emissionszertifikate eingekauft haben, dann scheint mir aber keinesfalls gesichert zu sein, dass die aufgrund von gepflanzten Bäumen generiert worden sind. Soweit ist die Seite der GGAS verstehe beschäftigen sie sich in erster Linie mit der Einsparung von CO2. Das Pflanzen von Bäumen scheint erst an zweiter Stelle zu kommen.

Forestle: Forestle verspricht pro Suchanfrage etwas mehr als 0,1 Quadratmeter Regenwaldfläche zu schützen. Nach eigenen Angaben wurden so schon 519.231,8  Quadratmeter Regenwald geschützt. Alle Gewinne von Forestle fließen demnach in das Adopt an Acre” Programm der bekannten us-amerikanischen Naturschutzorganisation The Nature Conservancy (TNC). Sehr sympatisch finde ich die Tatsache, dass Forestle einen monatlichen Bericht inclusive der Spendenbescheinigungen von TNC vorlegt.

Znout: Das Konzept von Znout sieht vor, alle Energie zusammen zu rechnen, die bei einer Suchanfrage verbraucht wird (sowohl beim Nutzer wie auch bei der Suchmaschine) und diese dann am jeweiligen Monatsende durch den Kauf von “Zertifikaten für erneuerbare Energien” auszugleichen. Näheres siehe hier. Leider ist weder erwähnt, worum es sich bei diesen Zertifikaten handelt, noch habe ich eine genaue Abrechnung über den Kauf solcher Zertifikate gefunden. Christian Kroll, der Betreiber sowohl von Forestle als auch von Znout, bezeichnet Forestle auch klar als die “grünere” Suchmaschine.

Fazit

Leider ist das Fazit etwas gespalten. Von den drei Alternativen gefällt mir das Konzept von Forestle am besten (nicht-profitorientiert, nachvollziehbare monatliche Aufführung der Spenden). Noch besser währe es natürlich, wenn die Suchmaschine von einem gemeinnützigen Verein betrieben würde, damit auch die Gesammt-Einnahmen und die Ausgaben für Verwaltung nachvollziehbar währen.

Andererseits finde ich die Suchergebnisse von Google besser als die von Yahoo (Yahoo holt in letzter Zeit allerdings deutlich auf). Ich habe jetzt einfach mal alle drei in die Suchmaschinen-Auswahl oben rechts in meinem Firefox-Browser integriert und werde von Fall zu Fall entscheiden, welche ich verwende.

Suchmaschienen in den Browser integrieren

Weblinks:

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