Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

Der Name Klebriger Salbei kommt bei den Kunden offenbar nicht besonders gut an. Salvia glutinosa wird deshalb in Gärtnereien häufig lieber als Gelber Salbei (zum Teil auch fälschlich als Österreichischer Salbei) angeboten. Nichts desto Trotz sind seine Blüten und Stängel im Sommer schon ein wenig klebrig.

Klebriger Salbei im Vollschatten

Klebriger Salbei im Vollschatten

Wir haben vor zwei Jahren eine kleine Pflanze des Klebrigen Salbei gekauft, weil er angeblich gut im Schatten zurecht kommt. Ursprünglich stammt er aus Süd- und Mitteleuropa und wächst dort in Laub- und Mischwäldern. Die wenig verholzende winterharte Staude ist die einzige mitteleuropäische Art aus der Gattung Salbei (Salvia) mit gelben Blüten.

Die Fähigkeit des Klebrigen Salbei im Halb- und Vollschatten gut zu gedeihen ist im Gegensatz zu manchen vollmundigen Versprechungen der Verkäufer zu anderen Arten tatsächlich besonders gut ausgeprägt. Er schießt schon früh und kann etwas Kraft sammeln, bevor die Bäume voll belaubt sind. Das Exemplar auf dem Bild steht zum Beispiel im Vollschatten unter einer hohen und stark überhängenden Hainbuchenhecke – ganz ordentlich für Mitte Mai, oder? Auf der anderen Seite kommt der Klebrige Salbei aber auch in der vollen Sonne erstaunlich gut zurecht.

Die Fähigkeit zur Regeneration ist beim Klebrigen Salbei ebenfalls überdurchschnittlich gut ausgeprägt. Gewöhnlich wird die Staude im Herbst bodennah zurück geschnitten. Wenn man ein paar verholzte Stängel stehen lässt, dann kann man die im Frühjahr leicht an anderen Stellen im Garten ansiedeln. Auch die Vermehrung über Stecklinge funktioniert bestens. Im Hochsommer fallen die Stauden leider immer etwas auseinander. Ich werde in diesem Jahr mal frühzeitig die äußeren Stängel etwas zurückschneiden, damit sie der Staude etwas mehr halt geben können.

Um ehrlich zu sein schmeckt mir der gelbe Salbei nicht so gut wie der Echte Salbei (Salvia officinalis), er ist bei uns eher eine Zierpflanze. Die etwas klebrigen Blüten sollen aber gut für einen milden aromatischen Tee geeignet sein.

Offenbar bevorzugen wir beim Fotografieren die sonnigen Standorte. Eigentlich sollte hier noch ein Bild eines blühenden Klebrigen Salbei hin. Wenn wir überhaupt Bilder gemacht haben, dann finde ich sie im Moment jedenfalls nicht wieder. Sobald er blüht wird ein Foto eingefügt. Bis dahin kann ich nur auf diese Übersicht auf der Lernseite verweisen.

Siehe auch:

Weblinks:

5 Kommentare zu Klebriger Salbei (Salvia glutinosa)

  • jK

    Hätte ich jetzt so nur vom Bild gar nicht für Salbei gehalten. Schöne Pflanze, riecht sie denn salbeiartig?
    Werde ich mir auf jeden Fall mal im Hinterkopf behalten und mir in live anschauen, wenn ich noch mal durch die Pflanzenabteilungen und Gärtnereien schlendere.

    Lieben Gruß
    jK

  • Jo, sie riecht und schmeckt schon salbeiartig, nur milder.

    Die Information, dass man sie als Tee verwenden soll, war nur angelesen. Aber ich kann mir gut vorstellen, dass das schmeckt und werde es demnächst mal ausprobieren.

  • So, der Geschmackstest ist gemacht. Vorweg noch die Information, dass ich täglich große Mengen an dünnen Kaffee und ab Mittag große Mengen an dünnem Kräutertee trinke – ich kann also auf eine gewisse Erfahrung auf diesem Gebiet zurückgreifen, allerdings stamme ich eher aus der Kamille/Pfefferminz/Hagebutten-Fraktion.

    Versuchsaufbau:

    Ich habe jeweils zwei junge Blätter des Klebrigen Salbei in zwei Tassen gelegt und anschließend kochendes Wasser darüber gegossen. Eine Marge stammte von der schattigen Seite einer sehr schattig stehenden Staude, die andere Marge stammte von der Südseite einer voll sonnig stehenden Staude. Beide Tees hatten genau 10 Minuten um zu ziehen.

    Tja, beide Salbei-Tees schmeckten fast gleich “salbeiartig” nach Apotheke. Vielleicht war der sonnige Salbei geringfügig aromatischer als der aus dem Schatten. Die Milde des Klebrigen Salbei kann ich bestätigen. Er schmeckt etwas weniger “medizinisch” als der “Echte Salbei.

    Süddeutsche ab hier bitte weghören!
    Tee trinkt man bekanntlich mit Milch oder Sahne und Kluntjes. Auf diese Weise schmeckte mir der Klebrige-Salbei-Tee erstaunlich gut. Ich kann mir sogar vorstellen, dass er in Zukunft einen Platz in meiner Kräutertee-Mischung erhält.

  • Ati

    Ich bin jetzt etwas verwirrt. Heißt es nicht die etwas klebrigen Blüten seien für den milden Tee gut?

  • Hartmut

    An den klebrigen Stängeln des Salvium glutinosa verfangen sich mitunter große Mengen von Blattläusen, gleichfalls auch Fliegen. In der Nähe von Rosen gepflanzt, lässt sich der Blattlausbefall der Rosen minimieren.

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