Ringelblumenöl und Ringelblumensalbe

Der Naturheilverein Theophrastus hat die Ringelblume (Calendula officinalis) zum Heilkraut des Jahres 2009 gekürt. Nun weiß ich ehrlich gesagt gar nicht, wer dieser Naturheilverein Theophrastus eigentlich ist, aber immerhin könnte man das ja mal zum Anlass nehmen, die Vorräte an Calendula-Öl wieder etwas aufzufrischen.

Um ehrlich zu sein verwende ich außer Kamillentee eigentlich so gut wie überhaupt keine Arznei- oder Heilmittel, aber Calendula-Öl bzw. Calendula-Salbe kann ich bei kleinen Hautverletzungen echt empfehlen. Ich habe zwar keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu angestellt, aber nach meinem Gefühl heilen kleine Schnittverletzungen, wie man sie sich zum Beispiel manchmal mit scharfen Messern in der Küche holen kann, deutlich schneller, wenn sie mit Ringelblumenöl oder -salbe behandelt werden. Auch bei leichten Sonnenbränden ist Ringelblumenöl sehr angenehm, außerdem kann man es gut als Massageöl verwenden.

Ringelblumenblueten

Unser Ringelblumenöl ist natürlich ein Ringelblumenblütenöl – um ganz genau zu sein ist es ein Ringelblumenblütenblätteröl. Wir verwenden für das Öl nicht die ganze Blüte, sondern nur die Blütenblätter. Wie schon Generationen von Liebenden festgestellt haben, kann man die Blütenblätter ganz leicht herauszupfen. Zupft man sie nämlich einzeln aus, erfährt man zuverlässig ob man zurück geliebt wird oder nicht.

Man kann auch die ganze Blüte inklusive der grünen Blütenkelche verwenden, dann bekommt das Öl einen etwas grünlich-deftigen Geruch. Das Öl soll dann aber genauso gut oder sogar noch besser wirken.

Ringelblumenblütenöl

Zutaten:

  • Blütenblätter der Ringelblume
  • Olivenöl
Ringelblumenöl

Ringelblumenöl

Die Herstellung von Ringelblumenöl ist ganz einfach. Man befüllt einen kleinen Behälter locker mit den Blütenblättern. Anschließend füllt man so viel gutes kaltgepresstes Olivenöl auf, dass die Blütenblätter vollständig bedeckt sind. Das Ganze lässt man nun für etwa drei Wochen verschlossen auf einer sonnigen Fensterbank stehen. Zwischenzeitlich schüttelt man den Inhalt gelegentlich etwas durch, damit alle Blütenblätter etwas von der Sonne abbekommen. Nach drei Wochen wird das Öl abfiltriert, in eine kleine Flasche gefüllt, mit Inhalt und Herstellungsdatum beschriftet und schließlich in der Hausapotheke verstaut.

Ringelblumensalbe

Zutaten

  • Ringelblumenöl (siehe oben)
  • Bienenwachs

Gerade zur Behandlung kleiner Wunden ist eine Salbe besser geeignet als das Öl. Auch die Herstellung der Salbe ist ganz einfach. Öl und Bienenwachs werden gemeinsam in einem Wasserbad vorsichtig erhitzt, bis das Wachs schmilzt. Das Ganze wird verrührt, nach dem Abkühlen ist die Ringelblumensalbe fertig.

Selbstverständlich verwendet man dafür nicht eine übrig gebliebene Kerze vom vergangenen Weihnachtsfest, sondern man besorgt sich (z.B. im nächstgelegenen Bioladen) echtes Bienenwachs. Ein gutes Mischungsverhältnis ergibt sich aus etwa 30 Milliliter Ringelblumenöl und 2 Gramm Bienenwachs. Ähnlich wie bei der Gelierprobe sollte man auch hier einfach einen Tropfen erkalten lassen, um ein Mischungsverhältnis mit der optimalen Konsistenz zu erwischen.

Andere Rezepte verwenden statt des Bienenwachses oder zusätzlich zum Bienenwachs Lanolin (Wollwachs) oder Kakaobutter. Wir haben das bisher nie ausprobiert. Von der Verwendung von Lanolin würde ich allerdings abraten, solange nicht eindeutig geklärt ist, wie es gewonnen wurde. Das gilt besonders, wenn man sich die Salbe auf Wunden streichen möchte.

Siehe auch:

7 Kommentare zu Ringelblumenöl und Ringelblumensalbe

  • Nina

    Hallo Heiner,
    habe in diesem Jahr dank einer Blumenfülle Ringelblumenöl angesetzt. Sah ungefähr so aus wie auf deinem Foto. Nach einer knappen Woche fing das Öl jedoch oben an zu schimmeln. Was könnte ich falsch gemacht haben? Vielleicht hast du ja eine Idee, da ich es gern nochmal versuchen würde.
    Nina

    • Das ist ja merkwürdig, bei Ringelblumenöl hatten wir sowas noch nie. Könnte es sein, dass schon schimmelige oder vielleicht auch zu feuchte Blütenblätter ins Öl geraten sind? Aber auch dann kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie im Öl (also unter Luftabschluss) anfangen zu schimmeln.

      Könnte es evtl. sein, dass es sich gar nicht um Schimmel, sondern um feinen Schaum handelt? Dass die Blütenblätter anfangen zu gären (und dann feine Gasbläschen abgeben) kann ich mir schon viel eher vorstellen.

  • Hallo, habe gerade deinen blog entdeckt und bin begeister von den vielen guten Rezepten. Ich selber habe dieses Jahre eine Kräuterspirale in meinem Garten gebaut und bin nun gerade dabei mir selber beizubringen, was ich mit den vielen Kräutern so alles machen kann. Werde deinen Blog mit Begeisterung weiterverfolgen. GLG Petra

  • Ich bin gerade auf dein Blog gestoßen und super begeistert. Werde Dich bestimmt öfter besuchen.
    Dieses Jahr habe ich mir auch Ringelblumenöl selber gemacht. Jetzt werde ich noch die Salbe ausprobieren.

    Einen schönen Tag und danke für die super Rezepte.
    Liebe Grüße
    Gabi

  • gerle

    Hallo,
    ich hatte auch das Problem mit dem Schimmel auf das angesetzte Ringelblumenöl….,
    also wichtig ist das es fest verschlooen sien soll?

    grüße, Gerle

  • brischit

    Hallo!
    Also meines Wissens und meiner Erfahrung nach soll man Ölauszüge niemals verschließen, sondern nur mit einem Tuch abdecken, damit keine Insekten hinein fallen. Verschließen soll man es nicht, da sich am Deckel Kondenswasser bilden und der Ölauszug dann zu schimmeln beginnen kann.
    Also: mit Tuch abdecken, alle Pflanzenteile mit Öl bedecken, täglich schütteln.
    Verschlossen werden Tinkturen hergestellt.

    Mein Ringelblumenöl riecht auch sehr übel – nach stinkenden Käsefüßen. Ich vermute, dass die Blütenkelche zu feucht waren. Das Öl schimmelt nicht und es gärt auch nicht.
    Nun ja, dass bedeutet wohl, dass ich einen neuen Versuch starten muss.

    Vielleicht hat ja jemand Tipps für mich.

  • Samy

    Hallo, bin hier auf den Blogg gestossen und habe auch Öl angesetzt – welches seit gestern ganz trüb ist! Gehört das so oder ist es verdorben? Ich habe die Blütenköpfe nicht gewaschen, damit ich kein Wasser ins Öl einschleppe, habe aber das Einmachglas fest verschlossen…

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