Teekräuter für Kräutertee

Ich befinde mich gerade in einem schleichenden Prozess vom exzessiven Kaffeetrinker hin zum exzessiven Kräuterteetrinker. Gut, einige ignorante Beobachter (u.a. Mailin) haben den Kaffee, den ich trinke, schon immer fälschlicherweise als Tee (oder schlimmer noch als Labberwasser) bezeichnet. Trotzdem ist diese Entwicklung sogar für mich selbst etwas überraschend.

Wie dem auch sei, für das kommende Gartenjahr werde ich mich mal etwas näher mit den Pflanzen beschäftigen, die man zu Tee verarbeiten kann.

Als Einstieg kann ich die hervorragende Teekräuter-Übersicht im Garten-Treffpunkt empfehlen. Dort kann man zunächst einmal lernen, dass es sich bei Teekräutern keineswegs immer um Kräuter handelt. Kräutertees lassen sich aus den Blättern von Kräutern, aber eben auch aus Blüten, Früchten, Rinden, Knollen oder Wurzeln von allen möglichen Pflanzen herstellen. Einige Tees werden sogar aus Flechten, Bakterien oder Pilzen hergestellt.

Um nicht vollends den Überblick zu verlieren, habe ich einmal die Tee-Pflanzen heraus gesucht, die wir bereits im Garten haben, oder die wir ohne größeren Aufwand dort ansiedeln könnten.

Minze

Minze

Blättertee

  • Basilikum bauen wir regelmäßig jedes Jahr als Gewürz an.
  • Beifuß. Davon haben wir eine riesige Pflanze, die jedes Jahr noch etwas größer wird. Bisher haben wir die aber nie als Gewürz oder Teekraut verwendet. Sie riecht etwas bitter, mal sehen, ob sie als Teekraut taugt.
  • Birke, Weide, Weißdorn. OK, wieso nicht mal ein Tee aus Blättern unserer heimischen Bäume.
  • Brennnessel gibt es genügend unter den Zäunen der Pferdeweide.
  • Brombeere, Heidelbeere, Himbeere sind durchaus mal einen Versuch wert.
  • Johanniskraut. Die Samentüte liegt schon bereit.
  • Löwenzahn. Davon gibt es im Garten schon länger eine kultivierte Reihe für Rudi. (Bild siehe in diesem Artikel)
  • Mädesüß hatten wir mal am Teich stehen, ich fürchte aber der hat sich inzwischen verabschiedet.
  • Minze. Davon haben wir gleich mehrere Sorten.
  • Salbei ist auch vorhanden
  • Schafgarbe wächst wild auf der Weide
  • Spitzwegerich wächst wild auf der Weide
  • Thymian ist in mehreren Sorten vorhanden
  • Wermut ist vorhanden. Damit kann man ganz gut Ameisen vergrämen, den Tee stelle ich mir echt gruselig vor
  • Acker-Schachtelhalm wächst ganz in der Nähe. Im Garten haben wir ihn fast ausgerottet.
  • Zitronenmelisse ist im Massen vorhanden
Blüten der Ringelblume

Blüten der Ringelblume

Blütentee

  • Besenheide. Boah eh, Besenheideblüten als Tee? OK, zumindest ist die hier reichlich verfügbar.
  • Schwarzer Holunder ist im Garten und in der Umgebung reichlich vorhanden
  • Hopfen wächst im Garten und in der näheren Umgebung wild.
  • Johanniskraut. Die Samentüte liegt schon bereit.
  • Echte Kamille. Die Samentüte liegt schon bereit.
  • Lavendel ist draußen und im Gartenhaus vorhanden, mag ich aber nicht besonders als Tee.
  • Sommerlinde. Ein riesiges Teil steht vor der Kirche. Während der Blüte duftet die ganze Gegend und der Tee ist lecker!
  • Mädesüß
  • Ringelblume samt sich inzwischen überall im Garten selbst aus.
  • Salbei ist vorhanden.
  • Schafgarbe wächst wild auf der Weide.
  • Weißdorn. Aha, Weißdornblütentee…
Apfel

Äpfel

Früchtetee

  • Apfel. Da muss ich erst mal nachlesen, wie man daraus Tee macht, ohne Apfelmus in der Tasse zu haben.
  • Heckenrosen sind vorhanden. Hagebuttentee – erinnert mich immer an die Herbergseltern auf Klassenfahrten ;-)
  • Heidelbeeren sind reichlich vorhanden.
  • Schwarzer Holunder ist vorhanden.
  • Kirsche ist vorhanden.
  • Kümmel. Ach ja, davon haben wir noch massenweise Saatgut. Ich sollte gleich mal etwas davon in meine Teemischung geben.
  • Sanddorn. Ein Strauch ist vorhanden, weitere in der Umgebung.

Rindentee

  • Eichen. Oje, wir hatten hier gerade vor ein paar Tagen so einen Vollidioten, der offenbar Eichenrindentee machen wollte…
  • Weiden gibt es ganz in der Nähe

Wurzeltee

  • Kalmus. Wir haben einen recht alten Lakritz-Kalmus, der zwar ziemlich langsam wächst, sich aber leicht vermehren lässt und dann an den unwirtlichsten Standorten sehr gut zurecht kommt. Dieses Jahr werde ich mal ein paar seiner Wurzeln ausbuddeln.
  • Liebstöckel ist vorhanden.
  • Ingwer – der Hustentee überhaupt.

Wenn ich mir unsere Bestandsaufnahme so ansehe, dann brauchen wir eigentlich keine neuen Arten anzusiedeln, um Teekräuter ernten zu können. Über den Geschmack der verschiedenen Arten werden ich berichten.

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Weblinks:

11 Kommentare zu Teekräuter für Kräutertee

  • Ich als Kräutertee-Liebhaberin freue mich über so einen umfangreichen Artikel. :-)

    Da ich dieses Jahr selbst Gartenbesitzerin werde, überlege ich natürlich schon, ob ich auch Tee selbst anbauen und trocknen soll. Ich mag vorallem Kräuter-Mischungen und ich glaube deshalb, dass dann beim Selbstanbau der Arbeitsaufwand etwas zu hoch wird. Vielleicht ist es dann in meinem Fall dennoch sinnvoller hochwertigen Bio-Tee aus dem Teeversand zu kaufen. ;-)

    Naja, mal schauen. Ich muss mich auf jeden Fall noch einmal ausgiebig damit beschäftigen.

    Liebe Grüße,
    Maja

  • Also ich würde meinen, ihr habt wirklich schon jede Menge Teekräuter und -pflanzen im Garten. Wermuttee und Beifußtee ist wirklich bitter, aber gut gegen Kopfschmerzen und bei Magenbeschwerden. Deine Liste ist interessant, auch ich will mir in diesem Jahr endlich nach einigen halbherzigen Versuchen der letzten Jahre einen richtigen Kräutergarten anlegen. Demnächst ist wieder ein Besuch im Kloster Seligenstadt angesagt – zur Inspiration ;-)
    Lieben Gruß
    Elke

  • Bei mir ist das Kräutermischen ein kontinuierlicher Prozess ;-)
    Ich benutze ein großes Glas für meine eigentliche Kräutermischung. Da fülle ich dann je nach Geschmack irgendwelche Zutaten aus den verschiedenen getrockneten oder gekauften Kräutern nach. Im Moment hat meine Teemischung zum Beispiel immer eine leichte Jasmin-Note, weil ich nach und nach die Jasminblüten dazugebe, die Mailin vor einiger Zeit geschenkt bekommen hat. Pur mag ich den Jasmintee übrigens nicht besonders, in der Mischung mit anderen Kräutern schmeckt er mir richtig gut.

  • Eine sehr schöne Auflistung von Teepflanzen.
    Ich freu mich, dein Blog entdeckt zu haben!

    Bei uns kommen in den Haus-Kräutertee neben Himbber-, und Brombeerblättern auch noch Erdbeerblätter!
    Und neben getrockneten Heidelbeeren geben auch getrocknete Erdbeerstückchen ein leckeres Aroma. Walderdbeeren gingen zwar noch besser, aber die vernaschen wir lieber roh.

    Wie schmecken eigentlich die Besenginsterblüten ????? Doch nicht so, wie es riecht, oder?
    Und vom Mädesüß, nimmst du da die Blätter, oder die Blüten? Oder beides?

    liebe Grüße, Angelika

  • Wie gesagt, wir hatten mal eine Mädesüß-Pflanze am Teich stehen. Ich meine aber, dass sie schon im letzten Frühjahr nicht mehr wieder gekommen ist. Zwischen Teich und Pferdeweide ist das Gelände etwas – wie soll ich sagen – naturbelassen, deshalb kann ich es nicht ganz genau sagen.

    Wie haben die Pflanze nie zur Zubereitung von Tee verwendet, aber wenn ich den Seiten glauben kann, die ich gelesen habe, dann kann man sowohl Blätter als auch Blüten verwenden.

  • bei uns gibt es ein paar sumpfige Wiesen, dort stehen jedes Jahr ein paar Pflanzen…da werde ich mal “ernten” gehen. Im Sommer!
    Wobei man die Blüten schon sehr gut ausschütteln muß und sicher auch an einem schattigen Plätzchen im Freien trocknen. Es sind da nämlich immer so winzigkleine schwarze Käfer drin, die die offensichtlich auch sehr lecker finden

  • Suse

    Ich stelle mir jedes Jahr meinen eigenen Tee zusammen. Verschiedene Kräuter werden im Garten angebaut und diese dann getrocknet.

  • Viola

    Auf jeden Fall fehlt hier noch der Frauenmantel. Auf Wermut würde ich definitiv verzichten, wenn Ihr den Tee genießen wollt. In meinem Mischtee dürfen auch die Blätter der schwarzen Johannisbeere nicht fehlen. Die haben einen unglaublich köstlichen Duft und schmecken auch so.

  • Den Prozess vom exzessiven Kaffeetrinker hin zum exzessiven Kräuterteetrinker habe ich schon hinter mir. Wobei es bei mir jetzt nicht nur Kräutertees sind, sondern allgemein Tees. Da der Beitrag ja schon etwas älter ist, wollte ich wissen, ob der Prozess denn nun abgeschlossen ist und wie es dir damit geht.

  • ursula

    Ein sehr interessantes Thema. Mich interessiert es ,ob man Lindenblüten Tee von jeder Linde benützen kann? Es gibt ja Linden die kräftig duften und die überhabt nicht duften.

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