Kräutertee aus frischen Kräutern: Frauenmantel, Lungenkraut, Bärlauch

Vor einigen Tagen schrieb ich etwas über die Teekräuter, die man in unseren Gärten anbauen kann. Bei der Recherche zu dem Artikel ist mir wohl keine hier wachsende Pflanze unter gekommen, die nicht irgendwo auch als potentielles Kräutertee-Kraut genannt wurde. Da ich Informationen aus dem Internet gewöhnlich nicht sofort traue und weil ich auch keinen unserer Leser durch eine Kräutertee-Vergiftung verlieren möchte, probiere ich jetzt mal drei von diesen Kräutern im Selbstversuch aus – Frauenmantel, Lungenkraut und Bärlauch. Alle drei haben in den letzten Tagen ordentlich frische Blätter gebildet, das Lungenkraut blüht dazu schon ordentlich.

Die Tees habe ich so gemacht, wie man es in Marokko mit einem Pfefferminztee machen würde:  die frischen Kräuter wurden kurz abgespült und dann direkt (ohne Sieb) in die Tasse geben, kochendes Wasser darüber, warten bis der Tee trinkbar ist, trinken.

Lungenkraut

Lungenkraut

Lungenkraut (Blätter und Blüten): Ich war mir nicht so sicher, ob man Lungenkraut-Tee trinken darf, wenn man gerade an keiner Lungenkrankheit leidet. Laut den Informationen auf verschiedenen Webseiten enthält er aber keine schädlichen oder gar giftigen Wirkstoffe.

Der Lungenkraut-Tee wird erstaunlich dunkel. Er riecht ganz leicht – wie soll ich sagen – grünlich nach Gras. Auch der Geschmack ist nicht besonders intensiv, vielleicht im Hintergrund ganz leicht säuerlich-bitter, aber keineswegs schlecht. Nach einiger Zeit stellt sich aber ein etwas unangenehmer leicht bitterer Nachgeschmack ein.

Frauenmantel

Frauenmantel

Frauenmantel:  Die Recherche auf verschiedenen Internetseiten ergab auch für den Frauenmantel keinen Hinweis auf irgendwelche bedenklichen Inhaltsstoffe. Ich hoffe, dass gilt auch wenn man gerade nicht an irgendeiner Frauenkrankheit leidet.

Der Frauenmantel-Tee riecht kaum und hat auch recht wenig Aroma. Er schmeckt wie der Lungenkraut-Tee ganz leicht säuerlich-frisch, hat aber nicht den bitteren Beigeschmack.

Bärlauch

Bärlauch

Bärlauch: Der Bärlauch-Tee riecht schon mal echt klasse. Irgendwie so als sollte man noch etwas Salz dazu geben und das Ganze dann als Brühe löffeln. Der Geruch täuscht nicht. Der Tee schmeckt wie eine schlecht gesalzene Suppe. Trotzdem könnte ich mich durchaus an den Geschmack gewöhnen. Nachdem der Tee etwas abgekühlt ist, kommt der Bärlauchgeschmack sogar noch etwas besser zur Geltung.

(An dem Konzept “Bärlauchtee als Brühe zwischendurch” müsste man vielleicht noch etwas feilen, zum Beispiel zusammen mit Liebstöckel, Pfeffer und etwas Salz).

Siehe auch:

Weblinks:

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7 Kommentare zu Kräutertee aus frischen Kräutern: Frauenmantel, Lungenkraut, Bärlauch

  • Du kommst aber auch auf Ideen *lach* – Bärlauchtee! Ich denke, dass die Verwendung als Brühe beim Bärlauch doch tatsächlich sehr viel näher liegt. Bärlauch ist ein typisches Frühlingskraut mit einer leicht antibiotischen Wirkung, er wirkt entzündungshemmend, harntreibend und insgesamt tonisierend. Also bestens für eine “Frühjahrskur” geeignet, nur nicht unbedingt als Tee. Ich esse ihn sehr gerne kleingeschnitten in Quark auf’s Brot. – Der Frauenmantel – Alchemilla vulgaris – wird zwar in der Kräuterheilkunde als Tee verwendet, aber man nimmt nicht die Blätter sondern die Blüten dazu. Dann kann der Tee tatsächlich außer gegen Frauenleiden auch gegen Entzündungen z.B. zum Gurgeln eingesetzt werden. – Lungenkrautblätter wirken auf Grund ihrer Inhaltsstoffe tatsächlich gegen Erkrankungen der Bronchialorgane. Es ist ähnlich wie bei Heilwässern: Kräuter, die Arzneimittel ähnliche Wirkstoffe enthalten (ohne in erster Linie toxische Stoffe zu enthalten) kann man zwar auch als Tee mal trinken, aber man sollte sich damit eher zurück halten. Da viele dieser Kräuter sowieso Bitterstoffe enthalten, ist die Gefahr des übermäßigen Konsums aber eher unwahrscheinlich.
    Lieben Gruß
    Elke

  • Naja, ich habe für den anderen Artikel unter anderem mal nachgesehen, was alles so in verschiedenen kommerziell angebotenen Kräutermischungen enthalten ist. Sowohl Bärlauch, als auch Frauenmantelblätter kamen da gar nicht mal so selten vor.

    Die Betonung liegt hier aber natürlich auf Mischungen. Als Einzeltees sind die wohl eher nicht so gebräuchlich. Da ich mir meine Mischung kontinuierlich selbst zusammen mische, wollte ich aber mal sehen, was mich bei diesen Sorten geschmacklich erwartet.

  • Sisah

    Du hast die Tees ja offenbar überlebt, was kommt dann als nächstes in die Teetasse?
    Ich empfehle als vorbereitende Lektüre dies hier: http://www.springer.com/spektrum+akademischer+verlag/biowissenschaften/botanik/book/978-3-8274-2053-4
    Da kann man beispielsweise auch Genaueres über Inhaltsstoffe ( für Pulmonaria officinalis sind das Schleimstoffe, aus Arabinogalactanen, Polygalcturonanen und Rhamnogalacturonanen, ferner Fructanen, Flavonoiden, Gerbstoffen, Mineralstoffen, sowie Allantoin; Ascorbinsäure, Saponin, Chlorogen- und Rosmarinsäure ) nachlesen,im Vergleich dazu sind die Angaben bei ‘Wikipedia’ ein Witz.
    Und Frauenmanteltee ist doch der ‘Frauentee’ überhaupt, hilft gegen klimakterische Beschwerden aber auch Dysmenorrhoe…..naja als männliches Wesen könntest Du ihn aber auch zum Gurgeln gegen Entzündungen im Mund- und Rachenraum verwenden oder auch im Tee Baden, soll bei Hautkrankheiten helfen :-)) In meinem schlauen Buch finden alle frischen überirdischen Teile auch als Tee bei chronischen Durchfall Anwendung sowie bei Weißfluss….naja dann bist Du ja jetzt gegen alle Gebrechen bestens gerüstet!
    LG
    Sisah

  • Jupps, ich fühle mich immer noch bestens ;-)

    Ich denke als nächstes überarbeite ich erst mal das Rezept für die Bärlauch-Kräuterbrühe.

    Sicherheitshalber habe ich mal die Inhaltsstoffe nachgelesen, die Du angegeben hast. Nur bei der Chlorogensäure ist ein LD50-Wert angegeben und der berägt 4 g/kg. Mit meinen gut 80 Kilo kann ich deshalb wohl einiges davon vertragen.

    Trotzdem sollte man mit Pflanzen aus dem Garten natürlich immer höchst vorsichtig sein. Da sind einige dabei, bei denen man eine Kanne Tee möglicherweise wirklich nicht überlebt. In den nächsten Wochen werden sich zum Beispiel wieder einige Leute im Krankenhaus wieder finden, weil sie Bärlauch mit Maiglöckchen, Herbstzeitlosen oder Aronstab verwechselt haben. (Näheres dazu auch unten im Bärlauchpesto-Artikel).

  • Deine Selbstversuche finde ich spannend — schön, dass es Dir noch gut geht. Auf die Idee, Lungenkraut, Frauenmantel und Bärlauch als Tee zu trinken, wäre ich nie gekommen. Was ich aber dieses Jahr ausprobieren werde, ist Weißdornblüten zu trocknen.Überhaupt mische ich gern Blüten unter meine Kräutertees. Mein persönlicher Kräuterhexentee für Erkältungen besteht aus Thymian, Holunderblüten und Mädesüßblüten (schmeckt gut und ist schön schweißtreibend).

  • Uih, das wäre mir auch zu gefährlich, so auf blauen Dunst die Kräutlein auszutesten. So manche sehen sich doch sehr ähnlich! Ich würd’ auch sagen, vorher gründlich ein Bestimmungsbuch durchstudieren.
    Wobei die genannten bis auf den Bärlauch ja harmlos sind. Den Bärlauch im eigenen Garten soll man übrigens nicht verharmlosen. Wenn sich ausgerechnet an der Stelle einmal eine giftige Pflanze durch Vogelaussaat zeigt, kann man auch im eigenen Garten Pech haben. Ich würd’ mir den Bärlauch auch immer Blatt für Blatt ganz genau anschauen.

    Herzlicher Gruß
    Sara

  • Bettina

    Hallo, die Tips für die verschiedenen Tees tönen sehr lecker, werden ausprobiert!
    Ich habe ebenfalls das Problem mit den kleinen schwarzen Käfern (ca 3mm gross), die mir die ganze Pfefferminze kahl fressen, finde aber nirgends einen Hinweis, wie ich sie entweder biologisch (wäre mir lieber) oder mit Giftkeule (als letzter Ausweg) vernichten kann. Vielen Dank für Eure Hilfe!!
    Herzlichst, Bettina

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