Sanddorn

Sanddorn

Sanddorn

Gestern schickte mir Heinz ein paar schöne Fotos, von den Sanddornbüschen, die er vor sieben Jahren an der Wümme gepflanzt hat. Sagenhaft, wie die sich auf dem mageren Boden entwickelt haben. Unser eigener kleiner Sanddorn, der auch schon ein paar Jahre alt ist, sieht dagegen noch ziemlich mickrig aus.

Der Sanddorn (Hippophae rhamnoides) ist ein sommergrüner Strauch, der Wuchshöhen bis zu sechs Metern erreichen kann. Er ist auf Sand- und Kiesböden in sonnigen Lagen spezialisiert.  Um auf diesen närstoffarmen Böden klar zu kommen, bildet der Sanddorn ein weit- und tiefgreifendes Wurzelwerk. Zum Teil kann dieses Wurzelwerk benachbarte Pflanzen beeinträchtigen. Die Wurzeln des Sanddorn leben in Symbiose mit Frankia-Bakterien, die die Pflanze mit zusätzlichem Stickstoff aus der Luft versorgen.

Im Garten ist der Sanddorn sehr pflegeleicht. Er benötigt keine zusätzliche Düngung und er ist sehr trockenresistent.  Auch von Krankheiten und Schädlingen bleibt der Sanddorn weitgehend verschont. Allerdings verträgt er keinen Schatten und sollte deshalb in die volle Sonne gepflanzt werden.

Lässt man den Sanddorn wachsen ohne ihn zu schneiden, dann bildet er eine zunehmend größere Krone, an der sich aber nur ganz außen Früchte bilden. Deshalb sollte man Büsche, von denen man Früchte ernten möchte, gelegentlich zurück schneiden.

Der Sanddorn ist zweihäusig, das heißt es gibt sowohl männliche als auch weibliche Pflanzen. Um (in nennenswertem Umfang) Beeren zu ernten muss neben den weiblichen Pflanzen auch ein männlicher Sanddorn-Busch gepflanzt werden.

Sanddorn Früchte

Sanddorn Früchte

Botanische gesehen sind die orangeroten bis gelben Beeren des Sanddorn eigentlich gar keine Beeren sondern es handelt sich um eine Sonderform der Nüsse – genauer gesagt um Achänen. Davon abgesehen sind die Früchte äußerst reich an Vitaminen. Sie enthalten einen ungewöhnlich hohen Vitamin-C-Gehalt von bis zu 900 Milligramm je 100 Gramm. Im Vergleich dazu enthalten Zitronen im Schnitt gerade mal 50 Milligramm Vitamin-C pro 100 Gramm.

Darüber hinaus enthält die Frucht des Sanddorn etliche weitere lebenswichtige Vitamine und ungesättigte Fettsäuren. Während die Fettsäuren eine gewisse Bedeutung in der Kosmetikindustrie haben, dürfte der Gehalt an Vitamin B12 besonders für Vegetarier interessant sein. (Aber Vorsicht: Nur durch gelegentliches trinken von Sanddornsaft kann man seinen Vitamin-B12 Bedarf sicherlich nicht langfristig decken!)

Die Früchte des Sanddorn werden ja nach Sorte von Ende August bis zum Winter hin reif. Wie auf dem Foto zu erkennen ist, bildet der Sanddorn seine Früchte direkt an den tragenden Trieben. Die Ernte ist nicht ganz ohne, weil der Sanddorn dort auch sehr unangenehme Dornen hat. Im kommerziellen Anbau werden die ganzen Triebe geerntet, eingefroren und erst dann von den Trieben getrennt.

Das Fruchtfleisch um den harten Kern (Nussfrucht) kann zwar auch roh direkt vom Baum gegessen werden, aber es ist äußerst sauer. Gewöhnlich werden die Früchte deshalb zu Säften, Gelees, Marmeladen oder Likören verarbeitet. Die Kerne der Sanddornfrüchte werden zur Gewinnung von Pflanzenölen für Hautpflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel verwendet.

Bildnachweis:

Die Fotos wurden von Heinz Kahrs aufgenommen und hier mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentlicht.

Siehe auch:

Weblinks:

5 Kommentare zu Sanddorn

  • Wunderbares Gewächs und tolle Fotos. Die Früchte geben sicher einen interessanten farblichen Akzent im Garten, sehen jedoch auch nach etwas Arbeit aus, wenn diese “Nüsse” erst mal zu Boden fallen.

  • Elisa

    Ich finde, dass Sanddorn aussieht, als käme er von einem anderen Stern. Vermutlich, weil die Früchte direkt am Ast wachsen und keine langen Stiele besitzen. Ist Sanddorn eigentlich eine heimische Pflanze oder wurde sie “eingeschleppt”. Lässt sich irgendwie mit nix vergleichen.

  • Alex

    Sanddorn haben wir früher zu Kompott, Marmelade und eingekocht.
    Ist ein richtig leckerer Brotaufstrich!
    Kann ich nur empfehlen.
    Der Sanddorn brauch allerdings sehr Sandigen Boden,
    also kein Gewächs für jeden Garten.
    Gruß Alex

  • Andaloe

    Hallo,

    danke für den Bericht. Aus Sanddorn kann man übrigens auch leckeren Likör machen..

  • Dönckie

    Ich habe mir ein Sandornstrauch gekauft mit der Idee Beeren davon zu geniessen. Leider konnte meine Verkäuferin keine Auskünfte geben in Bezug auf männliche und weibliche Planzen und ob die Plantze später Beeren tragen werden. Könnt ihr mir erklären wie ich männlich und weibliche Planzen auseinander kennen kann? Und wie weit auseinander muss man diese ansetzen, damit diese später Beeren tragen können? Herzlichen Dank für euren Typs.

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