Erntebericht

Ich hatte mir ja vorgenommen, öfter mal über die wiederkehrenden Termine zu berichten, um sie in ein paar Jahren miteinander vergleichen zu können. Here we go:

Äpfel der Sorte Roter Boskop

Äpfel der Sorte Roter Boskop

Ich denke, der Rote Boskop hätte noch nicht unbedingt geerntet werden müssen. Wir wollten aber nicht noch einmal so etwas erleben wie bei den frühen Apfelsorten. Von denen waren mehr als die Hälfte in den Mägen der Pferde gelandet, weil sie Fraßstellen von den Wespen hatten. Als das nun verstärkt auch beim Roten Boskop los ging, habe ich gestern gehandelt und den Baum ganz abgeerntet. Eigentlich sieht man im Moment gar keine Wespen, dafür Massen des Asiatischen Marienkäfers. Angeblich soll er sich ja auch an Früchten zu schaffen machen. Bisher habe ich aber leider noch keinen von ihnen auf frischer Tat ertappen können.

Zwei weitere Apfelbäume, die noch Früchte tragen, ein Boskop und eine Sorte deren Namen ich gerade vergessen habe, wurden bisher noch nicht angefressen. Die lassen wir noch ein wenig am Baum ausreifen.

Reife Quitten

Die magere Ausbeute vom Quittenbaum

Den diesjährigen Quittenertrag als mittelmäßig zu bezeichnen, wäre so, als würde man sagen, dem internationalen Bankensystem und dem FC Bayern geht es im Moment so lala.

Eigentlich wollten wir uns gar nicht erst die Mühe machen, die acht etwas klein geratenen Quitten zu ernten. Andererseits kann man aber ja auch nicht ruhigen Gewissens zusehen, wie die Früchte am Baum verrotten. Also habe ich mich heute erbarmt und sie zu einem Brei verkocht, den ich morgen zu Quittengelee verarbeiten möchte. Im Moment hängt er in der Küche in einem Leinentuch und gibt pro Minute so zirka einen Tropfen von seinem Saft ab. Irgendwo hatte ich gelesen, dass man den Saft nicht herausdrücken darf, weil das Gelee dann trübe wird. Ich hätte wohl doch auf Mailin hören und den Dampfentsafter nehmen sollen. Für einen Schwenk auf Quittenmarmelade ist es natürlich auch schon zu spät, weil ich die Kerngehäuse mitgekocht habe. Naja, ich werde berichten, was daraus geworden ist.

walnussernte

Ein Teil der Walnussernte 2008

Ganz im Gegensatz zu den Quitten war der Ertrag der Walnüsse sehr gut. Ganz reichte er wohl nicht an das Rekordjahr 2006 heran, aber es besteht im kommenden Winter bei uns nicht die Gefahr einer Unterversorgung mit Omega-3-Fettsäuren.

In den letzten Tagen fallen kaum noch Nüsse vom Baum. Einzelne Nachzügler werden sofort von den Eichhörnchen eingesammelt und gleichmäßig im Garten verteilt. Wir haben da keine Chance mehr, noch etwas abzubekommen. Übrigens ist die Reise der Walnüsse im Garten noch nicht beendet. Dort warten nämlich schon die Raben und sammeln den Wintervorrat der Eichhörnchen wieder ein, um ihn in ein neues Versteck auf der Pferdeweide zu bringen. Naja, unsere Eichhörnchen sind ziemlich pfiffig. Ich vermute mal, die Reise der Nüsse ist auch im Versteck der Raben noch nicht endgültig vorüber.

maronen

Maronen

Über den unerwartet hohen Ertrag unserer Maronen hatte ich ja schon berichtet. Gut, Besitzer von großen Maronenbäumen oder ganzen Maronenhainen werden jetzt mitleidig lächeln, aber wir haben schon fünf Kilo Maronen von unserem kleinen Baum geerntet. Ich denke es ist nicht übertrieben, wenn ich vermute, dass noch einmal die selbe Menge am Baum hängt.

Wie erwartet war das erste Maronenpüree natürlich eine wahre Köstlichkeit – und dann noch dieser Duft, klasse! Zur anschließend gereichten Maronensüßspeise gab es dagegen ein leicht geteiltes Echo.

zuckermais

Zuckermais

Auch die Zuckermais-Ernte war eigentlich ziemlich zufriedenstellend. Eigentlich, denn ganz habe ich mich immer noch nicht wieder beruhigt. Ich hatte im Frühjahr in zwei unterschiedlichen Geschäften zwei unterschiedliche Zuckermais-Sorten gekauft. Eine der beiden Sorten lief gut auf, die andere hatte eine Keimfähigkeit von exakt Null Prozent. Zum Glück für Produzent und Händler habe ich aber ausgerechnet beim Zuckermais etwas mit meiner Buchführung geschusselt. Die Eintragung in unser Notizbuch erfolgte erst am nächsten Tag aus dem Gedächtnis. Ich kann mich bestens an diese Eintragung erinnern, aber leider auch an die Tatsache, dass ich schon damals nicht ganz sicher war, ob ich die Sorten eventuell verwechselt hatte. Schade eigentlich, denn sonst hätte ich hier auch endlich mal einen ordentlichen Garden-Rant veranstalten können ;-)

3 Kommentare zu Erntebericht

  • Super lecker. :) Die Maronen ess ich gern geröstet und die Wallnüsse verfüttere ich an Eichhörnchen. *gg* Viel Spaß beim Mampfen deiner Ernte. :)
    Liebe Grüße,
    Maja

  • Wow, tolle Ernte! Unser Roter Boskop hat heuer noch nicht getragen. Aber unser kleines Quittenbäumchen schon – da biegen sich die noch dünnen Äste unter großen, gelben, duftenden Quitten. Eine Freude dieser Anblick. So viel Freude, dass ich sie gar nicht ernten will, weil’s ja so schön ausschaut, das kleine Bäumchen. Naja, nächste Woche werden sie wohl runter müssen, wenn ich was davon haben möchte. Vermutlich werde ich dann auf euer Rezept für die Quittenmarmelade zurückgreifen – danke auch für die “Verarbeitungsanleitung”! Für mich als Quittenneuling sehr nützlich!
    Einen Maronenhain habe ich leider nicht. Also bewundere ich vorbehaltlos eure große Ernte! Ihr müsst jedenfalls viel Platz haben, denn so ein Maronenbaum wird doch richtig groß – und dann auch noch ein Walnussbaum und und und…
    Liebe Grüße, Margit

  • Wow, das nenne ich mal eine Tolle Ernte. Vor allem die Menge an Walnüssen ist eine Wucht. Und der Zuckermais sieht auch hervorragend aus. Lasst es euch schmecken.

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