Weihnachtsapfel

Weihnachtsapfel (Foto: Hein Kahrs)

Weihnachtsapfel (Foto: Heinz Kahrs)

Die Tradition sich zu Weihnachten einen geschmückten Tannenbaum in die Stube zu stellen, gab es schon lange bevor Christbaumkugeln aus Glas (oder Plastik) ihren Einzug in unsere Wohnstuben gehalten haben. Eine Handschrift aus dem Jahre 1605 berichtet zum Beispiel: “Auff Weihnachten richtet man Dannenbäume zu Straßburg in den Stuben auf. Daran henket man Roßen auß vielfarbigem Papier geschnitten, Aepfel, Oblaten, Zischgold und Zucker“. Als mir Heinz vor einigen Tagen dieses Bild seiner Weihnachtsäpfel schickte war klar, dass wir auch so einen Weihnachtsapfel in unserem Garten brauchen. Wie Heinz berichtet, sind die Äpfel bei der Ernte mit einer dünnen Schutzschicht (Wachs?) überzogen. Nachdem man ihn etwas poliert hat, wird er glänzend blau-rot.

Aber was genau ist das eigentlich, ein Weihnachtsapfel? Es scheint so zu sein, dass es sich dabei nicht um eine “offizielle” Apfelsorte handelt, sondern dass jede Region ihren eigenen Weihnachtsapfel hat. Um zu einem Weihnachtsapfel zu werden, muss eine Apfelsorte aber ein paar ganz spezielle Eigenschaften mitbringen. Zunächst einmal muss sie natürlich problemlos bis ins neue Jahr hinein lagerfähig sein. Um die Äpfel am Weihnachtsbaum aufhängen zu können, dürfen die Äpfel nicht zu groß (schwer) sein und sie müssen einen langen festen Stiel haben. Außerdem müssen die Äpfel weihnachtlich duften und eine glänzend rote Schale besitzen. Im Internet findet man eine ganze Reihe von alten Sorten, die diese Kriterien erfüllen, zum Beispiel die Rote Sternrenette, der Purpurrote Cousinot, der Rote Pison (roter Wintertaubenapfel), die Schaalbyer Rosen oder der Rote Pariner. Unser Roter Boskop, der auch diese auffallenden Sterne auf der Schale hat, käme zum Beispiel nicht in Frage, weil er viel zu schwer und auch in der Farbe etwas matt ist.

Polierter blauroter Weihnachtsapfel (Foto: Heinz Kahrs)

Blauroter Weihnachtsapfel (Foto: Heinz Kahrs)

Um welche Sorte es sich bei Heinz’ Weihnachtsapfel genau handelt, kann ich leider nicht sagen. Vielleicht kennt ja jemand den Namen der Sorte. Heinz schreibt dazu noch: Der Apfel hat schneeweißes festes Fruchtfleisch, wenig Säure, keinen Schorf oder Fäulnis und keinen Wurmbefall.

Aufgeschnittene Weihnachtsäpfel (Foto: Heinz Kahrs)

Aufgeschnittene Weihnachtsäpfel (Foto: Heinz Kahrs)

Nachtrag: Ich hatte heute morgen auch mal im garten-pur Forum angefragt, ob vielleicht jemand mehr über die Sorte dieses Apfels sagen kann. Im Moment werden neben mehreren anderen auch die Sorten Spartan und Macoun in Erwägung gezogen. Vielleicht kann ja ein anderes Foto, dass Heinz mir geschickt hatte, etwas Licht in die Sache bringen. Es zeigt zwei aufgeschnittene Äpfel dieser Sorte.

Weblinks:


12 Kommentare zu Weihnachtsapfel

  • Hallo,

    also ich bin mir ziemlich sicher, dass wir die gleichen Äpfel wie auf diesem Foto zuhause haben, leider weiß ich aber den Namen auch nicht. Aber ich frag mal nach und melde mich wieder, wenn ich es sicher weiß.

    Gruß
    Johannes

  • Birgit

    Moin,
    also wenn keiner mehr was weiß… dann gibt es ja noch die Fachleute = Pomologen.
    3 Apfelkundler sind am Sa. 18.10.08 von 10.00 – 17.00 Uhr in Rotenburg bei OBI zu finden.
    5 reife Äpfel müssen für die Bestimmung mitgebracht werden.
    Ist zwar etwas Aufwand, aber dann weiß man endlich um welche Sorte es sich handelt

    Gruß
    Birgit

  • Moin, moin Birgit, danke für den Tip! Da ich Birgit gut kenne, gehe ich übrigens mal davon aus, sie meint Rotenburg an der Wümme ;-) Allerdings ist so ein Pomologe gerade bei etwas ungewöhnlichen Sorten auch schnell mal überfragt. Es gibt einfach zu viele unterschiedliche Sorten und lokale Varianten, siehe zum Beispiel die Bestimmung unseres Discovery

  • Köln

    Krass! Hätte ich garnicht gedacht…
    Weihnachtsmann Köln

  • Krass, jetzt spamen auch schon die Weihnachtsmänner…

  • Nikolaus Weihnachtsfeier

    Ich merke gerade das ich diesen Blog deutlich öfter lesen sollte- da kommt man echt auf Ideen.
    Nikolaus Köln

  • Hallo!
    Wo kann man diese wunderbaren Äpfel kaufen (schicken lassen)
    Ich suche seid Jahren nach solchen Äpfeln. In unseren Geschäften (Ahlen NRW)
    finde ich solche Prachtäpfel nicht.
    Lieben Gruß Angela

  • Hallo Garternfreunde, auf der Suche nach dem”Weihmachtsapfel” bin ich auf den Bericht gestoßen. Nach dem ich den Bericht gelesen und den Apfel gesehen habe, tippe ich auch auf Spartan. Ich betreue in Braunschweig beim Landesverband der Gartenfreunde (Kleingärtner) den Lehr- und Versuchsgarten mit seinen 60 verschiedenen Apfelsorten. Der Spartan ist auch dabei. Deckfarbe und Fruchtfleisch stimmt mit Ihrer Beschreibung überein. Er besitzt auch keine Säure, hat aber einen eigentümlichen parfümierten Geschack, das sollten Sie einmal testen. Er hat auch eine feste Schale.
    Mit freindlichem Gruß aus Braunschweig

  • Urte Deutscher

    Hallo!
    Ich bin auch auf der Suche nach diesem Apfel. Ich kenne ihn durch Freunde. Er sieht wirklich toll aus und mir schmeckt er – auch wenn er einen etwas muffigen Geschmack hat, den viele nicht mögen. Leide habe ich den Besitzer noch nicht erreicht. Ich weiß nur, daß mein Opa die Sorte noch kannte, aber meinte, die gäbe es nicht mehr.
    Eine gute Seite habe ich inzwischen gefunden:

    http://www.obstsortendatenbank.de/index.php?id1=cat&id2=0&img=&osi=0&osw=sto&page=articles/cat_view.php&sel=2&show_ctr=0&show_id=1&show_nam=0&show_num=0&show_syn=0&tn=0&typ=a

    Danach scheint es sich um den Roten Herbstkalvill zu handeln.

    Viel Erfolg!

  • tom

    zur herbstzeit kann man mancherorts sorten vom nabu bestimmen lassen.
    kostet sehr wenig bis gar nichts, und wird regelmässig angeboten.
    einfach mal auf http://www.nabu.de suchen.

  • Bernd

    Hallöchen. Habe lange gesucht und diesen Apfel hier gefunden. Ich würde auch sehr gern wissen wie dieser Baum den nun heißt. Von Maccoun, Spartan,Macintosh…… . Ich weiß wo dieser Baum steht, aber keiner kennt diesen Namen. Ich habe schon viele Baumschulen durchforstet, auch nichts. Auf alle Fälle ist er mit einem hellblauen Hauch überzogen. Wenn man diesen Hauch abwischt glänzt er dunkelrot. Keine Pickel, keine Pünktchen. Fleisch schneeweiß, Kerne schwarz. Schmeckt lieblich süß (nicht muffig) weiches Fleisch. Wer kennt denne nun diesen Baum.

  • J.R. Thüring

    Sali Zämme

    Diesen Apfel kennen wir in Ettingen unter dem Namen “Gawiler”. Er ist dunkelrot und sehr flach. Der Stiel ist so kurz, dass die Frucht am Zweig ankommt oder bei zwei Äpfel an einem Zweig, hängen die Äpfel satt zusammen. Niemand kannt aber den Namen “Gawiler” ausser uns Ettinger.
    In der Schweiz gibt es noch den Apfel Mezersur, der ist aber nicht so schön donkelrot.

    Grüsse aus Ettingen
    jr

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