Erdkirsche

Andenbeeren (Physalis peruviana, Kapstachelbeere) und Lampionblumen (Physalis alkekengi) haben wir in den vergangenen Jahren schon gelegentlich mal im Garten angebaut. Aus denen kann man nette Lichterketten machen. Allerdings finde ich sie eher nicht so besonders lecker. Deshalb haben wir es in diesem Jahr mal mit dem Anbau von Erdkirschen (Physalis angulata) versucht. Angeblich sollen die Erdkirschen anders (einige sagen besser) schmecken als die Früchte von Lampionblume und Andenbeere.

Kelche der Lampionblume

Kelche der Lampionblume

Zum Glück ist Anna aufgefallen, dass dieser Artikel einen dicken Schnitzer enthielt (siehe in den Kommentaren). Das was ich für unsere Erdkirschen hielt ist in Wirklichkeit unser Bilsenkraut. Die benachbarten Erdkirschen sind offenbar früh meiner hyperaktiven Hacke zum Opfer gefallen. Vielen Dank für die akribische Recherche an Anna!

Obwohl Erdkirschen auch schneller reif werden sollen, bekomme ich langsam Zweifel, ob die Früchte unserer Pflanzen es noch schaffen werden. Entgegen der Anweisung auf der Samentüte hatten wir die Pflanzen nicht vorgezogen. (Das Anzuchtgewächshaus und die Fensterbänke waren schon mit Tomaten und Paprika voll besetzt.) Es sieht so aus, als würde sich das jetzt rächen. Naja, sollten die Erdkirschen nicht mehr reif werden, dann konnten wir uns doch zumindest an vielen hübschen Blüten erfreuen.(links die Blaue Lampionblume (Giftbeere, Nicandra physaloides) rechts die Erdkirsche)

Blüte der Blauen Lampionblume

Blüte der Blauen Lampionblume

Die Gattung Physalis (Blasenkirschen) gehört zur Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Erdkirschen sind daher relativ eng mit anderen Kulturpflanzen wie Kartoffel, Paprika, Tabak oder Tomate verwandt. In dieser Gattung gibt es noch ein paar weitere interessante Nutzpflanzen, wie zum Beispiel die Tomatillo (Physalis philadelphica) ohne die eine mexikanische Salsa gar nicht vorstellbar ist. Die Blaue Lampionblume auf dem linken Foto ist übrigens keine Physalis, sondern sie ist nur sehr eng mit den Blasenkirschen verwandt.

Sowohl die Früchte als auch die ganze Pflanze der Erdkirsche bleiben kleiner als die der Andenbeere und Lampionblume. Dafür wachsen die Pflanzen etwas buschiger und sind deshalb besser für den Anbau in Kübeln geeignet.

Die Früchte sollen an der Pflanze abreifen bis sie erntereif sind und schon fast abfallen. Der Hüllkelch verfärbt sich dann braun und die Beeren bekommen eine gelbliche Farbe.

In unseren Breiten überlebt die Erdkirsche den Winter nicht. Ob sie im Folgejahr auch aus Rhizomen austreibt oder ob sie sich nur selbst über Samen vermehrt, habe ich nicht heraus bekommen können. Auf alle Fälle kommt sie im Folgejahr wieder. Die Erdkirsche ist damit also auch für Permakultur geeignet. Im Gegensatz zur Lampionblume neigt sie aber wohl nicht dazu übermäßig stark zu wuchern.

Siehe auch:

Weblinks:

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5 Kommentare zu Erdkirsche

  • Seid Ihr Euch sicher, dass Ihr Erdkirschen habt? Die Früchte und Blüten sehen nämlich so gar nicht danach aus. Die Blüten von Erdkirschen sehen eigentlich fast genauso aus wie die von Andenbeeren, also klein gelb, fünfeckig, mit schwarzen Tupfen. Die Früchte sehen ebenfalls wie Miniatur-Andenbeeren aus. Ich habe dieses Jahr welche auf meiner Parzelle und ernte schon seit Anfang Juli regelmäßig immer wieder welche. Hier sind zwei Bilder:
    http://goo.gl/J8EYp (ganz links sieht man eine Blüte)
    http://goo.gl/xYMza (hier sieht man die Blätter recht schön)

  • Ähm, sagen wir mal so – ziemlich sicher ;-)
    Die Pflanzen stehen in der “Exotenecke” da wo ich die Erdkirschen hin gesät hatte. Da wir noch nie Erdkirschen hatten, bin ich aber tatsächlich nicht völlig sicher. Was könnte es denn sonst sein?

  • Hallo, Gute Frage, nachdem es doch nach einem Nachtschattengewächs aussieht habe ich mal in dieser Richtung gesucht und bin auf das Bilsenkraut gestoßen:
    http://www.garten-treffpunkt.de/lexikon/nachtschattengewaechse.aspx
    http://noforum.de/users/shenoviel/bilsenkraut.html
    Sieht, denke ich, passend aus. Eine Blasenkirsche ist es auf keinen Fall, die sehen alle annähernd gleich aus und sind durch den allen gemeinsamen Lampion sehr eindeutig von anderen Nachtschattengewächsen zu unterscheiden.

  • Ohje, Du hast völlig recht! Ich hatte im Frühjahr auch Bilsenkraut gesät. Damals war ich sicher, dass ich die beiden leicht unterscheiden kann. Das war offenbar nicht der Fall ;-) Entweder sind die Erdkirschen gar nicht aufgelaufen oder ich habe sie irgendwann als Unkraut weggehackt.

    Note to self: Die Exotenecke benötigt mehr Aufmerksamkeit und vernünftige Pflanzenstecker!

    So jetzt muss ich noch irgendwie diesen Artikel aufräumen ;-)

  • Na zum Glück habt Ihr die Beeren noch nicht gegessen, sondern erst diesen Artikel hier eingestellt ;-)
    Solltet Ihr ein paar Bilder von Erdkirschen in den Artikel einbinden wollen, könnt Ihr gerne welche von meinen verwenden. Nachdem ich heute ohnedies wieder am Feld war, habe ich extra ein paar Bilder für Euch geschossen:
    http://goo.gl/Rf9a6
    http://goo.gl/wh5Fe
    http://goo.gl/NbNmS
    http://goo.gl/HaH71
    http://goo.gl/7sV9X
    Die Pflanzen auf den Bildern habe ich erst vor kurzem aus dem Vollschatten an einen Sonnigeren Platz versetzt, deshalb sind sie noch so klein. Allerdings reifen die Früchte so schnell heran, dass ich sicher auch von diesen Pflanzen bald ernten kann. Auf einem anderen Feld habe ich größere Pflanzen, allerdings stehen sie dort gleich neben Andenbeeren, Tomatillos und Tzimbalo-Pflanzen weshalb man sie nicht ganz so hübsch sieht. Vom Geschmack her ähneln sie eher reifen Tomatillos als Andenbeeren. Meinem Freund der keine rohen Tomatillos mag schmecken sie aber, also ganz gleich ist der Geschmack nicht. Ich liebe alle drei, Erdkirschen, Tomatillos und Andenbeeren.

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