Schadstoffe aus dem Spalier?

Markus von Gartenvideo.com hat gerade eine kleine Serie von Videos zum Thema Kiwi veröffentlicht. Grund genug, sich mal etwas näher mit der Zukunft unserer eigenen Kiwis zu beschäftigen. Ein Frage hat Markus schon in seinem Kommentar zum ersten Kiwi-Video beantwortet: Wir werden im nächsten Frühjahr versuchen zwei unserer drei männlichen Kiwipflanzen umzuveredeln. Eine weitere Frage schwirrt mir aber immer noch im Kopf herum: Ist unser Spalier aus handelsüblichem Walzdraht überhaupt sinnvoll? Die Kiwis haben den Draht an einigen Stellen schon fast vollständig eingeschlossen. Noch ein paar Jahre, dann ich er nicht mehr zu sehen. Könnte es sein, dass Schadstoffe aus dem Draht in die Kiwipflanze und letztlich sogar in die Früchte übergehen?

Wir hatten uns damals für diese Variante entschieden, weil das Spalier natürlich lange halten sollte und weil wir vermeiden wollten, behandeltes Holz zu verwenden. Soweit ich es einschätzen kann, handelt es sich bei dem Draht um einen ganz gewöhnlichen verzinkten Stahldraht, wie er in der Landwirtschaft auch bei diesen großen Hopfen-Spalieren verwendet wird. Nun gehört Zink zwar zu den essentiellen Spurenelementen, aber wenn man zu viel (100mg/Tag) davon aufnimmt wird es giftig. Deshalb wurde in letzter Zeit vermehrt vor verzinkten Räucheröfen, Honigschleudern usw. gewarnt. Leider habe ich absolut keine Informationen gefunden, ob das Zink (oder auch andere metallische Verunreinigungen wie Blei) aus so einem verzinkten Draht in die Kiwipflanzen (oder Hopfenpflanzen) übergehen kann. Daraus könnte man natürlich den Schluss ziehen, dass dieses nicht der Fall ist. Es könnte aber auch sein, dass ich einfach nichts gefunden habe. Sollte jemand irgendetwas Näheres dazu wissen, dann immer her damit!

3 Kommentare zu Schadstoffe aus dem Spalier?

  • Sisah

    Das ist eine interessante Frage.
    Pflanzen nehmen meines Wissens Schwermetalle nicht nur über die Wurzeln, sondern auch über die Blätter auf, wo sie dann gespeichert werden, in Früchten soll das nicht geschehen. Da Zink ebenfalls zu den Schwermetallen gezählt wird, müsste die Menge, die in eurem Gartenboden eventuell über Korrosion aus den Drahtseilen in den Boden eingeschwämmt wird nachweisbar sein, so dass ihr eine Bodenuntersuchung machen könntet. Ob Zink in die Triebe wandert, keine Ahnung. Die Rinde/Borke des verholzten Sprosses ist doch bereits tot, ich kann mir nicht vorstellen, dass dort etwas durchwandert.
    Ich wusste gar nicht, dass Kiwi genauso “gefrässig” sind wie beispielsweise Glycinen, die ja auch alles verschlingen, was sich in ihren Weg stellt!
    LG
    Sisa

  • Jo, die Kiwi ist sehr viel schneller sehr viel dicker geworden, als wir erwartet hatten. Die Haupttriebe haben nach wenigen Jahren nun schon einen Durchmesser von fünf Zentimetern. An der Gefräßigkeit sind wir aber wahrscheinlich nicht ganz unschuldig. Um sie nicht dauernd anbinden zu müssen hatten wir sie beim Ranken um den Draht immer wieder tatkräftig unterstützt.

    Bei dem Zink mache ich mir übrigens nicht so viel Sorgen um den Eintrag in den Boden. Die Verhältnisse sind bei uns etwas speziell. Der Draht ist sehr weit in die Breite gespannt, der größte Teil unter dem Draht ist gepflastert. Regenwasser fließt meist ab, die Pflanzen versorgen sich also fast ausschließlich aus dem Grundwasser. Vor einem Jahr hatte ich mal zwei Bilder gepostet, die die Sache etwas klarer machen: Winterschnitt beim Kiwi Auf den Bildern sehen die Pflanzen etwas mickrig aus, aber im Sommer ist die ganze Wand ein undurchdringlicher grüner Dschungel ;-)

    Meine Hauptsorge wäre, dass der in den Zweigen eingeschlossene Draht in Zukunft wirklich so langsam von der Pflanze “aufgefessen” wird und wir ihn dann mit den Früchten essen. Aktiv wird die Pflanze das wohl tatsächlich nicht können, aber möglicherweise fördert sie die Korrosion und nimmt dann gelöste Metallsalze per Diffusion auf. Keine Ahnung, vielleicht mache ich mir da im Moment auch einfach nur zu viel Gedanken – die normale gärtnerische Winterdepression eben ;-)

  • Verzinkte Drähte haben eine sehr limitierte Lebensdauer und verursachen im Obstbau mechanische Beschädigungen an den Reben bzw Trieben. Verrostete Drähte weisen ein rauhe Oberfläche auf, welche bei Bewegungen der Pflanzen im Wind, wie Messer wirken.
    Eine Abhilfe dafür bieten aluminiumbeschichtete Stahldrähte welche eine, je nach Medium, ca 3-fache Lebensdauer gegenüber verzinktem Stahldraht aufweisen.
    Die Technologie ist bereits mehr als 40 Jahre alt und wird in hohem Umfang im Bereich von Hochspannungsseilen angewandt.
    Im Wein-und Obstbau werden diese Drähte bereits seit 25 Jahren eingesetzt.
    Ein österreichisches Unternehmen produziert diese Drähte seit 38 Jahren und bietet diese auch dem Wein-und Obstbau an.
    Über den Einfluß des Zinkes auf Pflanzen habe ich keine Kenntnisse, es ist aber darauf hinzuweisen dass der Herstellprozess Al-beschichteter Drähte wesentlich umweltfreundlicher ist als jener der Verzinkung.

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.