Hmm, lecker, Fliederblütensekt oder Fliederbeersuppe mit Grießklüten, einfach klasse!
Hier bei uns im Norden heißt Sambucus nigra seit jeher Flieder, das ist nun mal so und lässt sich wohl nicht ohne weiteres ändern. Die Gattung Syringa, die im übrigen deutschsprachigen Raum als Flieder bezeichnet wird, umschreiben wir hier gewöhnlich mit den Worten “ähm, wie heißt noch, ähm, dieser richtige Flieder eben“.
Gut, um des lieben Friedens willen werde ich Sambucus nigra hier im Blog als Schwarzen Holunder bezeichnen. Der Schwarze Holunder oder auch Holderbusch oder einfach Holler ist einer der verbreitetsten Straucharten in ganz Mitteleuropa. Er wächst meist als Busch, selten aber auch als Baum mit einer Höhe von mehr als 10 Metern.
In Hausgärten ist der Holunder eher nicht besonders verbreitet, weil die Büsche sehr ausladend werden können und dann sehr viel Platz verbrauchen. Wir haben zwar ein paar zum Teil sehr alte Holunderbüsche und -bäume, versuchen aber auch sie eher klein zu halten. Irgendwo habe ich gelesen, dass Holunder keine Wurzelausläufer bildet. Ganz glauben kann ich das nicht, den rund um ihn herum bilden sich ständig Unmengen von neuen Pflanzen, die im Frühjahr mit unglaublichem Elan aus dem Boden schießen. Irgendwie kommt es mir nicht plausibel vor, dass aus einem der Mini-Samen so schnell zentimeterdicke Triebe entstehen. Zum Teil wachsen sie innerhalb von einem Monat oben aus unserem mehr als zwei Meter hohen Holz- und Gestrüpphaufen heraus und sind dort natürlich eher schwierig zu bekämpfen.
Auch im kommerziellen Anbau ist der Schwarze Holunder nur selten zu finden. Angeblich soll es im Südosten der Steiermark ein Anbaugebiet geben, in dem wieder vermehrt verschiedene züchterisch bearbeitete Holunder-Sorten angebaut werden.
Eigentlich braucht man auch gar keinen Holunder-Strauch im eigenen Garten, denn man findet sie fast überall wild wachsend in der freien Natur. Daher ist der Schwarze Holunder schon seit prähistorischen Zeiten fester Bestandteil unserer Kultur. Seine Blüten, Beeren, Rinde und Wurzeln wurden zu Heilmitteln verarbeitet, mit seinen Beeren färbte man sich die Haare schwarz und natürlich wurden die Beeren auch seit jeher als vitaminreiches Nahrungsmittel verwendet.
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Hallo Heiner
Jetzt ist mir klar, warum Ikea seinen Holundersirup mit FLÄDERSAFT anschreibt. Zuerst habe ich mich gefragt, ob sich Fliederblüten auch zu Sirup oder Gelee verarbeiten lassen. Ein Blick auf das Kleingedruckte verschaffte Klarheit.
Grüsse Peter