Johannisbeeren vermehren

Eine weitere Beerenart, die jetzt im Moment leicht vegetativ vermehrt werden kann, ist die Johannisbeere. Wir haben insgesamt drei ganz unterschiedliche Methoden ausprobiert, Johannisbeeren zu vermehren, nämlich die Vermehrung durch Steckhölzer, die Vermehrung durch Abrisse und die Vermehrung (den Profi-Gärtnern wird es dem Magen umdrehen) durch Teilung.

Johannisbeeren durch Steckhölzer vermehren

Die “normale” Methode Johannisbeeren vegetativ zu vermehren ist eigentlich die Vermehrung durch Steckhölzer. Diese Methode wendet man an, wenn man sowieso gerade dabei ist, die Johannisbeeren auszuschneiden, also entweder jetzt direkt nach der Ernte oder im Herbst (September). Man nimmt dazu diesjährige Zweige und teilt sie in 15 bis 20 Zentimeter lange Steckhölzer. Jedes Steckholz soll so um die 6 Augen haben. Die Blätter und auch die Triebspitze werden entfernt und das Holz dann schräg mit etwa zweidrittel seiner Länge in die Erde gesteckt. Ich weiß nicht genau, wieso es besser ist die Hölzer schräg in den Boden zu stecken, sie wachsen so aber tatsächlich besser an. Logischerweise müssen die Steckhölzer “richtig herum” in die Erde gesteckt werden. Wir haben es nicht versucht, aber auf dem Kopf stehend werden sie sich wohl nicht bewurzeln.

Johannisbeeren durch Abrisse vermehren

Eine Methode, die wir hier früher einfach immer nur Häufeln genannt haben, bezeichnet man in der Gartenliteratur als Vermehrung durch Abrisse. Abrisse erhält man, wenn man den Johannibeerbusch ganz zurückschneidet. Dadurch regt man ihn dazu an, viele neue Triebe zu bilden. Nach dem Schnitt wird der verbleibende Rest der Pflanze ordentlich angehäufelt. Jeder der neu entstehenden Triebe bildet nun oberhalb der alten Wurzel seine eigenen Wurzeln und kann im Herbst durch Abreißen (daher Abriss) oder Abschneiden von der Mutterpflanze getrennt und an anderer Stelle wieder eingepflanzt werden.

Johannisbeeren durch Teilung vermehren

Das Teilen von Johannisbeeren habe ich nirgends in meinen Gartenbüchern gefunden, ich kann aber berichten, dass auch das recht sicher funktioniert. Der Johannisbeerbusch fällt natürlich nicht einfach auseinander, nachdem man ihn zunächst zurückgeschnitten und dann ausgegraben hat. Im Gegenteil, mann muss bei der Teilung ziemlich rabiat vorgehen. Trotzdem sind bei uns alle Teile problemlos angewachsen und haben sich zu großen Büschen entwickelt.

Fazit

Alle diese Methoden zur vegetativen Vermehrung von Johannisbeeren haben bei uns eigentlich gut funktioniert. Bei der Vermehrung durch Steckhölzer passiert es schon mal, dass sich einzelne Hölzer nicht bewurzeln, aber trotzdem würde ich diese Methode bevorzugen, weil sie ganz einfach durchzuführen ist. Bei allen Methoden ist es natürlich wichtig, dass der Boden über längere Zeit ständig feucht gehalten werden muss.

3 Kommentare zu Johannisbeeren vermehren

  • w.becker-adam

    Eine Variante der Vermehrung durch Abriß ist die Vemehrung durch Absenker. Ein Ast wird zu Boden gebogen und in die Erde eingegraben.
    Nach ca. einer Vegetationsperiode sticht man den Absenker vor der Stelle, an der er in die Erde geht, ab. Der Absenker ist dann eine
    fertige Pflanze mit eigenen Wurzeln und kann versetzt werden.

  • Hi,

    also danke erst mal für den tollen Artikel.
    Ich hab auf dem Balkon 2 Johannisbeeren seit diesem Jahr stehen (sind inzwischen beide einen Meter hoch) und würde sie gerne vermehren. Was meint ihr? Soll ich noch bis nächstes Jahr warten?
    Früchte haben die noch nicht wirklich getragen (die schwarze Johannisbeere hatte eine Frucht)

    Gruss:Michael

  • Maria

    Ich habe auch schon ganz aus Versehen meine Jostabeeren vermehrt – ich hatte den Strauch nach der Ernte zurückgeschnitten, und die schönen langen Ruten als Kletterhilfe ins Zuckererbsenbeet gesteckt. Als ich im Spätherbst die Beete freigeräumt habe und dabei die Kletterhilfen rausziehen wollte, hatten die Wurzeln geschlagen … ich hab sie dann vorsichtig ausgegraben und verpflanzt.

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