Quitten vierteln und entkernen…

Wenn man es so liest, hört es sich ganz einfach an. “Quitten vierteln und entkernen.” Nachdem man es mit 35 Quitten gemacht hat, ist es auch recht einfach. Bis dahin hat man sich aber möglicherweise schon alle zehn Finger abgeschnitten. Da ich bei der Zubereitung unserer Quittenmarmelade für diesen Teil zuständig war, plaudere ich jetzt mal etwas aus dem Nähkästchen:

1. Quitten vierteln

Quitten viertelnQuitten sind noch verdammt hart, wenn sie erntereif sind! Wenn man die Quitten wirklich vierteln will, dann muss man mehrmals durch das Kerngehäuse schneiden und das ist sogar noch viel härter als der Rest der Frucht. Man braucht also ein richtig scharfes Messer. Falls nötig muss man es bei einer solchen Aktion zwischendurch mehrmals mit dem Wetzstahl bearbeiten.

Zaghaftes Sägen führt da nicht zum Erfolg. Die einzige für mich brauchbare Methode war es, das Messer beherzt mit beiden Händen und ordentlich Schmackes durch die Frucht zu drücken.

2. Quitten entkernen

Auch gegen das Entkernen wehrt sich die Quitte mit allen Kräften. Nach einiger Zeit hatte ich dann aber auch für dieses Problem eine Lösung gefunden. Man schneidet die geviertelte Quitte vom Stielansatz her vorsichtig mit einem scharfen Messer an (Bild 1) , schneidet weiter bis direkt unter das Kerngehäuse (Bild 2) und hebelt das Kerngehäuse dann mit dem Messer heraus. Die an der Quitte verbleibende Haut (Bild 3, leider etwas unscharf) ist relativ weich und kann anschließend leicht in einem Stück herausgezupft werden. Zum Schluss wird noch der Blütenansatz abgeschnitten.

Quitten entkernen I

Quitten entkernen II

Quitten entkernen III

Zunächst dachte ich ja noch ich sei der einzige, dem das Teilen und Entkernen der Quitten solche Probleme bereitet. Wenn man im Internet nach “Quitten vierteln” sucht, dann findet man erstmal nur Rezepte für Quitten-Gelee und Quitten-Marmelade usw. Auf den hinteren Seiten begegnen einem dann aber auch häufiger Diskussionen wie diese bei chefkoch.de. Sehr interessant, auf welch unterschiedliche Ideen die Leute kommen ;-)

Siehe auch:

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9 Kommentare zu Quitten vierteln und entkernen…

  • Peter

    Danke!
    Sehr schön informativ geschrieben und bebildert! Werde mein Glück versuchen!

    • Lackner

      Nach 2 Quittenernten und entsprechenden Verwundungen beim Vierteln der Quitten war die Problemlöseung eigentlich ganz einfach nach dem Motto: Einem Ingeniör ist nichts zu schwör.
      Man nehme
      1. ein übliches Kunststoff – Schneidebrett ca 30 x 40 cm mit
      4 Auflagenoppen, damit unten eine Mutter Platz hat,
      2. ein Santokumesser 18 cm Edelstahl, Asien Line, welches eine leicht gebogene Schneide hat und über der Schneide eine Reihe von 6 mm großen Löchern (wichtig) und
      3. 2 x Winkeleisen (eine Seite mindestens 8 cm lang)
      und 1 x M6 – Schraube
      Vor – Montage: Man setze die 2 Winkel auf das Brett mit den vertikalen Winkeln gegeneinander. Jetzt wird das Messer zwischen die 2 vertikal stehenden Teile der Winkel derart geführt, dass die Messerspitze mit dem ersten Loch vorne zwischen den veretikalen Winkeln liegt und der hintere Teil der Schneide, der etwa waagerecht ist, auf dem Brett aufliegt. Dieser Zustand muss fixiert werden. Jetzt wird der Punkt ermittelt, wo ein 6 mm Loch durch die 2 vertikalen Winkel derart gebohrt werden muss, dass der Bohrer auch durch das erste Loch vorne über des Messers Schneide geht. Damit ist das Prinzip klar: Wir haben ein Messer als geführter Hebel zum Zerteilen der harten Quitten. Je schmäler die vertikalen Winkel sind, je größer können die Quitten sein.
      Montage: Die 2 Löcher in die vertikalen Winkel bohren. Jetzt das Messer zwischen den 2 vertikalen Winkeln festschrauben. Dann die horizontalen, also auf dem Brett liegenden Winkel auf das Brett so eng schrauben, dass das Messer gut geführt wird. Fertig! Damit die Winkel – so sie nicht sehr widerstandsfähig sind – nicht ausleiern beim harten Einsatz, kann man am oberen Rand der vertikalen Winkel ebenfall, dieses Mal ein etwas kleineres Loch durch beide veretikalen Winkel bohren und mit einer kleinen Schraube die Winkel oben zusammenhalten. Zugleich dient diese Schraube als Anschlag, d.h., die vertikalen Winkel müssen lang genug sein!
      Das Vierteln ist jetzt Sache meiner Frau, da es die leichteste Arbeit ist und am schnellsten geht.
      Bekommt man kein Santokumesser, muss man sehen, wie man ein Loch in eine Messerspitze bohrt oberhalb der Schneide.

  • klaus kirst

    Hi, habe mit Interesse die interessanten Beiträge gelesen, super!
    Nachdem wir uns auch schon jahrelang die Finger an Quitten rot geschnitten haben, haben wir diesmal die Quitten mit der elektrischen Brotschneidemaschine der Länge nach geschnitten. Das spart Kraft, das Kernhaus kann man jetz mit einem Kernhausausstecher für Äpfel entfernen, Blüte und Stil lassen sich mit minimalen Verlust von der Frucht herausholen und z.B. bei Gelee wird der Dampfentsafter besser, weil dichter gefüllt – und es geht schneller.
    Viel Spaß nach dieser Saison
    Klaus

  • E. Thaidigsmann

    Als “alte Hausfrau” ein Tipp zum Zerteilen der Quitten:
    Ich schneide die Quitten mit der Brotschneidemaschine in Scheiben und koche sie, nachdem
    ich sie mit einem Tuch abgerieben und gewaschen habe, samt Kernhaus weich und passiere
    sie dann.

  • Heinrich

    Hallo,Quittenfreunde
    Hört Euch meine Quittengeschichte an(nichts für Puristen):
    Also um es vorweg zu sagen, ich entkerne die Quitten und schneide sie in Stückchen.Wenn ich meinen ganz großen Kochtopf 3/4 voll habe, gebe ich einen guten Liter Wasser hinzu.Darüber hinaus kommt aber auch noch ein guter halber Liter Weißwein dazu.Die Quitten werden weich gekocht und dann kommt alles in den Dampfentsafter. So gewinne ich eine größere Menge Saft. Diesen lasse ich dann über Nacht kalt werden.Den Saft kann man dann portionsweise abmessen und dann beginnt das große Experimentieren. Der Phantasie ist dabei keine Grenze gesetzt.
    Diesmal habe ich denn eine Portion des kalten Saftes (nachdem ich ihm die entsprechende Menge Gelierzucker 1:3 hinzugefügt hatte) mit folgenden Gewürzen versehen:
    1Päckchen Orange-Back (z.B. Dr. Oetker),
    1TL gemalenen Zimt,
    1Tl gemalenen Ingwer,
    1/2Tl gemalenen Anis.
    Danach erfolgt das ganz normale Aufkochen des Saftes, wobei man das Abschöpfen des Absudes nicht vergessen sollte. Die weitere Verarbeitung des kochenden Gelees brauche ich Euch ja nicht zu schildern.
    Heraus kam ein wunderbar duftender Gelee und das Gefühl, ich müsste jetzt dringend auf den Speicher steigen um den Christbaumständer und die Krippe heraus zu kramen. Deshalb nannte ich diese Kreation
    “Heinrichs Weihnachtsquitten-Gelee”.
    Puristen mögen mir jetzt entgegnen, dass durch die Hinzugabe der angegebenen Gewürze der typische Quittengeschmack verloren ginge. Das stimmt nur bedingt. Man wird aber durch den wunderbaren Geschmack dieser Mischung wieder versöhnt. Ach so, noch eins.
    Der Gelee wird trotz der pulverisierten Gewürze nicht trübe, wenn man gründlich entschäumt.
    Nun bleibt mir nichts Anderes mehr übrig als Euch zuzurufen:
    “Nur zu, traut Euch es auszuprobieren!”

  • Bea

    man kann aber auch warten bis die Quitten etwas weicher geworden sind; dann kann man sie besser bearbeiten….

  • Bea

    habe das jetzt schon im vierten Jahr ausprobiert und es geht gut.
    Ich mache übrigens immer Quittenmus; gemacht wie Apfelmus.
    Schmeckt 3mal besser.

    • In diesem Jahr haben wir etwas später geerntet (gelbe Schale, die ersten Früchte fielen gerade runter). Irgendwie fand ich sie immer noch extrem hart. Wenn man zu lange wartet, dann werden die Früchte ja braun. Ich glaube geschmacklich ist das gar nicht mal so schlimm, sieht aber nicht so schön aus.

      Quittenmus? Klingt interessant! Wie funktioniert das? Einfach wie Apfelmus – Kochen, Stampfen, Zucker dazu, fertig?

  • renate

    Quittenmarmelade mache ich immer wie Apfelmus, Kochen mit Zauberstab pürieren, 3 zu 1 Gelierzucker und ab ins Glas, schmeckt phantastisch, kann man auch pur essen wie Apfelmus

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