Kennst Du das auch? In Deinem Garten steht eine Pflanze, die Du schon seit frühester Kindheit kennst, die Du jederzeit und überall sofort wiedererkennen würdest und trotzdem hast Du nicht die geringste Ahnung, wie sie heißt?
Mir ging das bis gestern so mit der Mahonie. Natürlich gibt es dafür auch einen Grund. Als Kinder wurde uns regelmäßig eingebläut, dass die Früchte der Mahonie fürchterlich giftig sind und dass man einen qualvollen Tod stirbt, wenn man sich den Sträuchern nur nähert. Offenbar habe ich mir das so zu Herzen genommen, dass ich den Mahonien seither nur sehr wenig Aufmerksamkeit geschenkt habe.
Und was muss ich da nun gestern lesen? Man kann aus den Früchten der Mahonie wohlschmeckende Marmeladen und Gelees herstellen.
Bisher habe ich der Mahonie dermaßen wenig Aufmerksamkeit gewidmet, dass ich auf die Schnelle in unserem Bildarchiv noch nicht einmal ein brauchbares Foto dieser Pflanze finden konnte. Dieses Bild stammt aus dem Bloomday-Artikel vom April diesen Jahres. Es zeigt die gelben Blüten der Mahonie zwischen den knallroten Blüten einer Zierquitte (deren Früchte man übrigens ebenfalls essen kann, dazu aber ein anderes Mal).
Die Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium) ist ein immergrüner Strauch aus der Familie der Berberitzengewächse. Sie bildet im Frühjahr auffallend gelbe Blüten und später blaue Beeren. An ihren Blättern bildet sie ilex-artige Stacheln. Ursprünglich stammt die Mahonie aus Nordamerika, wo sie im US-Bundesstaat Oregon sogar zur “Staatsblume” ernannt wurde. Hier in Europa wurde sie als Zierstrauch eingeführt.
Die Mahonie verbreitet sich sehr leicht durch Absenker und unterirdische Wurzelausläufer. Ihre Samen werden durch Vögel in der Umgebung verteilt, so dass sie zu den invasiven Neophyten gezählt werden muss. Bei uns verbreitet sie sich zum Beispiel problemlos unter dem dichten Blätterdach der Rhododendren.
Ohne weitere Behandlung ist die Mahonie nicht genießbar. Fast alle Pflanzenteile enthalten zum Teil recht hohe Anteile an giftigen Alkaloiden. Allerdings enthalten die Beeren nur sehr wenig dieser Alkaloide – sie sind also essbar. Leider musste ich im Selbstversuch feststellen, dass sie deshalb noch lange nicht genießbar sind – sie schmecken roh echt scheußlich!
Die Erntezeit für die Beeren ist jetzt offenbar schon vorüber, denn sie sind schon etwas eingetrocknet und sehen nicht mehr besonders appetitlich aus. Die Blätter beginnen auch schon so langsam sich rot zu färben. Im Kalender für das kommende Jahr habe ich aber schon einen festen Termin für eine “Mahonien-Gelee-Aktion” eingetragen.
Weblinks:
- Biogärtner – Mahonie
- Wikipedia – Mahonie
- heilkraeuter.de – Mahonie
- Dplomarbeit von Andreas Zeitlhöfler – 4.11 Mahonia aquifolium – Die Gemeine Mahonie
- Chefkoch – Kirsch – Mahonien – Gelee
Werbung:
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- Farbatlas Gehölzkrankheiten: Ziersträucher und Parkbäume von Heinz Butin
- Invasion Success by Plant Breeding: Evolutionary Changes as a Critical Factor for the Invasion of the ornamental plant Mahonia aquifolium von Christel Anne Ross












Ein wunderschönes rot-gelbes Foto. Die Mahonie kenne ich zwar, aber sie gefällt mir nicht, vielleicht zu unrecht, aber sie ist so eine von denen für öffentliche Grünflächen.
Genauso geht es mir eigenartigerweise auch. Ich finde die Pflanze irgendwie langweilig.
lg Mailin
Na, interessant. Ueber die Mahonie habe ich auch gerade einen Post gemacht. Hier gehoert sie natuerlich hin, und so ist’s kein problem wenn sie sich ein bisschen verbreitet.
Allerdings hoffe ich dass die Beeren den Voegeln schmecken, fuer Gelee habe ich bestimmt nicht genug Beeren.