Gojibeeren vermehren

Ich zitiere mal kurz aus einem Fred im Forum von garten-pur de. Der Benutzer Staudo schreibt dort:

Heute habe ich mit einem Baumschuler gesprochen, der gerade 500 Bocksdorn für eine größere Baumschule mit Endverkauf geladen hatte. Er hat nur mit dem Kopf geschüttelt, wie man so etwas in einen Kleingarten pflanzen kann.

So langsam kommen mir auch Zweifel, ob es schlau war, die Gojipflanzen bei uns im Garten anzusiedeln, denn sie haben offenbar das Potential zu einer invasiven Art zu werden und sie lassen sich extrem leicht vermehren. Wenn man dann auch noch den Vorschlag ein paar Beiträge darunter liest, sie einfach im Garten auszurupfen und an den Waldrand zu pflanzen muss man wirklich an der geistigen Reife einiger unserer Hobbygärtner-Kollegen zweifeln.

Gut, wie vermehrt man Gojipflanzen? Das funktioniert so ähnlich wie bei Erdbeer- oder Himbeerablegern – man schmeißt Schnittgut auf den Kompost und es wächst freudig an.

OK, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber wir mussten unsere zugekaufte Gojipflanze schon im ersten Jahr zwei mal zurückschneiden. Beim ersten mal (im Juni) haben wir aus dem Schnittgut einige ca. 15 Zentimeter lange Stecklinge geschnitten und einfach etwa fünf Zentimeter tief in Töpfe bzw. direkt in den Boden gesteckt. Sowohl alle Kopfstecklinge als auch alle Stecklinge aus dem leicht verholzten Teil der Sprossachse haben sich sofort bewurzelt. Bis auf wenige Ausnahmen sind auch alle durch den doch recht strengen und insbesondere langen Winter gekommen und tragen schon wieder üppig Blätter.

Aus einer der Gojipflanzen, die wir aus Goji-Knabberbeeren heran gezogen hatten, haben wir ebenfalls einen Steckling geschnitten – auch der ist angewachsen und hat den Winter überstanden.

Logischerweise haben wir die Stecklinge am Anfang täglich gegossen und ihnen hin und wieder gut zugeredet, andere Maßnahmen waren aber nicht nötig.

Gojibeeren

Gojibeeren (links selbst aus Samen gezogen, rechts gekaufte Pflanze)

Übrigens ist die weit ausladende Wuchsform mit langen Trieben zwar bei beiden Arten (Sorten?) gleich, ansonsten unterscheiden sie sich aber stark. Die aus Samen gezogenen Pflanzen bilden dünne, längliche, matte, leicht silbrige Blätter und sie wachsen ziemlich verhalten. Die gekaufte Pflanze bildet dagegen üppige, etwas breitere und saftig grüne Blätter. Wie ich früher schon mal geschrieben habe, bin ich weiter davon überzeugt, dass es sich dabei um unterschiedliche Lycium-Arten handelt. Aber welche?

Siehe auch:

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6 Kommentare zu Gojibeeren vermehren

  • Gojibeeren-Gärtner

    Mein Gojibeerenstrauch wird immer wieder von Läusen befallen. Wissen Sie, was man da machen kann? Spritzen will ich auch nicht, da ich die Früchte ja noch essen will…

    Grüße
    Oliver

    • Blattläuse bekämpft man am Besten, indem man vorbeugend Nützlinge (Marienkäfer, Ohrwürmer, Schwebfliegen, Florfliegen, Schlupfwespen usw.) schützt und fördert.

      Wenn man schon Blattläuse hat, dann kann man sie mit einem scharfen Wasserstrahl herunter spritzen. Oder man sprüht sie mit einer Schmierseifen-Lösung ein, wie wir es in unserem Artikel zur Blattlausbekämpfung beschrieben haben.

  • Alois Sigrist

    Hallo, ich möchte gerne Gojiabeeren Sweet Love anpflanzen. Wo kann ich Setzlinge oder Samen kaufen. Besten Dank für Ihre Bemühungen.
    Mit freundlichen Grüssen. Alois Sigrist

  • Jasmin

    Es gibt zwei bekannte Arten mit essbaren Beeren:

    Lycium barbarum (Gemeiner Bockshorn): wird mehrheitlich im Handel angeboten.

    Lycium chinense (Chinesischer Bocksdorn): sozusagen das “Original”, das viel seltener zu finden ist.

  • Roland

    Hallo,
    ich habe soeben meine ersten Beeren geerntet.
    Gleichzeitig und eigentlich die ganze Zeit nach dem Austrieb kämpfe ich mit den unzähligen Wurzeltrieben, die sich in einem Umkreis von ca. 6m um die Hauptplanze ausbreiten.
    Wenn ich den neuen Trieb absteche, erwische ich zwar immer einen Teil der Wurzel, das mach der Hauptpflanze aber überhaupt nichts aus.
    In meinen Augen ist das Unkraut pur, obwohl ich die Früchte sehr gerne frische verwende und auf das gekaufte und getrocknete Produkt verzichte.

    Gruß aus Hessen

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