Maibeere (Kamtschatkabeere)

Bei der Maibeere handelt es sich wieder einmal um eine der Pflanzenarten, bei denen die Namensgebung noch nicht endgültig abgeschlossen zu sein scheint. Bei uns ist sie unter den Namen Kamtschatkabeere, Doppelbeere, Honigbeere oder eben Maibeere bekannt. Allerdings scheint der Begriff Maibeere inzwischen etwas problematisch zu sein – zumindest wurde Markus im vergangenen Jahr abgemahnt, weil ein Mitbewerber sich diesen Begriff warenzeichenrechtlich hatte schützen lassen. Da ich nicht weiß, ob “Deutschlands fünftältestes Versand-Haus” nur Mitbewerber abmahnt, oder auch Blogger, heißt die Maibeere hier sicherheitshalber lieber Kamtschatkabeere.

Auch beim botanischen Namen geistern unterschiedliche Versionen herum, die deutschsprachige Wikipedia spricht von Lonicera kamtschatica. Für die englischsprachige Wikipedia ist die Kamtschatkabeere dagegen eine Varietät der Blauen Heckenkirsche mit der Bezeichnung Lonicera caerulea var. kamtschatica. Mir soll es egal sein, Hautpsache sie schmeckt.

Die Kamtschatkabeere gehört zur Gattung der Heckenkirschen (Lonicera) in der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Damit ist sie nur sehr entfernt mit der Heidelbeere (Heidekrautgewächse) verwandt, obwohl die Beeren der Kamtschatkabeere in Aussehen und Geschmack etwas denen der Heidelbeeren ähneln.

Wie der Name schon sagt, stammt die Kamtschatkabeere ursprünglich aus Kamtschatka, einer großen Halbinsel in Ostsibirien. Die Kamtschatkabeere ist extrem winterhart. Ihre Blüten überstehen auch stärkere Fröste. Der Strauch selbst soll Temperaturen bis minus 50 Grad schadlos überstehen.

Auch sonst ist die Kamtschatkabeere sehr anspruchslos. Sie stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden und sie wird auch nicht von speziellen Krankheiten oder Schädlingen heimgesucht.

Blühende Maibeere

Blühende Kamtschatkabeere

Die Beeren der Kamtschatkabeere werden zwar schon früh vor den ersten Erdbeeren reif, aber der Name Maibeere ist wohl doch etwas optimistisch gewählt. Realistischer wäre wohl der Name Endemaibeere gewesen. Unsere Kamtschatkabeere bildet zwar schon seit Mitte April fleißig immer neue zart duftende Blüten, Beeren sind bisher allerdings noch nicht zu sehen. Entweder wurden die schon von den Vögeln vertilgt oder die Blüten wurden nicht befruchtet, weil wir nur einen Strauch haben. Angeblich soll die Befruchtung bei der Kamtschatkabeere besser klappen, wenn man zwei Sträucher verschiedener Sorten nebeneinander stellt.

Siehe auch:

Weblinks:

12 Kommentare zu Kamtschatkabeere (Maibeere)

  • Bei uns läuft sie auch unter “Lenzbeere”. Wir haben drei Sträucher seit einigen Jahren. Die Ernte ist äußerst mäßig, obwohl wir verschiedene Sorten zwecks besserer Befruchtung gepflanzt haben. Trotzdem würde ich sie wieder pflanzen. Sie kommen mit wenig idealen Bedingungen zurecht und erfreuen uns ja doch hin und wieder mit ein paar unerwarteten Naschbeeren, wenn es noch keine anderen reifen Beeren im Garten gibt.
    Liebe Grüße, Margit
    PS: Jetzt hab ich besagten Abmahnbeitrag gelesen. Auch “L……..” als Bezeichnung ist geschützt. Wenn das so weitergeht, werden wir in einigen Jahren eine neue Sprache erfinden müssen.

  • Frickerpeter

    Ich habe mein Maibeerbusch vor 5 Jahren gepflanzt und auch bei mir ist die Ernte sehr bescheiden, die wenigen Beeren sind aber sehr lecker. Möglicherweise liegts an den Vögeln, aber vielleicht ist es diesen Sibiriern bei uns einfach zu warm. Ich habe im letzten Sommer noch eine Jungpflanze einer anderen Sorte danebengestellt und bin gespannt auf die diesjährige Ernte. Blüten hat es jetzt schon ziemlich viele. Wenn nur aus jeder fünften Blüte eine Frucht wird bin ich schon zufrieden.

    • Frickerpeter

      Update: Das mit dem zweiten Maibeerbusch hat gut geklappt. Im nachfolgenden Sommer war die Ernte viel reichlicher. Der zweite Busch ist eine etwas andere Sorte und hat etwas grössere, rundere Beeren und etwas rundere und hellere Blätter. Unterdessen sind wir umgezogen; ein Busch war im Topf und ist mitgekommen, daneben steht jetzt ein neuer, der ist aber noch ziemlich klein.

  • Petra

    Ich habe im letzten Jahr drei Sträucher gepflanzt, die unter dem Namen. L…beere verkauft wurden und eine Beere, die ich als M…oder Kamtschatkabeere erhielt. Die drei sehen aus wie auf dem Bild und hatten bereits im ersten Jahr geblüht. Die Kamtschatkabeere hat etwas spitzere Blätter ist etwas dunkler und nicht ganz so frohwüchsig (sie blühte in diesem Jahr noch nicht einmal. Außerdem hat sie Stacheln…?) Daher bin ich darüber irritiert, dass es sich tatsächlich um die selbe Beere handelt. Der Ertrag der drei L-Beeren ist in diesem Jahr sehr klasse. Sie werfen allerdings sehr früh ihre Beeren ab (vielleicht zu viele, gegossen hatte ich sie anfürsich sehr gut). Geschmacklich finde ich sie ein wenig sauer, erinnert mich tendentiell eher an Schlehe.

    • Huch, wie Schlehen? Bei uns würde das bedeuten, dass sie vor dem Frost ungenießbar wären ;-)

      Unsere Kamtschatkabeere trägt in diesem Jahr auch reichlich. Bis jetzt sind die Beeren aber noch grün. Hoffentlich fallen sie nicht wieder ab, bevor wir probieren können.

  • hans

    Ob der Name geschützt ist oder nicht ist doch shit egal solange man ihn nichts unter dem Namen verkauft!
    Du kannst dir auch ein T-Shirt mit einem Markennamen für dich selbst machen solange du es nicht verkaufst.

    • OK, ich hoffe, Du hast da recht ;-)

      Es ist echt irre, für was Leute schon abgemahnt wurden. Stell Dir folgende (hypothetische) Situation vor: Ich schreibe hier völlig naiv aber ausführlich über eine Beere namens Maibeere. Nach ein paar Tagen wird der Artikel über Google gefunden und die kontextsensitive Werbung (die wir hier ja schalten) ist bis oben hin voll mit Maibeere-Angeboten. Möglicherweise so voll, dass der Inhaber der Namensrechte ängstlich wird. Ich wäre mir nicht sicher, ob der nicht doch auf die Idee käme uns abzumahnen. Und auch nicht, wie wir darauf reagieren würden.

  • HannesK.

    Und wo stehen jetzt die Rezepte zur Maibeere ???

    • Die paar Beeren, die wir bis jetzt geerntet haben, reichen leider nicht annähernd für ein Rezept ;-)

      • Jutta

        Mein Tipp kommt ein bisschen spät, aber vielleicht habt Ihr heuer ja wieder Mai/Honig/Kamtschatkabeeren. Ganz wenige Beeren reichen für Tarteletts aus. Dazu verwende ich Mürbteig (zB 150 g Mehl, 100 g Butter, 75 g Staubzucker, 1 Eigelb), rolle den dünn aus und backe ihn “blind” in ganz kleinen Tartelett- oder Schiffchenförmchen. Nach dem Abkühlen mit Konditorcreme oder Vanillepudding oder Schlagobers (geschlagene Sahne) füllen und die Beeren draufsetzen. Mit Staubzucker (Puderzucker) bestreuen. Fertig. Wenn die Tarteletts nicht sofort aufgegessen werden, ist es besser, sie innen mit aufgelöster Schokolade zu bestreichen, damit der Teig nicht matschig wird und die Beeren mit Gelee dünn zu überziehen (Tortengelee aus der Tüte oder aufgewärmtes Apfel-/Johannisbeer-/Quittengelee oder was die Vorratskammer sonst hergibt.)

  • manfred

    Die Ernteerträge sind eigentlich gut, aber die Amseln sind sehr eifrige “Erntehelfer”. Ich bedecke deshalb die Sträucher bevor die ersten Beeren blau werden mit einem Vogelnetz, das garantiert den Ernteerfolg.

  • williboy52

    Habe gerade von meinen zwei Büschen ( 2 und 3 Jahre alt) 900g geerntet
    nachdem der Fruchtfall losging.Sie schmecken sehr herb und sind roh nicht mein Fall (von wegen “Honigbeere).Jedoch als Marmelade mit Gelierzucker 1:1 unschlagbar lecker

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.