Gojibeeren gehören nicht in den Garten!

Ich habe mich zwei Jahre lang gesträubt, dieser Tatsache ins Auge zu sehen, aber jetzt bin ich endgültig sicher – Gojibeeren sind definitiv nix für einen normalen Hausgarten!

Gojibeere

Gojibeere Ende April

Zugegeben, jetzt im Frühjahr sieht der Busch noch recht ansprechend aus. Kurz zur Orientierung: Bei dem großen Busch in der Mitte handelt es sich um die Goji-Pflanze, die wir vor ziemlich genau zwei Jahren bei Rühlemanns gekauft hatten. Rechts davor steht eine (jetzt noch) kleine Goji-Pflanze, die wir ebenfalls vor zwei Jahren selbst aus Knabber-Gpojibeeren gezogen hatten.

Beide Pflanzen sind natürlich nicht von selbst in diese Form gewachsen, sondern wir haben sie beschnitten, und zwar häufig und heftigst. Die große Pflanze wurde in der vergangenen Vegetationsperiode drei mal beschnitten, weil man sich dort einfach nicht mehr bewegen konnte. (Gojibeeren heißen auf Deutsch nicht umsonst Bocksdorn – sie haben ziemlich viele ziemlich spitze Stacheln.) Zusätzlich wurde die Gojibeere in der Ruhezeit im frühen Frühjahr noch einmal beschnitten. Unter anderem wurden dabei mehrere Triebe entfernt, die wir versuchsweise stehengelassen hatten und die inzwischen eine Länge von 4,5 Meter (in Worten viermeterfuffzich) erreicht hatten. Logischerweise wachsen die Triebe der Gojibeere nicht aufrecht, sondern sie wachsen flach am Boden entlang und bilden überall Wurzeln (und damit neue Pflanzen). Ich denke, wenn man sie ein paar Jahre in Ruhe lässt, dann überwuchern sie ganze Gärten.

Gojitriebe

Triebe der Gojibeere

Wenn ich mir jetzt schon wieder anschaue, mit welcher Wucht diese Gojibeere neue Triebe bildet, die jeweils wieder viermeterfünfzig lang werden …

Die kleine selbstgezoge Goji-Pflanze stand in den letzten beiden Jahren im Gewächshaus. Genau wie ihre selbst gezogenen Geschwister, die wir im Freiland angesiedelt hatten, hat sie sich weit weniger üppig entwickelt. Das hat aber auch sie nicht daran gehindert, extrem lange Triebe zu bilden, die ich bei dieser Pflanze erst vor ein paar Tagen (vor dem Herauspflanzen) zum letzten Mal zurückgeschnitten habe.

Übrigens blüht die große Gojibeere in jedem Jahr zaghaft, Beeren konnten wir aber bisher leider noch nicht ernten. Ich vermute, das liegt daran, dass wir die entsprechenden Triebe vorher abschneiden mussten, um an die dahinter stehende Kamtschatkabeere zu gelangen.

Fazit: Gojibeeren sind für einen normalen Hausgarten völlig ungeeignet. Und wer solche Pflanzen einfach irgendwo an den Waldrand pflanzt, weil er sie im Garten nicht in den Griff bekommt  (wie ich es tatsächlich in einem Gartenforum gelesen habe), dem sollte die Lizenz zum Gärtnern umgehend ganz entzogen werden.

Siehe auch:

16 Kommentare zu Gojibeeren gehören nicht in den Garten!

  • Conny

    Von Gojibeeren habe ich noch nie gehört. Da bin ich wahrscheinlich noch zu sehr Anfänger, aber der Hinweis macht Sinn.
    Danke aus Bayern
    Conny

  • Ist ja interessant! Gut, dass wir das Experiment gar nicht erst angefangen haben…

    Aber sag mal: was wäre an einer Gojibeeren-Hecke am Waldrand denn so schlimm? Ich meine, Brombeeren wuchern auch zu riesigen Hecken und als Spaziergänger freut man sich zur Erntezeit über wohlschmeckende Beeren… ?

    • Naja, zumindest unsere Exemplare wachsen weit agressiver als Brombeeren. Da es hier keinen natürlichen Bocksdorn gibt (in Süddeutschland ist das wohl anders) würde er vermutlich langfristig sogar die Brombeeren verdrängen. Ach ja, über den Wohlgeschmack der Beeren lässt sich auch streiten ;-)

  • Flo

    Was man bei Gojibeeren beachten sollte ist, dass man zwischen den Pflanzen mind. einen Meter Platz lassen sollte, besser mehr und dass man sie mind einmal im Jahr vor dem Winter zurückschneidet. Ausserdem tragen Gojibeerensträucher erst nach ca. drei Jahren Früchte. Also nicht verzagen, lange müsst ihr nicht mehr warten.

  • deutschmann

    mit interesse hab ich das für und wider zur gojibeeren-anpflanzung gelesen. mich hat meine chinesische freundin darauf aufmerksam gemacht, dass im heimischen ausflugsgebiet jede menge dieser sträucher stehen. so sind wir also gestern dorthin aufgebrochen und haben zwei grosse tüten voll der jungen triebe abgeknippst und gesammelt. hieraus wird tee gemacht oder sie werden ins essen gegeben. dass sie äusserst gesund sind, wird glaub ich von niemandem bestritten.
    die gekauften gojibeeren habe ich bisher auch unters joghurt gemischt oder in den kuchenteig gegeben. so ohne alles gegessen sind sie kein reiner quell der freude. aber wenn ich die gelegenheit habe, sie in meinem garten auch mal zu ernten, vergleiche ich das mit hagebutten oder holunder. auch hier wächst die gesundheit frei in der natur.
    ich habe mich jedenfalls entschlossen, die mitgenommenen triebe in die erde zu setzen. abschneiden oder entfernen kann ich sie ja immer noch, wenn sie alles in beschlag nehmen sollten.

  • mariannen broennimann

    Unsere beiden Gojisträucher wuchern nur. nach drei Jahren, obschon wir viele Bienen haben im naturnahen Garten. Wir hatten letztes Jahr zwei Beeren mit scheusslichem Geschmack und ziehen gelbe Himbeeren,-, Loganbeeren und Blaubeeren, sowie Jostas bei weitem vor.
    Wit haben beschlossen diese Bockshörner zu entfernen und freuen uns auf den freiwerdenden Platz und neue Pflanzen!
    marianne & peter broennimann

  • Ich war gestern auch bei Rühlemanns und habe mir 3 Goji Sträucher eingepackt. Wohn auch gleich um die Ecke von Horstetdt…
    Die Pflanzen waren schon recht kräftig und an der Kasse erfuhr ich, das die Pflanzen dort jetzt in einem Alter von 2 Jahren verkauft werden, weshalb man auch schon (wie ich von einigen Kunden erfahren konnte) meist im ersten Jahr ernten kann… aber so heftig beschneiden würde ich sie zum ernten auch nicht unbedingt.

    Man soll sie zum Herbst auf ca 40 bis 50 cm runterschneiden.

    Ich habe sie gerade in die Erde gesetzt und ja, ein Platzproblem gibt es wohl in jedem Garten in dem ein grüner Daumen haust!

    Man muss schon ein wenig planen und überlegen, wo sie genug Platz haben. Dabei habe ich sie einfach ziwschen ein paar Bäumen hinter ein Hochbeet gesetzt, mit je 1,50 Meter Abstand. Nach oben haben sie Platz soviel sie wollen!

    So schlimm finde ich sie dann nämlich für den Garten nicht! Sie sind super anspruchslos bei allem was einem einfällt und sie wachsen wie verrückt in jeder Erde. Und mitlerweile Felderweise in Norddeutschland. Dort sieht`s dann aus wie auf einem Weinfeld.

    Für einen Beerenstrauch ist das Verhalten mit der stacheligen Vermehrung relativ normal, verglichen mit Himbeeren sind sie, find ich noch harmlos- die sind dann Wurzeltechnisch unter der Erde unterwegs.

    Gesund sind alle Beeren, aber Gojibeeren sind auch teuer, weshalb ich sie mir anpflanze. Ist ja kein Zierstrauch in dem Sinne, eher ein Zweckstrauch oder sowas.
    Außerdem schadet Schatten auch nicht, da werden die Blätter und Beeren evtl. sogar ein wenig größer!
    Ich will sie vermehren, dann sollen sie aber in riesige Töpfe, damit ich ausprobieren kann, mit wieviel Wurzelvolumen sich die gesamte Größe in Grenzen hält, die Ernte aber noch gut ist. Das sollte man probieren – bei Platzangst oder Vermehrungsangst.

    Schade das es so wenig Erfahrungen von Gärtnern im Netz gibt… umso besser das Du Deine teilst! (Und das es so geniale Gärtnereien hier umme Ecke gibt, die sich um solche tollen Pflanzen scheren!)

  • Fran

    Vielen dank für eure Beiträge. Habe einen Bockshorn erworben und war nun sehr unsicher, wo ich ihn im Garten hinsetzen soll. Ich habe auch gelesen, das eine rizohmensperre sehr sinnvoll wäre. Ich probiere es jetzt in einer großen lücke in einer Liguster und Rosenhecke die eher wilder wachsen darf. Ich hoffe, dass es passt.

    • Ich weiß nicht genau, ob alle Arten sich da gleich verhalten, aber soweit ich das einschätzen kann ist eine Rhizomsperre nicht erforderlich. Unsere beiden Arten breiten sich kaum unterirdisch aus. Sie bilden lange oberirdische Triebe, die sich dann sehr schnell bewurzeln sobald sie den Boden berühren.

  • Ulrich Dutschke

    Für uns sind die Gojis nicht zur Last geworden; vielmehr erfreuen wir uns am vortrefflichen Wuchs und tollen Erträgen. Zugegeben: Es ist schon erstaunlich, wie sich die Pflanze unterirdisch ausbreitet und neue Triebe schiebt, ohne daß wir jemals einen Steckling geschnitten
    haben. Unsere Pflanze hat bereits im ersten Jahr nach dem Setzen wie
    irrsinnig Beeren getragen. Sie wird dann im Spätherbst auf ca. 1 m runtergeschnitten. Im Folgejahr bildet sie rasch wieder ‘Peitschen’,
    an denen sich aber reichlich Blüten bilden. Und: JEDE Blüte eine Beere.
    Die kleinen fast unscheinbaren lila Blüte garantieren während der gesamten Saison emsigen Insektenbesuch. Die Früchte verwenden wir
    ausschließlich als Beimengung zu Naturjoghurt – lecker!
    Nachdem wir beschriebene Ableger an andere Gartenfreunde weitergege-
    ben haben und uns das problemlose Anwachsen dieser Triebe bestätigt
    wurde, wollen wir jetzt die anderen reichlich vorhandenen Ableger in
    Reihe an die Südwestseite unserer Laube einbringen. Mal sehen……

  • Kati

    Ich habe meine Gojibeere bei P..ny gekauft vor ca. 2,5 Jahren und in einen Kübel reingepflanzt. Ganze 2 Jahre ging es gut, Pflanze kann man “über der Erde” schon im “Zaum” halten und immer mal schneiden. Ich habe mir daraus einen Stämmchen gebastelt (ca.70cm hoch, alles was unten ausschlägt wird entfernt), deren “Krone” immer kurz geschnitten wird. Letztes Jahr hatte ich ca. 4 Beeren, dieses Jahr müsste besser werden. Problem habe ich allerdings mit meinem Clematis, der in dem gleichen Kübel steckte. Der war nämlich schon älter und immer schön gewachsen ist. Dieses Jahr hatte es an 2 Stellen probiert, aber nicht mehr grün geworden. Gehe davon aus, dass er nicht mehr lebt. Bis jetzt habe ich mir keine Gedanken gemacht, jetzt meine ich, dass es Schuld der Gojibeere seien muss. Bis jetzt habe keine Infos über die Wurzeln dieser Pflanze gefunden. Hat da jemand Ahnung? Wie stark wuchert diese Pflanze in Wirklichkeit???

    • Die Wurzeln der Gojibeeren scheinen zwar recht konkurrenzstark zu sein, aber soweit ich es einschätzen kann, breitet sich die Pflanze vor allem über die oberirdischen Triebe aus. Vermehrung durch Triebe aus den Wurzeln scheint kein großes Problem zu sein.

      Übrigens ganz im Gegensatz zur Schlehe, da laufen bei uns noch in 5 Meter Entfernung vom Busch neue Triebe aus Wurzeln auf ;-)

  • Kati

    Heiner, danke für deine Reaktion. Mir geht es um Clematis, da ich die Gojibeere vor 2 Jahren zu dem in “seinen” Kübel eingepflanzt habe und der Clematis ist jetzt plötzlich hin. Mein erster Gedanke war, weil die Gojibeere schon schönes Stämmchen geworden ist, und relativ oft gegossen werden muss, dass er im Wurzeln Bereich den Clematis einfach “ausgemacht” hat. Da ich jetzt neuen Clematis gekauft habe, denke ich, dass die Gojibeere in einzelnem Topf die bessere Lösung ist. Wie die Gojibeere sich unter der Erde verhält habe ich nirgendwo gefunden. Mal schauen was sich da so tut, wenn ich sie umtopfe. ;-)
    Nochmals vielen Dank und eine wunderschöne Woche noch

  • PusztaGyörgy

    ich kann nur sagen “nie wieder goijbeere”. zum einen ist der ertrag bei diesem längenwachstum sehr mäßig und zum anderen wuchert das teil mit ausläufern unterirdisch dermaßen, daß ich nicht mehr herr der lage bin. das ausgraben gestaltet sich sehr mühsam, da jedes kleine wurzelteil, welches ich übersehen hatte, wieder austreibt. seit einem jahr kämpfe ich gegen die goijbeere und bin immer noch nicht fertig, da über den sommer wieder einige neue pflanzen gewachsen sind. ca. 30 m² hatte ich schon umgedreht und werde den kampf jetzt weiter führen. eine goijbeere im garten sollte man sich wirklich sehr gut überlegen, denn sie macht auch beim nachbarn nicht halt!!!

  • Gartenkarle

    Hallo, liebe Gartenfreunde “gesunder” Beeren,

    wegen eines Rheuma-Ausbruches meiner Tochter mit jungen 28 Jahren schaute ich mich nach Alternativen zu notwendig hohe Dosen Cortison um.
    Wer Cortison nimmt notwendiger Weise, weiss wovon ich Rede. Wer Hautausschlag am ganzen Körper und kein Gelenk mehr bewegen kann.
    Beides vom mit ansehen und miterleben alleine!

    Warum die Geschichte?
    Weil ich nicht nur wervolle Vogelbeeren und Hagebutten verschiedener Arten gesammelt und zu Saft, Gelee, Marmelade, Likoer testweise erstmals verarbeitet habe. Man kann alles genießen trotz “unmöglichster” Zusätze und mehr oder weniger Zucker und Hitze infrarot-ueberwacht ;-).
    Fazit: Auf Annoncen-Suche nach Ablegern oder über ige Beeren: Meldete sich leider niemand!
    Jetzt lese ich hier: Wächst wie “Unkraut”!

    Im Klebrigen, was ein ganz Schlauer hier bemängelte:
    Uebrige Wurzelvermehrer an den Waldrand, in eine freie Brache innerhalb einer Strassenkehre einzupflanzen für die Allgemeinheit ohne Garten und für gesunde Beeren: Was verhindert der Busch an der Flache negativ, wo sowieso nur Gras wächst.
    Stadt und Landesverwaltungen waren sicher – auch bei Sanddorn im “wilden Süden” normalerweise nicht wild wachsend, bei Anfragen froh den Vögel Tisch alleine schon bereichernd. Menschen noch mehr, wenn sie es wissen, wo es sie gibt.

    Wer “erwachsene” Buesche von Honig-, Goij-, und Sanddorn-Ableger nahe Waiblingen hat: Bitte melden.
    Auch, wenn ihr die Beeren nicht selbst braucht und wollt.
    Oder einfach “Verschenken gegen Ernte” oder “gegen Ausgraben”
    Doch ich las gerade auch von “Goijbeeren” oder Box dorn, den ich nicht bewusst wahrnahm bisher;
    und Honig- oder Tadschinks-Beeren.

    • Ich bin ehrlich gesagt nicht ganz sicher, worauf Du eigentlich hinaus willst.
      Solltest Du der Meinung sein, dass es OK ist einfach irgendwelche invasiven Pflanzen irgendwo in die Gegend zu pflanzen, dann muss ich dir sagen, dass Du voll und ganz daneben liegst!

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