Monilia – Spitzendürre und Fruchtfäule an Obstbäumen

Monilia Spitzendürre an einer Kirsche

Monilia Spitzendürre an einer Kirsche

Eine unserer Kirschen ist krank. Alle(!) Triebe der relativ jungen Kirsche sterben plötzlich von der Spitze her ab. Dieses Symptom ist recht eindeutig – Monilia Spitzendürre.

Was ist Monilia?

Der Begriff Monilia (auch Monilinia) bezeichnet eine Gattung von Pilzen. Eine Reihe dieser Pilze können schwere Krankheiten an Kern- und Steinobst auslösen. Die Krankheiten zeigen sich kurz nach der Blüte und äußern sich dann (wie jetzt bei unserer Kirsche) als Spitzendürre (hervorgerufen durch Monilia fructigena) oder später als Fruchtfäule (hervorgerufen durch Monilia laxa). Äußerlich unterscheiden sich diese beiden Monilia-Arten vor allem durch die Farbe ihrer Sporen. Monilia laxa bildet einen grauen Sporenrasen, während Monilia fructigena eher gelbliche Sporen bildet.

Monilia infiziert die Bäume während der Blüte. Wenn in dieser Zeit eine nasskalte Witterung herrscht kann der Pilz über die geöffnete Blüte bis ins Holz vordringen. Dort schädigt er dann die Leiterbahnen nachhaltig und die Triebspitze wird nicht mehr versorgt – sie verdorrt.

Infizierte Früchte werden von Schimmel überzogen und faulen. Sie bleiben als Fruchtmumien über den Winter am Baum hängen. Zum Teil werden die Früchte auch erst spät durch Beschädigungen in der Schale infiziert. Diese spät infizierten Früchte fangen dann oft erst nach der Ernte im Lager an zu faulen (Schwarzfäule).

Wie kann man Monilia bekämpfen

Monilia befallene Triebspitzen

Mit Monilia befallene Triebspitzen

Der Monilia-Pilz überwintert in befallenen Ästen und Früchten. Deshalb werden faule Früchte nicht einfach für die Igel in ein benachbartes Gebüsch geschmissen (haben wir bei den Äpfeln gelegentlich gemacht), sondern sorgfältig entsorgt. Im Laufe des Winters, spätestens im zeitigen Frühjahr müssen alle Fruchtmumien aus den Bäumen entfernt werden.

Befallene Äste werden großzügig bis ins gesunde Holz (mindestens zwanzig Zentimeter) heraus geschnitten. Bei den ganzen heraus geschnittenen Triebspitzen auf dem Foto blutet einem echt das Herz, aber im Fall unseres kleinen Kirschbaums war das wohl nötig.

Befallene Bäume sollten insgesamt sehr luftig geschnitten werden, damit die verbliebenen Äste nach einem Regen schnell wieder abtrocknen können.

Bei Neupflanzungen sollten widerstandsfähige Sorten gewählt werden. Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau rät in ihrem Merkblatt 1102 (PDF) bei den besonders anfälligen Sauerkirschen zu den Sorten Morina, Karneol, Safir, Favorit, Koröser Weichsel und Ungarische Traubige zu greifen.

Eine chemische Bekämpfung der Monilia ist meist nicht nötig. Diese müsste mit einem zugelassenen Mittel vorbeugend während der Blütezeit erfolgen. Gegen die Monilia-Fruchtfäule gibt es soweit ich weiß zur Zeit sowieso überhaupt kein synthetisches Spritzmittel, dass in Hausgärten zugelassen wäre. Im biologischen Anbau werden verschiedene Pflanzenstärkungsmittel (z.B. Algenextrakte, Heu-Aufguss, Meerrettich-Aufguss) eingesetzt, um die Monilia vorbeugend zu bekämpfen.

Siehe auch:

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Weblinks:

5 Kommentare zu Monilia – Spitzendürre und Fruchtfäule an Obstbäumen

  • Ich befürchte mein Kirschbäumchen hat das auch, denn einige Astzweige sind auch abgestorben und die dortigen Blüten verdorrt.

    lg kathrin

    • Bei Kirschen ist eine Verwechslung eher unwahrscheinlich, deshalb würde ich so vorgehen wie wir – befallene Triebspitzen großzügig herausschneiden und den Baum ebenso großzügig luftig ausschneiden.

      Beim Apfel (und eng verwandten Arten) könnte man die Monilia-Spitzendürre mit dem Feuerbrand verwechseln. Da muss man etwas genauer hinsehen.

  • Diese Pest hat meine Süßkirsche zum Glück nicht, dafür leider immer schlimmeren Gummifluss, auch am Stamm. :(

  • Wie es heute ist, weiß ich nicht, aber vor ca. 15 Jahren musste in Schrebergärten ein Mittel gegen Monilia gespritzt werden (nachdem alle schadhaften Pflanzenteile entfernt wurden). Sollte mir der Name wieder einfalle, poste ich ihn hier mal.

  • Kerstin

    es scheint, dass mein Pfirsich (kernecht) auch betroffen ist. Habe im vorigen Jahr 2 dieser Mumien vermutlich hängen lassen. Nun hängt der komplette Baum voll und die Spitzen sind kahl.
    Ich werde es wie hier beschrieben mal mit Meerrettichaufguss probieren- in der Blütezeit. Herzlichen Dank für den Hinweis :)

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