Kellerasseln

Eigentlich machen uns die Kellerasseln im Garten keinerlei Probleme. Eigentlich, denn im Moment sind wir etwas angefressen – die Kellerasseln fressen nämlich an unseren Paprikapflanzen herum.

Bevor ich jetzt aber ausführlich auf Methoden eingehe, um Kellerasseln radikal auszurotten, muss ich noch kurz etwas ganz grundsätzliches zum Leben auf dieser Erde loswerden. Pflanzen machen im Prinzip folgendes: Sie greifen sich Kohlendioxid aus der Luft und Wasser aus dem Boden. Mit Hilfe von etwas Energie aus dem Sonnenlicht bilden sie daraus energiereiche Verbindungen wie Zucker und Stärke. Menschen, Tiere, Pilze usw. können keine Energie aus dem Sonnenlicht aufnehmen, deshalb nehmen sie sich ihre Energie aus den energiereichen Verbindungen der Pflanzen und verwandeln sie zurück zu Kohlendioxid und Wasser.

Kellerasseln

Kellerasseln stellen sich tot

Kellerasseln ernähren sich von abgestorbener organischer Substanz. Sie sind deshalb keine Schädlinge, sondern sie sorgen dafür, dass der Garten nicht mit der Zeit meterhoch in Pflanzenresten erstickt. Es ist also ein ziemlicher Blödsinn, sie im Garten ausrotten zu wollen. Kellerasseln sind Nützlinge!

So weit, so gut. Leider können Kellerasseln auch zu Schädlingen werden.Wir hatten früher schon einmal Probleme mit Fraßschäden durch Kellerasseln in den eingelagerten Kartoffeln und im Moment fressen sie gerade Löcher in die Paprika im Garten. Das geht natürlich gar nicht!

Kellerasseln (Porcellio scaber) sind keine Insekten, sondern Krebstiere (Crustacea). Im Gegensatz zu den anderen Krebsen haben sich die Landasseln an das Leben an Land angepasst. Neben den Tracheen an ihrer Unterseite, über die sie atmen, besitzen die Kellerasseln sogar noch rudimentäre Kiemen. Diese sind aber so weit zurück entwickelt, dass Kellerasseln im Wasser ertrinken.

Trotzdem mögen es die Kellerasseln lieber etwas feucht und ganz besonders mögen sie es dunkel. Man sieht sie nur selten frei im Garten herumlaufen. Allerdings findet man sie leicht, wenn man einen beliebigen herumliegenden Stein anhebt. Sie verkriechen sich dann schnell wieder. Wenn das nicht möglich ist, dann verlassen sie sich auf ihren Rückenpanzer und stellen sich tot.

Kellerasseln bekämpfen

Paprika mit Loch

Paprika mit Einstiegsloch der Kellerasseln

Wenn man die Kellerasseln tatsächlich bekämpfen muss, dann gibt es die verschiedensten Möglichkeiten. (Das sollten sich die Kellerasseln in unseren Paprika jetzt mal genau durchlesen – dann wissen sie was ihnen demnächst blüht)

Zunächst geht man kurz das biologische Waffenarsenal durch:

  • Kellerasseln haben natürliche Feinde. Dazu gehören  besonders die Kröten und einige Vogelarten. Angeblich kann eine Kröte innerhalb weniger Tage einen ganzen Keller von Kellerasseln befreien.
  • Wenn sich irgendwo Schädlinge aufhalten, dann hat das einen bestimmten Grund – sie finden dort Nahrung und Unterschlupf. Wir können unsere Paprika wohl nicht mehr umpflanzen, aber im Keller kann man schmutzige Ecken fegen, Unterschlupfmöglichkeiten hinter Regalen säubern, eingelagerte Lebensmittel (Kartoffeln) in Sicherheit bringen usw.
  • Kellerasseln benötigen Feuchtigkeit. Manchmal kann es schon reichen, wenn man die Luftfeuchtigkeit in befallenen Räumen absenkt. Im Keller kann man dazu zum Beispiel für einige Tage die Tür zum Heizungsraum offen stehen lassen oder einen Heizlüfter aufstellen. Befallene Kübelpflanzen kann man kurz ganz austrocknen lassen.
  • Köder. Kellerasseln lassen sich leicht von halbierten Kartoffeln anlocken, deren Schnittfläche flach auf dem Boden liegt. Eines der effektivsten Köder ist ein feuchtes (nicht nasses) warmes Handtuch, dass man ihnen als Unterschlupf anbietet. Das Handtuch muss dann mehrmals täglich draußen ausgeschüttelt werden. Auch Apfelsinen und Bananenschalen, Sonnenblumenblüten oder aufgeschnittene Paprika ;-) sind beliebte Köder für die Kellerassel.
  • Angeblich sollen sich die Kellerasseln durch Gurkenschalen vergrämen lassen (was ich persönlich bezweifle)

Nur wenn das alles nichts hilft, kann man zu schwereren Geschützen greifen:

  • Kellerwände kalken
  • Auslegen von Flaschen, die mit etwas starkem Alkohol (Obstler) gefüllt sind. (Natürlich muss die Öffnung der Flasche für die Tiere erreichbar sein)
  • Klebefallen
  • Kontaktgifte

Gut, nachdem die Kellerasseln in unseren Paprika das gelesen haben, werden sie sich hoffentlich ohne lange Diskussionen verziehen.

Weblinks:

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7 Kommentare zu Kellerasseln

  • Diese Löcher kommen mir von unseren Chilis sehr bekannt vor. Hm, ich dachte die Kellerasseln fühlen sich in unserem Kompost wohl…

    Ist es OK, wenn ich den Artikel ausdrucke und einmal von innen in den Kompost hänge und zwischen die Chilis lege? Vielleicht können unsere Asseln ja auch lesen… ;-)

  • Jepp; genau das habe ich heute an meinen Paprikas auch festgestellt. Allerdings nur an einer Pflanze, da sind die Früchte über Walnussgröße nicht hinausgekommen. Und als ich genauer hinsah – bingo. Alles hätte ich vemutet, aber nicht diese urzeitlichen Kreaturen. Was soll’s, solange nur die anderen Pflanzen tragen. Wenn ich nun allerhand zum Modern auf dem Boden ausbreite, ob sie dann die anderen in Ruhe lassen?
    Liebe Grüße, Elke

  • Gut zu wissen, bis jetzt hatte ich Kellerasseln nie in Verdacht. Letztens haben sich aber Schnecken an meinem Paprika vergriffen – wie schon öfter.

    lg kathrin

  • Als ich die Löcher entdeckt hatte, habe ich auch überhaupt nicht an Kellerasseln gedacht. Aber ich habe sie auf frischer Tat ertappt! In zwei Paprikaschoten “mit Loch” waren sie gerade dabei sich häuslich einzurichten. Die Küche war offenbar schon fertig eingerichtet ;-)

    Noch so’n Ding – in fast allen Mohn-Kapseln, aus denen ich Samen ernten wollte, waren Ohrenkneifer. Keine Ahnung, warum sich die Nützlinge in diesem Jahr alle in in die Früchte zurückziehen, vielleicht liegt es an dem scheußlichen Regenwetter.

  • Bisher hatte ich mir über Kellerasseln noch nie weiter Gedanken gemacht, sie waren halt da. Die Schäden die sie anzurichten scheinen sind ja aber auch vergleichsweise der Schneckenschäden sehr gering. Und öfter mal die runden Ecken eckig fegen ist ja auch ein sehr guter Tipp, der hilft nicht nur gegen Kellerasseln.

    BG Harald

  • Jens

    ja, man muss damit leider in jedem keller rechnen. kann man nur gründlich sauber halten und ordentlich durchfegen.

  • Petra

    Im Garten haben mich die Kellerasseln bisher nie gestört, nur im Keller sind sie nun wirklich nicht zu gebrauchen. Dort habe ich es mit Klebefallen probiert. Doch statt Kellerasseln gab es nur Heimchen, die sich dort gefunden habe. Das mit der Flasche und dem Alkohol klingt nach einer guten Idee, das werde ich direkt ausprobieren. Ansonsten habe ich hier wieder Nützliches über diese Tierchen erfahren. Danke dafür :)

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