Drahtwürmer bekämpfen

Der Drahtwurm kann im Garten ziemlich lästig werden. Er befällt alle möglichen Kulturen und macht da zum Teil erhebliche Schäden. Zum Glück hatten wir mit dem kleinen Kerl bisher noch keine größeren Probleme. In letzter Zeit finden wir in der Kartoffelkiste aber immer wieder einzelne Knollen mit den typischen Fraßlöchern.

Fraßloch des Drahtwurms Schaden durch Drahtwurm

Drahtwürmer fressen so ziemlich alles, was ihnen in den Weg kommt. Das führt dazu, dass Sämlinge plötzlich umfallen, weil sie dicht unter der Erde abgefressen wurden. Später knabbern die Drahtwürmer dann gern an Speicherwurzeln und -knollen vieler Kulturpflanzen herum (Kartoffeln, Rüben, Möhren, Rote Beete, Schwarzwurzeln, Topinambur, Zwiebeln, Blumenzwiebeln usw.). Zu allem Überfluss kommt es an den befallenen Pflanzen neben den Fraßschäden oft auch noch zu Anschlussinfektionen durch Bakterien oder Pilze.

Die Bezeichnung Drahtwurm ist ein Sammelbegriff für die Larven der Schnellkäfer (Elateridae). Besondere Bedeutung haben da wohl vor allem die Larven des Saatschnellkäfers (Agriotes lineatus) und zum Teil auch des Mausgrauen Schnellkäfers (Agrypnus murinus).

Die erwachsenen Schnellkäfer fressen zwar an grünen Pflanzenteilen, treten aber meist nicht als ernsthafter Schädling in Erscheinung. Allerdings legen die weiblichen Schnellkäfer ihre Eier im Boden ab. Aus diesen Eiern schlüpfen kleine Larven, die dann bis zu fünf Jahre im Boden ihr Unwesen treiben.

Der Drahtwurm ist ein ziemlich zäher Bursche. Mit chemischen Mitteln ist er kaum zu erreichen und auch die biologische Bekämpfung ist nicht ganz einfach. Man sollte also lieber nicht warten, bis es sich die Tierchen im Garten gemütlich gemacht haben. Als natürliche Feinde des Drahtwurms gelten Igel, Vögel, Eidechsen, Laufkäfer und Ameisen. Diese sollte man natürlich fördern.

Die Drahtwürmer können mit Ködern angelockt werden. Dafür legt man aufgeschnittene Kartoffeln, Rüben, Möhren usw. auf den Boden oder vergräbt sie sogar etwas. Wenn man die Köder gut gekennzeichnet hat, dann findet man sie hoffentlich nach ein paar Tagen wieder und man kann die angelockten Larven einsammeln. Werden die Beete (wie bei uns) im Winter gemulcht, dann sollte man im Frühjahr auch diesen Mulch auf Befall untersuchen. Wenn der Drahtwurm zum ernsten Problem wird, sollten man wohl lieber ganz auf das Mulchen im Winter verzichten.

Bei sehr starkem Befall (z.B. auf Rasenumbruch) soll auch eine Methode funktionieren, die wir schon bei Wühlmäusen anwenden. Man zieht einen Graben um das stark befallene Beet und setzt es dann ordentlich unter Wasser. Die Drahtwürmer sollen dann an die Oberfläche kommen und leicht abgesammelt werden können.

Es gibt einige Berichte, dass die Drahtwürmer verschwinden, wenn man Tagetes, Ringelblumen, Senf oder Meerrettich anbaut. Bei uns scheint das nicht zu funktionieren, denn zumindest Tagetes, Ringelblume und Meerrettich wächst bei uns seit langem überall im Garten.

Offenbar sind bestimmte Pilze in der Lage, die Drahtwürmer direkt anzugreifen. Es ist sogar ein Präparat mit dem Pilz Metarhizium anisopliae als Pflanzenschutzmittel zugelassen. Da dieses Präparat aber nicht im Handel erhältlich ist, muss man es sich selbst herstellen (und ich habe nicht den geringsten Schimmer, wie man das macht). Näheres dazu gibt es zum Beispiel hier.

Weblinks:

3 Kommentare zu Drahtwürmer bekämpfen

  • Lolli

    Hallo,
    wir haben letztes Jahr ein “Brache-Jahr” auf unserem Gemüsebeet durchgeführt und es nur mit Tagetes als Bodenkur gegen Nematoden und Drahtwürmer bepflanzt. Wenn wir im Sommer ein positives Ergebnis haben und Interesse besteht, berichte ich gerne darüber.
    Gruß
    Lolli

  • Lolli

    Hallo Heiner,
    wir haben inzwischen die ersten Frühkartoffeln (La Ratte und Solist) und Wurzeln (Möhren) geerntet. Im Gegensatz zu den letzten Jahren keine Frasschäden durch Drahtwümer o.ä. und auch keine beinigen Wurzeln durch Nematoden. Wir haben trotz des kalten Wetters dieses Jahr mehr als das Zehnfache des Pflanzkartoffelgewichts an Ertrag, wir sind sehr zufrieden und werden in Zukunft öfter so ein Jahr zur Erholung des Bodens einführen. Ich werde später im Jahr nochmal berichten, wie es mit den anderen späten “Früchten” aussieht.

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