Gurkenwelke

Gestern hätte ich fast eine unserer Gewächshaus-Gurken auf dem Kompost entsorgt. Seit ein paar Tagen wächst sie nicht mehr und sie beginnt von unten her zu verwelken. An Wassermangel kann das nicht liegen, denn wir haben sie weiter ganz normal gegossen. Sicherheitshalber habe ich vor der Entsorgung aber doch noch mal unsere Gartenbücher und das Internet konsultiert.

Gurkenwelke

Welke Blätter an einer unserer Gurken

Gurken sind äußerst anspruchsvolle Geschöpfe. Wenn ihnen das Gießwasser zu kalt ist oder wenn es im Gewächshaus zu warm ist oder wenn sonst irgendetwas nicht stimmt, dann sind sie beleidigt. Das scheint bei unserer Gurke aber nicht das Problem zu sein. Wenn ich mich nicht irre, dann handelt es sich hier um die sogenannte Gurkenwelke.

Bisher dachte ich, dass die Gurkenwelke immer durch Bodenpilze (Verticillium oder Fusarium) ausgelöst wird. Diese Erreger sind der Grund dafür, dass Gurken häufig auf widerstandsfähige Unterlagen wie Kürbisse gepfropft werden. Wenn die pilzliche Gurkenwelke einmal ausgebrochen ist, gibt es keine Möglichkeit mehr, sie erfolgreich zu bekämpfen.

Die Gurke auf dem Kompost zu entsorgen wäre bei so einer pilzlichen Gurkenwelke definitiv falsch gewesen. Die Pilze überleben nämlich die Kompostierung. Die befallenen Pflanzen müssen also im Hausmüll entsorgt werden.

Aber offenbar gibt es noch weitere Gründe für die Gurkenwelke. Wenn die Welke durch die Temperatur (zu kalt oder zu warm) ausgelöst wird, dann verschwindet sie meist, wenn die Bedingungen wieder in Ordnung sind.

Ein weiterer Grund kann sein, dass sich die Pflanze übernommen hat. Wenn die Pflanze in ihrer Jugend schon viele Blüten bildet, dann schafft sie es manchmal nicht, die ganzen Gurken zu versorgen. Auch in so einem Fall kommt es zu Wachstumsstockungen und Welke. Im Extremfall kann die Pflanze dadurch sterben.

Kleine vertrocknete Gurken

Kleine verwelkte Gurken

Unsere betroffene Gurke ist gerade mal einen guten Meter hoch und sie hat schon 15 Früchte angesetzt. Da ist wohl die Hoffnung berechtigt, dass es sich nicht um einen pilzlichen Erreger sondern einfach um Stress handelt. Eine der Früchte hatten wir gestern schon geerntet, die anderen 14 habe ich eben abgeknipst. Ich hoffe, dass das wirklich der Grund für die Welke war und dass sich die Pflanze jetzt wieder erholt.

Und was kann man tun, damit es gar nicht erst so weit kommt? Die Gartenakademie bei der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau weiß Rat (PDF):

  • Alle Seitentriebe der Gurke sollen (ähnlich wie bei Tomaten) entfernt werden.
  • Alle Früchte unter einer Wuchshöhe von 60 Zentimeter sollen entfernt werden.
  • Ab 60 Zentimeter Wuchshöhe soll man nur in jeder zweiten Blattachsel eine Frucht belassen.
  • Die Früchte sollen nicht zu groß werden, weil große Früchte die Pflanze besonders schwächen.

Diese Angaben gelten offenbar für große Salatgurken im Gewächshaus. Da es sich bei unserer betroffenen Pflanze um eine “Minigurke” handelt, können wir wohl ein paar mehr Früchte an der Pflanze belassen. Aber wir werden aufpassen, dass sie nicht wieder versucht, 15 Gurken gleichzeitig anzusetzen.

Weblinks:

5 Kommentare zu Gurkenwelke

  • Dann haben die Gurken bei uns schon verloren. Sie wachsen draussen im Beet, bei den Tomaten und Auberginen. Bisher haben sie es uns allerdings noch nicht uebelgenommen….

    • Zuviel Sorgen würde ich mir gar nicht machen. Bei uns ist es das erste Mal, dass wir so etwas erleben. Und wir haben früher auch nicht dauernd Blüten heraus gebrochen. Kommt also sicherlich nicht zwangsläufig vor.

      Die LWG hat übrigens auch so ein PDF für Freilandgurken herausgegeben.

    • Pinkhammer

      Hi,

      ohhh, das hast du aber Glück! Eigentlich vertragen sich Gurken nicht mit Tomaten im Mischbeet, da sie gegenseitig um Nährstoffe konkurrieren. Tomaten und Auberginen harmonieren hingegen gut in einer Mischkultur. Bei mir sind Gurken und Tomaten zusammen immer eingegangen …

  • Hella Herz

    In unserem kleinen Gurkengewächshaus ist ein Trauerfall eingetreten !
    Unsere Gewächshausgurken wuchsen etwa 1,30 -180m.Wurden entsprechend
    der Behandlungsansagen gepflegt und es konnten schon wenige Gurken ge-
    erntet werden. Plötzlich wurden die Blätter welk, der Gurkenstiel unten nach dem Erdaustritt wurde rillig und bräunlich und nach 2-4 Tagen konnten wir die Gurkenpflanze herausziehen. Statt einer Wurzel hatten
    wir nur noch trochene Borsten, die eines abgearbeiteten Rasierpinsels
    ähnelten.
    Wir haben Pferdemist eingearbeitet, mit warmen oder abgestandenem Wasser gegossen
    Haben Sie einen Rat?
    Über einen Hinweis würden wir uns freuen

    • Das Pfropfen der Gurken auf Kürbis-Unterlagen ist eine relativ sichere Methode um die Gurkenwelke zu verhindern (siehe oben). Jetzt im Nachhinein kann man da wohl nix mehr machen.

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