Pflege der Pferdeweide

Zum Glück haben wir neben den drängendsten Gartenarbeiten auch die Pflege der Pferdeweite gerade noch vor dem Regen fertig bekommen. Wie schon berichtet betrachten wir die Weide ja irgendwie auch zu unserem Garten. Also gehört deren Pflege natürlich auch hier her.

Verschmäte Brennnessel

Verschmähte Brennnesseln

Pferde sind ursprünglich Steppen- und Savannentiere. Wenn ihnen dort ein Standort nicht mehr zusagt, dann ziehen sie einfach weiter. Um den Erhalt der zurückgelassenen “Weide” müssen sich andere kümmern.

Auf der Weide ist das auch nicht anders. Pferde fressen nur was ihnen richtig gut schmeckt. Und was ihnen schmeckt, das beißen sie tief am Boden ab. Das führt dazu, dass die “guten” Weidegräser schnell zurück gedrängt werden während sich “schlechte” Gräser und Kräuter ausbreiten.

Pferde verteilen ihre Ausscheidungen auch nicht schön gleichmäßig auf der ganzen Weide, sondern sie suchen zum Koten bestimmte Stellen auf. Diese “Geilstellen” sind dann stark überdüngt und das Gras wird gemieden.

Zu guter Letzt haben Pferde im Verhältnis zu ihrem Gewicht ganz schön kleine Füße – sie laufen auf den Zehenspitzen. Besonders bei Nässe und wenn die Hufe beschlagen sind führt das zu Trittschäden. An den beschädigten Stellen können dann Unkrautsamen auflaufen.

Ohne ausreichende Pflege sieht so eine Pferdeweide also schnell ziemlich schlimm aus. Die wichtigsten mechanischen Pflegemaßnahmen (Schleppen, Walzen, Ausmähen) zielen deshalb darauf ab, die angerichteten Schäden wieder in Ordnung zu bringen.

Weide geschleppt

Weide nach dem Schleppen

Pferdeweide schleppen

Beim Schleppen wird eine Weideegge über die Grasnarbe gezogen. Dadurch werden Verfilzungen und abgestorbene Pflanzenreste ausgerissen, Kotstellen werden verteilt und die vorhandenen Maulwurfshaufen werden eingeebnet. Sinnvollerweise führt man das Schleppen im zeitigen Frühjahr durch, bevor das Gras richtig in Wallung kommt.

Die verteilten Maulwurfshaufen sehen zwar zunächst ziemlich schlimm aus, aber die Narbe darunter ist kaum beschädigt und wächst schnell wieder durch.

Wer sich an das Foto in unserem Maulwurf-Artikel erinnert, kann sich vorstellen, dass das Gras da wohl nicht mehr durch gekommen wäre. Stattdessen wären sicherlich massenweise Samen von eher nicht so guten Weidepflanzen auf den Maulwurfshügeln aufgelaufen.

Pferdeweide walzen

Löwenzahn

Den Löwenzahn fressen die Pferde zwar gerne, er bringt aber nur einen relativ geringen Ertrag

Durch Maulwürfe und Trittschäden wird die Weide mit der Zeit ziemlich holprig. Außerdem sorgt der Frost auf feuchten Standorten dafür, dass die Grasnarbe den Anschluss zum Unterboden und damit zur Wasserversorgung verliert. Um dem entgegen zu wirken wird die Weide nach dem Schleppen mit einer schweren Wiesenwalze gewalzt. Wir haben in diesem Jahr darauf verzichtet, weil das “Hochfrieren” der Grasnarbe auf unserem Sandboden (und bei einem derartig trockenen Winter) keine so große Rolle spielt.

Pferdeweide ausmähen

Logischerweise entwickeln sich die verschmähten Pflanzen nach dem Weidegang der Pferde viel besser als das kurz zurück gebissene Gras. Deshalb ist es sinnvoll die Weide zu unterteilen. Nach jedem Umtrieb kann der abgegraste Teil dann ausgemäht werden. Die Pflanzen haben dann wenigstens einigermaßen ähnliche Bedingungen zur Regeneration. Durch das Ausmähen wird auch verhindert, dass die unerwünschten Pflanzen Samen bilden und sich noch stärker vermehren.

Wir gehen sogar gelegentlich mit dem Spaten über die Weide um großblättrige Ampferarten und Brennnesseln auszustechen. Und natürlich versuchen wir Giftpflanzen wie das Jakobskreuzkraut immer so früh wie möglich zu entfernen.

Pferdeweide nachsäen

Wenn die Grasnarbe beschädigt ist oder wenn sich unerwünschte Pflanzen ausgebreitet haben, dann kann sie durch die Aussaat von Futtergräsern verbessert werden.

Weblinks:

3 Kommentare zu Pflege der Pferdeweide

  • Wir haben es einmal probiert, die Grasnarbe mit Futtergräsern zu erneuern/verbessern. Unser Eindruck war damals, dass das gar nicht gebracht hat.
    Seitdem versuchen wir einen Teil der Wiese immer bis Juni durchwachsen zu lassen, damit die Gräser in den Samen kommen, und sich diese nochmal verteilen. Ob das so richtig Erfolg hat, kann man nicht sehen, allerdings habe ich den Eindruck dass den entsprechenden Teilstücken die lange Ruhepause gut tut.

    Wie sind da Eure Erfahrungen?

    Gruß
    Christian

    • Nachsähen bringt jedenfalls etwas, wenn man “schwarze Stellen” (viele Maulwurfshügel usw.) hat. Dann bekommen die auflaufenden Unkräuter wenigstens etwas Konkurrenz. Wenn man regelmäßig nachsät soll langfristig auch die Zusammensetzung der Gräser besser werden (besserer Nährwert, trittfester). Keine Ahnung, ob das wirklich funktioniert, könnte ich mir aber vorstellen.

      Wir machen auf der Weide kein Heu und treiben meist relativ früh um, deshalb kommen die Gräser bei uns eher nicht zum Aussamen. Ich könnte mir aber schon vorstellen, dass es hilft, wenn sich die Gräser gelegentlich aussamen können. Und lange Ruhepausen sind natürlich immer gut für die Grasnarbe.

      Angeblich soll es ja auch helfen den Mull vom Heuboden (der viele Samen enthält) auf der Weide zu verteilen.

      • Schwarze Stellen haben wir keine. Selbst Feuerstellen (die Wiesen dienen einmal im Jahr 2 bis 3 Tage als Campingplatz) sind immer wieder schnell zu gewachsen.

        Heu machen wir auch keins. Wir lassen den Teil, den wir ins den Samen kommen lassen dann auch stückweise abfressen.

        Die Idee mit dem Heuboden werde ich mal im Hinterkopf behalten.

        Daß Pferde Brennesseln fressen, wenn sie abgeschnitten und getrocknet sind, wirst Du sicherlich wissen. Mein Traber frißt allerdings auch frische Brennesseln direkt vom “Strauch”.

        Gruß
        Christian

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