Ausgesäte und wilde Keimlinge unterscheiden

Unkraut

Ohje, was ist hier nun Unkraut und was ist die Kulturpflanze?

Jedes Jahr der gleiche Ärger. Da hat man die tollsten Gemüsesorten ausgesät und nun weiß man nicht, was Gemüse und was Unkraut ist. Ok, die Wurzelunkräuter kann man noch leicht erkennen und die wichtigsten Samenunkräuter kennt man nach einigen Jahren auch. Aber wenn plötzlich alles auf einmal kommt, wie in diesem Jahr, dann kann man schon mal ins Schleudern kommen.

Zum Glück gibt es ein paar Tipps, wie man die Kulturpflanzen auch schon frühzeitig vor der Konkurrenz durch andere Pflanzen zu schützen kann:

Leider ist es oft sehr schwierig, die verschiedenen Pflanzenarten anhand ihrer Keimblätter zu unterscheiden. Deshalb kann es sinnvoll sein, auf die ersten Laubblätter zu warten. Die ersten Laubblätter (Primärblätter) sehen den späteren Blättern meist schon sehr ähnlich. Und fast immer riechen sie auch schon so, wie die erwachsene Pflanze.

Wenn man beim Säen nicht zu wild vorgegangen ist, dann dürften zwischen den Reihen eigentlich keine Kulturpflanzen stehen. Es ist also hilfreich, bei Jäten darauf zu achten, wie die Sämlinge zwischen den Reihen aussehen. Zum Beispiel erkennt man so relativ leicht Melde oder Hirse, die bei uns zu die aufdringlichsten Samenunkräutern gehören.

Da kommen wir gleich zu einem weiteren Punkt: Es ist wichtig, dass man weiß wo die Kulturpflanzen stehen und wo nicht. In Teilen unserer Leserschaft ist es ja etwas umstritten Gemüse überhaupt in Reihen anzubauen (insbesondere wenn die Reihen auch noch schnurgerade sind). Trotzdem helfen gerade Reihen enorm, wenn es darum geht mit der Hacke durch das Beet zu gehen.

Wenn die Reihen dann auch noch gut gekennzeichnet sind, dann haben die Kulturpflanzen beste Chancen der Hacke zu entgehen. Wir benutzen zum Kennzeichnen der Reihen Stücke vom Stängel des Schilfrohrs. Bei Arten, die nur langsam auflaufen, säen wir zusätzlich einige Radieschen als Markiersaat.

Und wenn die Katzen dann mal wieder die Kennzeichnung der Reihen umgerannt haben, dann findet man sie hoffentlich wieder, indem man sich hin hockt und gegen das Licht flach über das Beet guckt. Die Reihen sind dann schon früh erkennbar.

Und zuletzt bleibt einem immer noch die alte Gärtnerregel: Wenn du es ausreißt und es kommt nicht wieder, dann war es die Kulturpflanze.

Siehe auch:

  • Samenunkräuter (mit Fotos der erwachsenen Pflanzen)
  • Unkraut! (von “spontaner Begleitvegetation“, “Wildkräutern” und “Beikräutern“)

3 Kommentare zu Ausgesäte und wilde Keimlinge unterscheiden

  • Mihihi. In Reihen hab ich im Moment tatsächlich kaum was… siehe http://intuitivebags.blogspot.de/2013/04/quadratisch-ist-hier-nichts-mehr.html ;-)
    Allerdings ist dieses Beet auch nur 7,5 m² groß und deine haben vermutlich die fünffache Fläche. Außerdem ist es nur eines von vielen und die anderen werde ich auch etwas… konventioneller anlegen. Aber ein bisschen rumprobieren muss halt sein.

    Mit den Reihen und dem auflaufenden Unkraut hast du natürlich Recht. Wobei ich schon wieder so spät dran bin, dass es ganz einfach ist, die 30 cm hohen Brennesseln von den gerade gekeimten Petersilienwurzeln zu unterscheiden…

  • Ist ja lustig. Als ich das geschrieben habe, hatte ich genau deinen Plan vom Beet im Hinterkopf ;-) OK, bei 7,5 m² geht das wahrscheinlich wirklich noch. Bei größeren Beeten stelle ich mir das Jäten schlimm vor.

  • Bei größeren Beeten muss man das Jäten dann einfach umdefinieren. Umbenennen. Das ist dann kein Jäten, das ist dann Meditation oder so. Und dann kann man stolz sagen “Ich hab heute wieder vier Stunden meditiert!” – also, falls man zu den Leuten gehört, die meinen, dass man auf sowas stolz sein könnte.

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