Die Vogelmiere

Die Vogelmiere blüht

Ich weiß gar nicht, ob es die Statuten für den Bloomday zulassen, dass man auch zwischendurch mal Blütenbilder zeigt. Ich mache es einfach mal, denn gestern habe ich zu meiner Überraschung festgestellt, dass eines meiner liebsten Unkräuter schon wieder massenweise neue Blüten gebildet hat.

Die Gewöhnliche Vogelmiere (Stellaria media) oder wie sie hier im Norden genannt wird, der Hühnerschwarm, gehört zur Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae) und ist in den gemäßigten Zonen weltweit verbreitet. Die Vogelmiere ist eine einjährige krautige Pflanze und damit ein typischer Vertreter der Samenunkräuter. Die Blüten sind zwittrig, die Bestäubung erfolgt selten durch kleine Insekten, meist kommt es aber zur Selbstbestäubung. Eine einzige Vogelmiere kann über 20000 Samen bilden, die von Ameisen oder vom Menschen (Erde an Schuhen, Kompost usw.) verbreitet werden. Die vegetative Vermehrung der Vogelmiere über Stängelteile ist sehr leicht möglich und kommt auch im natürlichen Umfeld oder nach dem Hacken häufig vor.

Die Vogelmiere im Sommer

Selbstverständlich kann die Vogelmiere zu einem unangenehmen Unkraut werden – sie ist Wirtspflanze für den Kartoffelkrebs (Synchytrium endobioticum) und für bestimmte Blattläuse (Myzus persicae und Aphis fabae), die wiederum als Überträger des Gurkenmosaikvirus gelten. Trotzdem bin ich ein großer Freund der Vogelmiere. Sie bildet einen dichten flachen Teppich, der den Boden im Sommer vor Austrocknung und Erosion durch den Wind schützt. Sie nimmt dem Regen die “Wucht” und verhindert dadurch sehr effektiv das Verschlämmen des Bodens und sie unterdrückt ebenso effektiv andere Unkräuter und sogar die Quecke.

Das Bild auf der rechten Seite stammt aus dem Oktober 2007 und zeigt einen unserer selbst okulierten Apfelbäume eingerahmt von einem solchen Teppich aus Vogelmiere. Bei Bedarf kann man einen solchen ausgeprägten Unkraut-Teppich binnen Sekunden lichten, weil die Pflanzen durch die bis zu 40 Zentimeter langen Stängel fest ineinander verwoben sind. Und zu allem Überfluss muss man die Vogelmiere dann nicht auf den Komposthaufen bringen, sondern man kann einen Salat oder ein köstliches Pesto daraus machen.

Ach ja, ich vergaß: Wenn ihr die Vogelmiere in der freien Natur sammelt, dann denkt daran, dass landwirtschaftliche Felder frisch gespritzt sein könnten oder dass ein Fuchs in der Nähe sein großes Geschäft verrichtet haben könnte! Die Wahrscheinlichkeit, sich einen Fuchsbandwurm zu holen ist zwar nicht besonders groß, aber wie man hört soll das ein ziemlich unangenehmer Tod sein.

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8 Kommentare zu Die Vogelmiere

  • Vogelmiere verbreitet sich bei uns von Jahr zu Jahr mehr. Habt ihr besagtes Pesto schon mal probiert und wenn ja, wie schmeckt es? Hier sagt man “Wat der Bur net kennt, dat friss er net”

  • Die Vogelmiere hat nicht so einen besonders stark ausgeprägten Eigengeschmack (wenn ich mich recht erinnere, so in der Richtung von rohem Blumenkohl). Der Geschmack des Pestos hängt deshalb vor allem davon ab, was sonst noch mit drin ist (Basilikum und weitere Kräuter, Gewürze, Knoblauch, Gemüsebrühe).

  • Interessantes Artikel…
    Ja, auch ich benütze Vogelmiere oft in einen ‘Pesto-variant’. Bei mir geht dann auch zB echtes Barbarakraut und Garten-Schaumkraut drin. (Das nenne ich meinen ‘Winterpesto‘)

  • Ich könnte auch jede Menge Vogelmiere “ernten” – aber ich hab mal im Garten ein paar Blättchen probiert und so toll fand ich das jetzt nicht.

    Nimmst Du nur die Bättchen oder alles mit Stiel für Dein Pesto? Vielleicht probier ich das mal aus. Vogelmiere wuchert wie wild bei uns.

    • Es wäre ja etwas schwierig nur die Blätter zu verarbeiten. Wir nehmen die frischen Triebe inklusive Stängel.

      • Verwendet Ihr sie auch, wenn sie schon blüht? Ich hab zur Zeit manchmal das Gefühl, dieses Jahr übernimmt die Vogelmiere unseren Garten *lach*

        • Soweit ich mich erinnere hatten die z.T. auch schon kleine Blüten. Ich kann das aber nicht mehr mit Sicherheit sagen.

          Vogelmiere-Pesto, super Idee! Wir haben nämlich immer noch einige Haselnüsse aus dem vergangenen Jahr übrig. Die müssen nun echt mal weg. Vogelmiere-Haselnuss-Pesto, das hört sich doch ziemlich gut an ;-)

  • Anja Poppenhäger

    Die Vogelmiere oder wie das heißt kann man sehr
    gut für den Garten nehmen denn es dient den
    anderen Pflanzen ein Vorbild.
    Denn nur wenn man eine Vogelmiere hat wachsen die anderen
    Pflanzen deutlich schneller!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
    eure Anja:-)

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