Riesen-Bärenklau

Am Wochenende haben wir eine kleine Fahrradtour gemacht, um uns einmal anzuschauen, wie es dem einzigen größeren Vorkommen der Herkulesstaude geht, die es (nach unserer Kenntnis) in unserer näheren Umgebung gibt.

Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzianum, Herkulesstaude, Herkuleskraut) gehört, wie zum Beispiel auch Möhre, Kümmel, Dill, Liebstöckel, Fenchel und Petersilie, zur Familie der Doldenblütler. Es handelt sich dabei um eine zwei- bis mehrjährige krautige Pflanze, die innerhalb weniger Wochen eine Höhe von über dreieinhalb Meter erreichen kann und deren Blätter bis zu drei Meter lang werden.

Beim Umgang mit dem Riesen-Bärenklau ist allergrößte Vorsicht geboten, weil er photosensibilisierende Substanzen, sogenannte Furanocumarine bildet. Es gab hier im Blog schon einmal im Zusammenhang mit der Weinraute eine Diskussion zu diesen Furanocumarinen. Bei der Weinraute mag die Wirkung umstritten sein, beim Riesen-Bärenklau ist die Wirkung definitiv nicht umstritten – bei bloßer Berührung in Verbindung mit einfachem Tageslicht können sich Quaddeln und sogar stark nässende Wunden bilden, die nur sehr schwer verheilen.

Insbesondere sollten Kinder eindringlich auf die Gefahren hingewiesen werden, die vom Riesen-Bärenklau ausgehen. Sie fühlen sich nämlich nicht selten von den attraktiven Pflanzen angezogen, weil man sich darunter so schön verstecken oder die Stängel als Schwerter oder Blasrohre verwenden kann. Schwere Verbrennungen und Vergiftungen können die Folge sein!

Ausreißversuch

Laut Wikipedia und anderen Quellen ist der ökologische Schaden des eigentlich aus dem Kaukasus stammenden Riesen-Bärenklau – im Gegensatz zur landläufigen Meinung – eher gering. Allerdings habe ich in der Umgebung von Göttingen ganze Bachtäler gesehen, die völlig vom Riesen-Bärenklau zugewuchert waren. Durch die sehr frühe Entwicklung und die große Wuchshöhe unterdrückt er an seinen Standorten andere Pflanzen sehr effizient.

Für das kleine Vorkommen hier in unserer Nähe kann ich aber keinen großen ökologischen Schaden erkennen. Dort wächst der Riesen-Bärenklau schon mindestens seit Anfang der 1980er Jahre und hat sich von dort nicht auf die Äcker und Wiesen in seine Nachbarschaft ausgebreitet. Ich vermute, dass alle Ausreißversuche von den benachbarten Bauern rigoros beendet werden.

Nebenbei bemerkt, das Feld hinter den Riesen-Bärenklau ist mit Mais bestellt und beginnt gerade aufzulaufen. Seit Ewigkeiten ist der Zuckermais in unserem Garten endlich mal wieder sehr viel größer als der Futtermais auf den Feldern der Umgebung. Kein Wunder, in diesem Jahr haben wir ihn ja auch im Gewächshaus vorgezogen und erst später ausgepflanzt.

Weblinks:

2 Kommentare zu Riesen-Bärenklau

  • Birgit

    Hi Heiner!
    Wenn die Weinraute zur Familie der Eberraute gehört (hatte jetzt keine Lust zu recherieren), dann ist das sehr gut vorstellbar.
    Habe z. Zt. beruflich mit der Eberraute zu tun und wie ich bei Kollegen sehen konnte, ist die ganz schön fies drauf!
    Es entstehen tatsächlich ziemliche Schrammen, die jucken, nässen und sogar eiternde Wunden verursachen. Irgendenwann sieht es dann so aus als wäre die Haut leicht verbrannt.
    Kleiner Tipp – Aloe Vera hilft ganz gut, aber die Wunden sind noch sehr lange zu erkennen.
    Bis denne
    Birgit

  • Soweit ich mich erinnere sind Weinraute und Eberraute nicht eng verwandt, zumindest sehen sie sich nicht ähnlich. Bei der Weinraute scheine ich nicht besonders empfindlich zu sein, habe da im letzten Jahr mal einen Selbstversuch gemacht. Trotzdem ist mit diesen Furanocumarinen nicht zu spaßen, in den Gartenforen liest man echt gruselige Dinge bis hin zu lebensbedrohenden Situationen.

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.