Minzenblattkäfer (Chrysolina herbacea)

Der Minzenblattkäfer (Chrysolina herbacea) ist in unserem Garten ein alter Bekannter. Bisher war es allerdings nie nötig, etwas gegen diesen schönen glänzend-grünen Käfer zu unternehmen. Nach unserem subjektiven Eindruck wuchsen die Minzen immer wesentlich schneller, als die Käfer fressen konnten.

Der Minzenblattkäfer bei der Arbeit

Wie man auf dem Bild sieht, sieht man nix. Auch in diesem Jahr sind keine besonders auffälligen Fraßschäden erkennbar, aber die Käfer-Population scheint größer geworden zu sein. Unter anderem hat das den Effekt, dass die Käfer sich nun auch vermehrt auf meiner Lieblingsminze – der Krausemünze (Mentha spicata crispa) tummeln. Das ist übrigens kein Rechtschreibfehler, das ‘ü’ gehört da wirklich hin. Die Krausemünze wurde hier früher auf anmoorigen Standorten angebaut, um das damals beliebte Krausemünzöl zu gewinnen.

Ach ja, wenn wir schon bei der Nomenklatura sind, der Minzenblattkäfer ist sich auch nicht so ganz sicher, wie er eigentlich richtig heißt. Er wird auch als Minzblattkäfer oder Minzeblattkäfer bezeichnet, sein lateinischer Name wird mal als Chrysolina herbacea, mal als Chrysolina menthastri und manchmal sogar als Chrysomela coerulans angegeben.

Der Minzenblattkäfer gehört zur riesigen Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae), der weltweit 50000 Arten angehören sollen. Kartoffel-Gärtnern sind aus dieser Familie sicherlich die wunderschönen Kartoffelkäfer bekannt. Wir erleben jährlich am Teich eine Invasion eines anderen Blattkäfers, nämlich des ebenfalls sehr hübschen Erzfarbenen Erlenblattkäfers.

Die Larven des Minzenblattkäfers schlüpfen etwa ab Mitte Mai. Sie haben eine erdene Farbe und einen schwarzen Kopf. Am hinteren Ende befindet sich ein schwanzartiger Haftfortsatz. Etwa Anfang Juni verpuppen sich die Larven dann im Boden zu leuchtend gelben Puppen, aus denen dann Mitte Juni die zweite Käfergeneration schlüpft. Diese Käfer hauen sich danach erst einmal ordentlich den Wanst voll und überwintern anschließend im Boden unter ihrem Wirt.

Obwohl es im Internet Berichte von völlig kahlgefressenen Minzen gibt, ist eine Bekämpfung des Minzenblattkäfers meist nicht nötig. Als einfache Gegenmaßnahme können die Käfer leicht abgesammelt werden – sie benutzen ihre Flügel eher ungern. Da die Minze mehrere Rückschnitte pro Jahr verkraftet, kann man sie bei stärkerem Befall stark zurück schneiden. Bei extremem Befall durch den Minzenblattkäfer kann es im Einzelfall nötig sein, den Anbau von Minze für ein paar Jahre ganz auszusetzen.

Siehe auch:

Weblinks:

8 Kommentare zu Minzenblattkäfer (Chrysolina herbacea)

  • Dr. Hermann Thomas

    Hatte diese lieben Käferchen am Gartenteich bis in meine Lehmburg (heute sagt man Insektenhotel dazu) Lehmwespen einzogen und die Käferlarven als Beute für ihren eigenen Nachwuchs eintrugen. Und zwar so gründlich, dass meine Wasserminzen wieder wuchern und als Frühstückstee erneut verwendet werden können.

  • Karen

    Hallo,

    danke für die Informationen. Ich habe seit einiger Zeit auch stärkeren Befall meiner Minze durch diese Käferart festgestellt. Ist eigentlich auch bekannt, dass der Käfer beisst? Ich weiß, das hört sich seltsam an, aber ich bin bereits von ihm gebissen worden. Meine Tochter hatte zwei dieser Käfer in ihrem Zimmer. Da ich die Käfer nicht sofort gefunden habe, bin ich sogar mit ihr zum Arzt gefahren, um zu erfahren, welchen Ausschlag sie denn habe. Später habe ich dann die Käfer gefunden, entfernt, und es sind keine weiteren Bisse aufgetreten.

    • Keine Ahnung, ich hab sie schon öfters auf der Hand gehabt und sie haben mich nie gebissen.

      Kann es sein, dass andere Käfer dafür verantwortlich waren? Von den Asiatischen Marienkäfern ist ja bekannt, dass sie beißen können. Und diese Marienkäfer gehen auch sehr gerne ins Haus (besonders im Herbst um zu überwintern). Im Frühling finden wir sie dann oft an den Fenstern.

  • Isabel

    Hallo Heiner,
    vielen Dank, endlich ein vernünftiger Artikel zu den Käfern! Allerdings sind die meisten bei mir im Garten nicht glänzend grün sondern metallic blau. Auf anderen Seiten habe ich unter den angegebenen wissenschaftlichen Namen ebenfalls nur blaue Individuen gefunden. Handelt es sich tatsächlich um dieselbe Art?

    • Ich bin leider kein Biologe, aber vielleicht gibt es den Käfer in blau und in grün ;-) Wenn man nach dem Minz(e)blattkäfer sucht, dann findet man etwa zur Hälfte grünliche und bläuliche Käfer. Fast immer ist in den Artikeln trotzdem von Chrysolina herbacea die Rede. Keine Ahnung, ob die evtl. noch in Untergattungen unterschieden werden.

  • Jürgen

    Auch bei mir sind die Käfer blau und grün sollte es wirklich wie angegeben 50000 Arten geben, würde es mich nicht Wundern 2 verschiedene Arten zu haben, es kann auch sein das es sich um Männchen und Weibchen handelt.

  • Peter

    Habe heute auf unserer Pfefferminze den “Metallic”-Käfer in grün und rot vorgefunden .

  • Tanja

    Der Blaue heißt himmelblauer Blattkäfer und frisst gerne die Pfefferminze . Leider ist meine Pflanze voll damit. Diese Informationen habe ich auf der Seite Schaedlingskunde gefunden.

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