Jäten

Im amerikanischen Gartenblog May Dreams Gardens erschien vor kurzem ein schöner Artikel über die Jät-Therapie: Weeding Therapy: Good For The Garden And The Gardener.

Carol schreibt dort sinngemäß: Die Jät-Therapie ist gut für den Garten und sie ist gut für den Gärtner. Dem Garten bekommt sie, weil sie ihn von den Strolchen befreit, die den Nutzpflanzen Wasser, Nährstoffe und Platz rauben und dem Gärtner bekommt sie, weil er die Strolche in den Griff bekommt, die den Nutzpflanzen Wasser, Nährstoffe und Platz rauben, während er gleichzeitig in Ruhe all die Probleme aufarbeiten kann, die ihn bewegen.

Ganz genau! Wenn das Wetter schön ist, dann ist Jäten eine unglaublich entspannende Angelegenheit. Man braucht nicht viel über die Arbeit nachzudenken, sondern kann seinen Gedanken freien Lauf lassen – herrlich! Mir passiert es dabei nicht selten, dass ich Besucher im Garten erst bemerke, wenn sie direkt neben mir stehen und “buh” sagen.

Das ist überhaupt die Idee, das Wetter ist gut – irgendwo wird es doch sicher etwas zu Jäten geben…

Mören jäten 01

Aha, in den Möhren gibt es was zu tun

Na also, es gab natürlich etwas zu jäten.

Auf dem Foto sieht man in der Mitte drei Reihen mit jungen Möhrchen. Zwischen den Reihen sieht es eigentlich gar nicht mal so schlimm aus, da hacken wir zwischendurch regelmäßig immer wieder mal. Aber vom Weg her wachsen schon wieder die Quecken ins Beet und in den Reihen machen sich auch so langsam Hirse, Vogelmiere und andere Samenunkräuter breit.

Die Möhren in den Reihen stehen auch noch etwas zu eng. Die müssten also auch noch etwas vereinzelt werden. Sozusagen ein Paradebeispiel für einen kleinen Artikel über das Jäten.

Möhren jäten 2

Zunächst wird der Weg in Form gebracht, ...

Zunächst habe ich kurz mit dem Spaten am Weg entlang gestochen um die vorwitzigen Quecken wieder in ihre Schranken zu verweisen. Diese Maßnahme verhindert natürlich, dass die Quecken weiter ins Beet wachsen. Sie ist darüber hinaus aber auch eine exzellente Möglichkeit zur Schneckenbekämpfung. Im Frühjahr erwischt man damit Unmengen von Schneckeneiern und auch jetzt verstecken sich die schleimigen Kollegen tagsüber gerne in dieser Übergangszone zwischen Beet und Weg.

Übrigens ist der Borretsch vorne rechts im Bild eigentlich auch ein Unkraut. Er gehört keineswegs dort in die Dill-Reihe und genügt somit der Definition “spontane Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeeten“. Obwohl er sich dort selbst ausgesamt hatte, haben wir ihn im Frühjahr einfach zur Nutzpflanze erklärt und dort außer der Reihe stehen lassen.

Möhren jäten 2

... dann wird gehackt, ...

Als nächstes habe ich zwischen den Reihen noch einmal kurz die Hacke geschwungen. An den Fußabdrücken sieht man, dass ich wirklich eine Hacke benutzt habe, also vorwärts gearbeitet habe. Wer mit einer Schuffel umgehen kann, sollte das vielleicht lieber damit machen, weil man beim rückwärts schuffeln nicht noch einmal über den schon bearbeiteten Boden läuft.

Wenn man beim Hacken einigermaßen mutig an die Nutzpflanzen heran geht, dann bleiben anschließend nur noch sehr wenige Unkräuter direkt in den Reihen stehen. Bei Nutzpflanzen mit einem etwas weiteren Abstand in der Reihe kann man sogar innerhalb der Reihen hacken.

Möhren jäten 2

... und zuletzt wird mit der Hand gejätet.

Und zuletzt zu meiner besagten Lieblingsbeschäftigung, dem Jäten mit der Hand. Wie man das macht ist eigentlich klar. Man geht nicht gebückt, sondern man kriecht gemütlich durch die Reihen, Dabei zieht man schön säuberlich alle Unkräuter (und überzähligen Nutzpflanzen) mit der Hand aus dem Boden.

Um die Knie bei größeren Jät-Aktionen zu schonen, habe ich mir aus einer alten Isomatte eine Unterlage zurecht geschnitten. Bei kleinen Aktionen wie dieser ist das aber nicht nötig.

Wie man an dem Eimer in der Schubkarre erkennen kann, habe ich die gejäteten Unkräuter gleich eingesammelt. Das mache ich eigentlich nur, wenn der Boden noch feucht ist und die Gefahr besteht, dass sie gleich wieder anwachsen – oder eben wenn ich hinterher ein Foto knipsen will, das hier im Blog erscheinen soll.

Zugegeben, das Unkrautjäten ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mir macht es Spaß – zumindest wenn das Wetter gut und der Boden noch nicht zu trocken und hart ist. Deshalb kann ich auch in absehbarer Zukunft auf den automatischen Jät-Roboter verzichten, der schon vor Jahren von amerikanischen Wissenschaftlern angekündigt wurde.

Weblinks:

1 Kommentar zu Jäten

  • Hallo,

    also mir persönlich liegt das jäten gar nicht so. Diese Arbeit überlasse ich immer gerne meiner “Gärtnerin” und freue mich hinterher, wenn die Beete wieder perfekt aussehen.
    Ich bin da eher der “Umgräber” und “Anpflanzer”. Der Artikel wurde daher auch umgehend der “Gärtnerin” zur Kenntnis und Motivationssteigerung vorgelegt :).
    Die Definition “spontane Begleitvegetation in Kulturpflanzenbeeten“ gefällt mir sehr gut und liest sich wie der Titel einer Dissertation zum Thema Unkraut. So ich werd dann mal noch etwas graben gehen. Bis bald sagt

    Andre aus dem Garten

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