Baumrettung

Verletztes Apfelbäumchen

Verletztes Apfelbäumchen

Einer unserer kleinen selbst okulieren Apfelbäume ist einem fiesen Anschlag zum Opfer gefallen. Ich habe keine Ahnung, wer das war. In letzter Zeit habe ich mehrfach von Nachbarn gehört, dass sich Rehe in ihre Gärten verirrt hatten. Jetzt im Frühling finden die aber doch eigentlich in der Feldmark mehr als genug Futter. Möglicherweise war es eine übermütige Katze, die an dem Bäumchen ihre Krallen ausprobiert hat. Keine Ahnung, jedenfalls ist der Baum wohl nicht mehr zu retten.

Oder doch? An dem veredelten Ast hat sich unterhalb der zerstörten Rinde ein klitzekleiner neuer Trieb gebildet. Offenbar hat das Bäumchen nicht die Absicht, sich so mir nichts, dir nichts aus dieser Welt zu verabschieden.

Also habe ich gestern mal eine kleine Baumrettungsaktion durchgeführt. Ich habe den Ast oberhalb des neuen Triebes abgesägt und die Wunde mit Baumwachs verschlossen. Der Stummel ist eigentlich etwas lang geraten, aber andererseits wollte ich den frischen Trieb auch nicht mit der Säge verletzten.

Soweit ich den Lebenswillen unserer Apfelbäume kenne, wird der kleine Baum auch diesen Eingriff überstehen. Hoffen wir nur, dass der Flegel, der für die Verletzung verantwortlich war, nicht noch einmal in unseren Garten kommt.

Baumrettung

Noch kurz ein Wort zum Baumwachs. Es dient dazu, größere Wunden an Bäumen zu verschießen. Man mag sich darüber streiten, was nötig ist und was nicht. Ich denke es ist nötig große Wunden an Obstbäumen mit Baumwachs zu verschließen, um zu verhindern, dass dort Krankheitserreger eindringen. Aber ich halte es für Blödsinn, dafür im heimischen Garten ein Mittel zu verwenden, dass synthetische Fungizide enthält. Deshalb hier ein Hinweis auf eine Liste (im PDF-Format) beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, in der die in der ökologischen Landwirtschaft zugelassen Pflanzenschutzmittel (inklusive Baumwachse) verzeichnet sind.

Siehe auch:

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2 Kommentare zu Baumrettung

  • Hallo Heiner,
    Dein Baumrettungsbeitrag hat mich erst auf die Idee gebracht. Ich mußte vor einiger Zeit einen Speierling retten. (Dabei habe ich aber selbst den “Flegel” gespielt. Der Baum trocknete nämlich von der Spitze an völlig ein. Ich habe das fast eineinhalb Jahre beobachtet, aber es hörte nicht auf, fraß sich immer weiter. Bis ich doch beherzt zur Schere gegriffen habe. Es scheint zwar so, daß ich den Schnitt tief genug im gesunden Holz angesetzt habe. Doch in diesem Fall wäre doch ein Baumwachs mit Fungizid recht hilfreich oder? Denn ich vermute, es handelte sich um eine Pilzerkrankung, die sich den Baum herabgefressen hatte.

    Viele Grüße
    Peter S

  • Wenn sich der Pilz schon im gesunden Gewebe verteilt hat, dann hilft sowieso nur noch ein systemisches Fungizid – also ein Anti-Pilzmittel, dass mit dem Saftfluss in der ganzen Pflanze verteilt wird. Ich gehe eigentlich nicht davon aus, dass es Baumwachs mit systemischen Fungiziden gibt (kenne mich aber auch nicht besonders gut damit aus).

    Wenn das gesunde Holz wirklich gesund ist (und wenn auch die Astschere nicht infiziert ist), dann ist eigentlich auch kein Fungizid nötig. Der Wundverschluss müsste das Eindringen von Pilzen in die Wunde zuverlässig verhindern. Die Gefahr, dass der Pilz sich einen anderen Weg in die Pflanze sucht, besteht natürlich weiter.

    Ach ja, und der Krankheitsserreger muss natürlich auch nicht zwangsläufig ein Pilz gewesen sein. Feuerbrand zum Beispiel schert sich nicht weiter um Fungizide, wenn überhaupt braucht man da ein Bakterizid.

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