Wühlmäuse bekämpfen

Ich glaube meine letzte Warnung an unsere Wühlmäuse war klar und deutlich formuliert. Jetzt ist Schluss, wer nicht hören will muss fühlen!

Naja, ehrlich gesagt sind Wühlmäuse in unserem Garten gar kein so großes Problem. Sie knabbern mal hier und mal da, aber nicht einmal im Topinambur richten sie ernstzunehmende Schäden an. Ich vermute, sie sind hauptsächlich damit beschäftigt, sich vor den Katzen der Nachbarschaft in Sicherheit zu bringen.

Leider haben sich die Wühlmäuse im Moment aber unter einer jungen Mirabelle breit gemacht, die wir erst im vergangenen Herbst gepflanzt hatten. Natürlich hatte ich vor dem Pflanzen ordentlich Kompost im Pflanzloch versenkt. Wahrscheinlich finden die Wühlmäuse diese Umgebung sehr attraktiv.

Wenn man die Wühlmäuse los werden will, sie aber auch nicht gleich ermorden möchte, dann gibt es ein paar mehr oder (meist) weniger wirksame Hausmittel:

  • Wühlmäuse sollen sehr geruchsempfindlich sein. Angeblich soll man sie vertreiben können, wenn man Hundehaare, parfümierte Wattebäuschchen, Holunderzweige usw. in ihre Gänge stopft.
  • Abwehrpflanzen wie Kaiserkrone,  Knoblauch, verschiedene Wolfsmilchgewächse oder Holunder sollen wohl ebenfalls den Geruchssinn der Wühlmäuse ansprechen.
  • Wühlmäuse sollen auch sehr geräuschempfindlich sein. Verschiedentlich wird berichtet, dass es möglich ist Wühlmäuse mit eingegrabenen Bierflaschen (die dann im Wind pfeifen) oder mit einem eingegrabenen mechanischen tickenden Wecker zu vertreiben.

Nach unserer Erfahrung funktionieren die Holunderzweige leidlich gut. Wenn die Wühlmäuse einen Standort aber so richtig attraktiv finden, dann helfen wohl nur schwerere Geschütze. Eine bewährte Methode ist Wasser.

Wenn man den ganzen Bau für einige Zeit unter Wasser setzt, dann hat man nach unserer Erfahrung gute Chancen, dass die Wühlmäusee ihn verlassen und erst mal nicht wieder kommen. Übrigens sind die Wühlmäuse ausgezeichnete Schwimmer. Durch diese Methode werden sie also nicht getötet, sondern sie suchen sich einfach nur einen trockeneren Standort.

Hier nun also unsere mehrfach erfolgreich getestete Methode zur Wühlmausbekämpfung:

Graben buddeln

Graben buddeln

Zunächst gräbt man einen Graben rund um den befallenen Baum. Dabei muss man natürlich genügend Abstand halten, damit die Wurzeln des Baums nicht verletzt werden. Da diese Methode wohl nur bei frisch gepflanzten kleineren Obstbäumen angewendet wird, sollte ein Abstand von etwa einem Meter gewöhnlich ausreichen.

Anschließend legt man den Gartenschlauch in den Graben und startet die Wasserpumpe.  Jetzt heißt es warten. Je nach Bodenart kann es ganz schön lange dauern, bis der Graben bis oben hin voll ist. Solange muss man aber warten. Kurz bevor der ganze Bau überflutet ist, kann man sich dann selbst davon überzeugen, dass Wühlmäuse hervorragende Schwimmer sind. Sie verlassen das sinkende Schiff so flink – selbst wenn man wollte, hätte man kaum eine Chance, sie zu erwischen.

Hochwasser im Wühlmausbau

Hochwasser im Wühlmausbau

Wenn der ganze Bau unter Wasser steht, kann man die Pumpe ausschalten. Es dauert einige Stunden, bis das Wasser versickert ist. Da der ganze Boden innerhalb des Grabens jetzt völlig mit Wasser getränkt ist, verliert der Baum in dieser Zeit etwas an Standfestigkeit. Man sollte so eine Aktion also eher nicht durchführen, wenn gerade starker Wind vorhergesagt ist.

Wir lassen den Graben noch für einige Zeit offen. Ich könnte mir vorstellen, dass es nicht sehr einladend für so eine Wühlmaus ist, wenn sie beim Umherbuddeln in der Erde plötzlich in einen Graben fällt.

Wie gesagt, mit dieser Methode vertreibt man die Wühlmäuse nicht aus dem Garten. Aber zumindest ist es bei uns ein mehrmals getestetes Mittel um besonders gefährdete Bäume zu retten.

Siehe auch:

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13 Kommentare zu Wühlmäuse bekämpfen

  • Da kann ich nur mit einer literarische Assoziation dienen: In John Irvings “Gottes Werk und Teufels Beitrag” (“The Cider House Rules) ist die jährliche Wühlmausjagd in einer Apfelplantage definitiv existenzsichernd.

  • Anna Lena Hartwig

    Ich bin selbst eine wühlmausgeplagte Gärtnerin und all die auf Gerüchen basierenden Tipps helfen nicht. Die Aktion mit der Überschwemmung verspricht sicher Abhilfe, aber eben nicht von Dauer. Mittlerweile pflanze ich alle Bäume Sträucher und Stauden in Pflanzkörbe, die ich mir aus verzinktem Hasendraht selbst herstelle. Einfach einen Korb aus den Hasendraht formen und an den Rändern mit Draht fest verbinden.
    Die kleineneren Wurzeln können hindurch wachsen, aber die Wühlmäuse kommen nicht mehr bis an die Basis. Seither habe ich keine einzige Pflanze mehr verloren.

    • Jo, das hört sich viel versprechend an. Allerdings hält verzinkter Draht erstaunlich lange. Bei den Obstbäumen hätte ich Bedenken, dass er irgendwann die Wurzeln schädigt.

      Ein Teil unseres Gartens war früher eine Rinderweide. Dort habe ich selbst vor etwa 35 Jahren einen verzinkten Stacheldraht angebracht. Zum Teil konnte ich damals offenbar keine Pfähle in die Erde bekommen und habe den Draht direkt an die Haselnüsse der begrenzenden Hecke genagelt. Inzwischen sieht dieser Draht immer noch aus wie neu und
      ist tief in die Bäume eingewachsen. Wir mussten ihn auf beiden Seiten des Baums abkneifen um ihn loszuwerden. Das möchte ich natürlich möglichst nicht bei den Wurzeln der Obstbäume erleben.

      • Opa Franz

        …meine bittere Erfahrung: alle Mühe und alles Geld umsonst-
        einzige sichere Erfahrung: Drahtkörbe einsetzen—die Befürchtung, dass Wurzeln “abgewürgt” werden, ist nach meiner Erfahrung unbegründet.
        So wie ein Stamm eine Abschnürung “überwallt”, tut das auch eine Wurzel!

        • Jens

          Leider bringen die Drahtkörbe lediglich etwas bei Bäumen und Sträuchern. Was macht ihr denn wenn ihr beispielsweise ein kleines Beet mit Möhren vor den Wühlmäusen schützen wollt.

  • Peter Konz

    Ich schwöre auch seit Jahren auf verzinkte Drahtkörbe als Wühlmausschutz. Bisher haben die so versorgten Bäume noch keine Probleme, aber ich befürchte ähnliches wie Heiner. Auf Dauer könnte der Draht die Baumwurzeln buchstäblich abwürgen. Für kleinere Pflanzen wie Stauden und Sträucher kann ich die Drahtkörbe aber auch nur wärmstens empfehlen.

  • Bernhard

    Es gibt spezielle Wühlmausfallen, die sehr erfolgreich sind und sich ganz leicht installieren lassen (z.B. Supercat). Wenn man hier bei der Aufstellung auch Handschuhe trägt, riecht die Wühlmaus auch nichts verdächtiges.

  • Linda

    Es sind so viele Lösungen…Welche davon ist die Beste????

  • nike rössler

    unser meerschweinchenkäfig wird immer von wühlmäusen heingesucht.was können wir tun? sie fressen immer die karotten auf !

    • Leider kenne ich mich mit der Haltung von Meerschweinchen überhaupt nicht aus. Am naheliegensten scheint mir aber ein Machendraht zu sein, den die Mäuse nicht überwinden können.

  • Jim Panse

    Hallo, ich habe das mit dem “wasser” verfeinert. Ich schlag 2 Fliegen mir einer Klappe. Ich nehm einfach das Wasser von unserer Jauchegrube ^^

    Funktioniert P E R F E K T

    Grüße

  • Helga Kämmerling

    Jauche hat früher bei meinem Großvater prima funktioniert. Aber wer hat heutzutage noch eine? Mein Vater hat 157 Wühlmäuse gefangen, indem er einen Eimer halb gefüllt mit Wasser so in den Gang eingegraben hat, daß der Eimerrand unterhalb des Ganges lag. So plumpsen die lieben Tierchen ist Wassser und versaufen.(Sie sind böse zu uns, also sind wir auch böse zu ihnen) Ich habe das in meinem Garten ausprobiert, wobei die Biester in einer Nacht jeweils den Eimer mit Erde zugetragen haben. Versuch lohnt aber auf jeden Fall.

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