Die Weiße Fliege

Der Weihnachtsstern, dem dieses Blog schon einmal einen eigenen Artikel gewidmet hatte, ist dahin geschieden. Gott hab ihn selig. Er starb vor ein paar Tagen in einem für mitteleuropäische Weihnachtssterne äußerst stattlichen Alter von drei Jahren.

Weiße Fliege aus unserem Weihnachtsstern

Weiße Fliege aus unserem Weihnachtsstern

Eigentlich ging es dem Weihnachtsstern vor zwei Wochen noch ziemlich gut. Dann haben wir uns irgendwie die Weiße Fliege ins Haus geholt und sind kurz danach für ein paar Tage in die Alpen gefahren. Als wir wieder Zuhause waren, sahen etliche Blätter so aus, wie das Blatt auf dem Foto rechts. Echt krass, wie sich diese Viecher vermehren!

Bei den Weißen Fliegen handelt es sich nicht um eine einheitliche Art und sie sind natürlich auch keine Fliegen. Bei den Weißen Fliegen handelt es vielmehr um unterschiedliche Arten der Mottenschildläuse (Aleyrodoidea).  In Mitteleuropa sind das vor allem die Gewächshaus-Weiße Fliege (Trialeurodes vaporariorum) und die Eschen-Weiße Fliege (Siphoninus phillyreae).

Nachdem sich die Weiße Fliege einer Pflanze angenommen hat, setzt sie sich an der Blattunterseite fest und macht zwei Dinge – massenweise Nachkommen produzieren und Pflanzensaft saugen. Dabei produziert sie große Mengen Honigtau. Die gesamte Umgebung der befallenen Pflanze ist schon nach kurzer Zeit von einer klebrigen Zuckerschicht bedeckt.

Weiße Fliege

Weiße Fliege

Soweit ich es einschätzen kann, gehören die Bösewichte, die sich über unseren Weihnachtsstern her gemacht haben, zu den Gewächshaus-Weiße-Fliegen. Diese Art stammt ursprünglich aus Mittelamerika und wurde etwa 1848 – einem wichtigen Jahr der deutschen Geschichte – nach Europa eingeschleppt.

Außerhalb von Wohnungen und Gewächshäusern ist die Gewächshaus-Weiße-Fliege kaum überlebensfähig, weil sie Temperaturen über zwanzig Grad liebt und auf der anderen Seite Frost nur schlecht verträgt.

Zur Bekämpfung der Weißen Fliege sollen befallene Pflanzen an einen kühlen Standort gebracht und nur sparsam gegossen werden. Angeblich sollen Weiße Fliegen gelbe Flächen anfliegen. Gelbtafeln müssten also zur Bekämpfung funktionieren. Ebenso sollen sich die bekannten natürlichen Feinde der Pflanzenläuse (z.B. Marienkäfer) auch gerne mit der Weißen Fliege beschäftigen.

Wir haben den Weihnachtsstern mit unserem erprobten Mittel gegen Blattläuse – nämlich Seifenlösung – behandelt. Vermutlich hätte das auch funktioniert, aber wir hatten ihn sicherheitshalber auch nach draußen gestellt. Er sollte nicht auch noch unsere anderen Zimmerpflanzen anstecken. Die Weißen Fliegen haben die kalten Nächte der vergangenen Tage und die Schmierseife nicht besonders gut vertragen, leider ging es dem Weihnachtsstern aber genau so.

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