Phytophthora an den Pflanzkartoffeln?

Ich bin hier schon mehrmals sehr entschieden dafür eingetreten, keine Speisekartoffeln auszupflanzen. Die Vermehrung von Pflanzkartoffeln wird ausgesprochen scharf überwacht und man kann sich einigermaßen sicher sein, dass zertifizierte Knollen nicht von Pilzen, Bakterien, Kartoffelviren oder Nematoden befallen sind. Im Prinzip stehe ich auch weiter voll hinter dieser Ansicht, aber …

Eingefallene Stellen an Pflanzkartoffeln

Eingefallene Stellen an Pflanzkartoffeln

Ich bin nicht ganz sicher, ob ich diese eingefallenen Stellen an einigen unserer diesjährigen zertifizierten Pflanzkartoffeln richtig deute, aber das sieht doch sehr nach der Kraut- und Knollenfäule aus.

Der Pilz, der die Kraut- und Knollenfäule an Kartoffeln (und übrigens auch die Braunfäule an Tomaten) auslöst heißt Phytophthora infestans. Er dringt im Herbst des Vorjahrs (teilweise auch bei der Ernte und im Lager) in die Knollen ein und überwintert dort. Aus der befallenen Knolle entsteht eine kranke Pflanze, die dann frühzeitig den ganzen Bestand infizieren kann.

Später im Jahr ist der Befall aller Kartoffelpflanzen mit Phytophthora normal (es sei denn man spritzt regelmäßig Fungizide). Der späte Befall ist aber zu verschmerzen, weil die Knollen nicht über den Saftfluss, sondern von außen infiziert werden. Tritt der Befall aber frühzeitig ein, muss man mit hohen Ertragsausfällen bis hin zum Totalverlust rechnen.

Es wäre also interessant zu wissen, ob diese eingefallenen Stellen wirklich ein Zeichen für eine Phytophthora-Infektion sind. Dann würden wir die Knollen natürlich gar nicht erst auspflanzen.

Aufgeschnittene Pflanzkartoffel

Aufgeschnittene Pflanzkartoffel

Befallene Knollen erkennt man laut oekolandbau.de daran, dass im Innern der Knolle braune Verfärbungen ohne Abgrenzung zum gesunden Gewebe auftreten. Tja, sollte einer unserer Leser genaueres wissen, dann bitte schnell her damit – für mich sieht das aus wie eine Knolle, die mit Knollenfäule infiziert ist. Schade eigentlich…

Siehe auch:

Werbung:

Weblinks:

5 Kommentare zu Phytophthora an den Pflanzkartoffeln?

  • Da ich mit meiner Diagnose nicht ganz sicher bin, habe ich eben mal kurz die Hotline für Hobbygärtner bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen angerufen. Leider konnte mir der nette Herr anhand meiner wagen Beschreibung auch nicht sicher sagen, ob es sich um Phytophthora handelt. Inwieweit so eine Infektion ein Mangel ist, für den ich beim Händler Wandel verlangen könnte, scheint auch nicht ganz klar zu sein.

    Die Hotline ist übrigens vom 1. März bis 15. Oktober dienstags und donnerstags von 10 bis 12 Uhr unter der Nummer 0441 801-789 zu erreichen.

  • Hallo Heiner,
    bei uns, in Ungarn kann man eine phitophtorafrei Kartoffeltyp kaufen. Das ist eine spezielle ungarische Kartoffelsorte.
    Soviel ich weiß, man kann in Deutschland diese Knollen kaufen, der Name die Sorten ist Sarpo Mira. Das ist nicht GMO oder etwas Hybrid, nur eine alte Sorte.
    Gruß aus Ungarn, und gute Gartenarbeit:
    Ági

  • Danke für die Antwort.
    Ich möchte noch etwas fragen. Welche Bio-Methode kannst du bei der Braunfäule in Deutschland nutzen? Voriges Jahr konnte ich kaum ein paar Tomaten ernten. Leider ist die Erde mit Phitophtora infiziert, so ich kann am Sommer mit Braunfäule rechnen. Ich kann nicht die Erde austauschen. Was kann ich machen, wenn ich will keine Kemikalien nutzen?
    Gruß:
    Ági

    • Es gibt natürlich viele Maßnahmen zur Vorbeugung gegen Braunfäule an Tomaten (Fruchtfolge beachen oder Boden austauschen, nicht zu dicht pflanzen, nicht zu viel Stickstoff, nicht mit Wasser herrum spritzen, nur dicht über dem Boden gießen, Hygiene z.B. Spiralstäbe desinfizieren usw. usw.)

      Die wichtigste Maßnahme ist aber: Tomaten dürfen einfach nicht im Regen stehen! Man mag darüber streiten, aber zumindest hier bei uns im Norden sind Tomaten einfach keine Kultur für das Freiland. Sie brauchen ein Dach gegen die Feuchtigkeit.

      Die Phytophtora-Sporen fliegen im Sommer überall herum, das lässt sich nicht vermeiden. Aber sie können nur bei anhaltender Feuchtigkeit auf den Blättern keimen. Ohne feuchte Blätter gibt es auch keine Braunfäule.

Hinterlassen Sie eine Antwort

 

 

 

Sie können diese HTML Tags verwenden

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

eMail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren.
Auch möglich: Abo ohne Kommentar.

Beachte bitte, dass wir Links in Kommentaren nicht in jedem Fall veröffentlichen können. Näheres dazu findest Du in unseren Regularien.