Narrentaschen an Pflaumen, Zwetschgen und Schlehen

Oje, im Garten gibt es aber auch dauernd irgend etwas Neues. Gestern Abend haben wir plötzlich große Gallen in unseren Schlehen gefunden.

Narrentaschen an der Schlehe

Narrentaschen an der Schlehe

Diese Gallen nennt man Narrentaschen. Die dazu gehörende Krankheit nennt man entsprechend die Narrenkrankheit oder auch Taschenkrankheit. Die Narrenkrankheit wird von dem Pilz Taphrina pruni ausgelöst. Er befällt Schlehen, Pflaumen, Zwetschgen, Mirabellen, Renekloden und Traubenkirschen. Selten werden auch Aprikosen befallen, andere Pflanzen sind gegen den Pilz resistent.

Bei uns sind offenbar nur die Schlehen betroffen. In Pflaumen und Zwetschgen konnten wir solche Narrentaschen zumindest bisher nicht finden. Wahrscheinlich liegt das daran, dass es bei der Blüte der Pflaumen und Zwetschgen schon recht warm und trocken war. Taphrina pruni braucht aber ein eher kühles und feuchtes Klima um seine Wirte infizieren zu können. Wie man auf dem Foto erkennt, sind zum Glück noch genügend gesunde Früchte übrig geblieben. Um die Schlehen-Ernte müssen wir uns wohl keine Sorgen machen.

Bei den kleinen gelben Früchten handelt es sich übrigens nicht um eine Krankheit. Das sind überzählige Früchte, von denen der Baum annimmt, dass er sie sowieso nicht wird ernähren können. Er wirft sie also demnächst beim sogenannten Junifall ab.

Aufgeschnittene Narrentaschen

Aufgeschnittene Narrentaschen der Schlehe

Bei den Pflanzen, die mit Taphrina pruni befallen sind, vergrößern sich die jungen Früchte schon im Mai stark. Die lang gestreckten gebogenen Gallen sind zunächst hellgrün und verfärben sich später braunviolett bis schwarz. Die umgeformten Früchte bilden keine Kerne, sondern sie bleiben im Inneren hohl. Die Früchte bleiben als Fruchtmumien bis zum nächsten Frühjahr am Baum hängen. Im Frühjahr werden die Sporen dann durch Wind und Regen verbreitet. Die Infektion erfolgt über die Blüte der Wirtspflanzen. Es scheint so, als hätten wir bei unserer Fruchtmumien-Sammelaktion ein paar Schlehen-Mumien übersehen – das haben wir nun davon…

Vorbeugung und Bekämpfung der Narrenkrankheit:

Kranke Zweige und Früchte müssen sofort vernichtet werden. Zum Teil fallen die Gallen herunter auf den Boden. Auch diese Gallen müssen aufgesammelt und vernichtet werden. Angeblich soll Knoblauch auf den Baumscheiben vorbeugend gegen die Narrenkrankheit helfen. Sehr plausibel kommt mir das zwar nicht vor, aber schaden wird es wohl auch nicht.

Zur Stärkung der Pflanzen sollen gefährdete Arten während und kurz nach der Blüte mit Schachtelhalmbrühe und Rainfarnbrühe (evtl. gemischt mit Knoblauchbrühe) behandelt werden. Befallene Bäume sollen regelmäßig geschnitten werden, um die an der Rinde haftenden Erreger zu entfernen. Die Baumscheiben sollen sauber gehalten und gemulcht werden. Einige Sorten (z.B. die Zwetschgensorte Tophit) sind einigermaßen resistent gegen Taphrina pruni.

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