Eine einfache Pilzpfanne

Wir haben gestern ganz stolz unsere allerersten selbst gezogenen Pilze geerntet – 400 Gramm Steinchampignons.

Champignons

Champignons

Warum die Champignons ausschließlich am Rand der Anzuchtkiste gewachsen sind, weiß ich leider auch nicht. Vielleicht liegt es an unterschiedlichen Temperaturen in der Kiste oder an einem unterschiedlichen CO2-Gehalt in der Bodenluft. Erst einmal ist das ja auch egal, denn erst einmal wollen wir wissen, ob die selbst gezogenen Champignons überhaupt schmecken.

Für den ersten Geschmackstest haben wir es bei einer ganz einfachen Pilzpfanne belassen. Und um das gleich vorweg zu nehmen – die eigenen Pilze waren superlecker. Möglicherweise hat das mit dem merkwürdigen Effekt zu tun, dass selbst gezogenes Gemüse immer viel besser schmeckt, als jedes andere Gemüse. Aber auch das ist egal, solche Pilzpfannen wird es bei uns in Zukunft jedenfalls häufiger geben.

Rezept: Einfache Pilzpfanne

Zutaten

  • 400 Gramm Champignons
  • eine Zwiebel
  • Olivenöl
  • etwas Butter
  • Salz, Pfeffer

Zubereitung

Die ersten selbst gezogenen Pilze

Die ersten selbst gezogenen Pilze

Die Pilze werden nicht abgeschnitten, sondern sie werden vorsichtig aus dem Substrat heraus “gedreht”. Eigentlich sind die Champignons ja sehr sauber aufgewachsen, trotzdem müssen sie geputzt werden. Ich habe keine Ahnung, wie die Substratkrümel auf die Pilze kommen, aber sie sind da und müssen entfernt werden.

Natürlich wäscht man Pilze nicht, sondern man putzt sie sorgfältig mit einem Pinsel ab. Würde man sie mit Wasser abwaschen, dann würden sie wie ein Schwamm sehr viel Flüssigkeit aufnehmen und aus der Pilzpfanne würde eher eine Pilzsuppe.

Die Champignons werden in nicht zu kleine Stücke geschnitten. Die Zwiebel wird in kleine Würfel geschnitten und im Olivenöl glasig angebraten. Die Pilze werden dazu gegeben und einige Minuten gebraten, bis sie beginnen von außen weich zu werden. Nun wird das Ganze mit Salz und ordentlich Pfeffer gewürzt und man lässt es noch ein paar weitere Minuten dünsten. Zum Schluss gibt man noch ein wenig Butter in die Pfanne und nimmt sie dann vom Herd – fertig.

Pilze verlieren beim Braten (spätestens nach der Zugabe von Salz) relativ viel Flüssigkeit. Deshalb halte ich persönlich nicht so viel davon, die Zwiebeln erst nach den Pilzen dazu zu geben. Sie werden dann eher in der Flüssigkeit gekocht als gebraten. Ebenso wenig halte ich davon die Pilze so lange braten zu lassen, bis die ausgetretene Flüssigkeit verdampft ist. Die Pilze werden durch zu langes Braten sehr weich und schmecken dann nicht unbedingt besser.

Bei uns gab es zu der Pilzpfanne Pasta und eine Soße aus einem Bratenfont, den wir schon vor einiger Zeit gemacht und eingefroren hatten. Eine Pilzpfanne kann man natürlich auch gut pur essen, dafür reichen 400 Gramm bei Mailins Appetit aber niemals aus.

Siehe auch:

13 Kommentare zu Eine einfache Pilzpfanne

  • Wir haben zur Zeit auch so eine Champignon-Kiste und bei unserer wachsen sie auch nur am Rand. Vielleicht kann jemand das Geheimnis lüften…interessiert mich sehr.
    LG Martina

    • Pilze sind ja ziemlich eifrige Futterverwerter, deshalb gehe ich mal davon aus, dass sie das Substrat in der Mitte auch längst besiedelt haben. Mal sehen, ob sie dort beim nächsten mal auch Fruchtkörper bilden, oder ob sie die Nährstoffe und Energie wieder in Richtung Rand transportieren.
      Derk vermutet auf G+, dass es an der ungleichen Verteilung der Feuchtigkeit liegen könnte. Bei ihm war es genau umgekehrt, die Fruchtkörper wuchsen innen. Keine Ahnung woran es liegt, wir werden sehen, wie sich das weiter entwickelt.

      • Ich hab vorhin nochmal nachgeschaut – in der Mitte unserer Champignonkiste sind jetzt auch ein paar winzige Köpfchen zu sehen. Die Erklärung mit der Feuchtigkeit könnte hinkommen…jedenfalls ist es spannend und ein schöner Ausgleich zum eingewinterten Gemüsebeet.

  • Pilzanbau würde mich auch mal interessieren.
    Hab dazu aber in unserem Gartencenter noch nichts entdeckt.
    Wobei ich selten etwas finde wenn ich etwas suche ^^
    Habt ihr fertiges Substrat gekauft? Oder wie bist Du vorgegangen?

    • Wie wir vorgegangen sind hatte ich vor einiger Zeit hier beschrieben. Exakt nach zwei Wochen war an der Oberfläche Pilzmyzel und erste Ansätze von Fruchtkörpern zu erkennen, da haben wir die Temperatur dann etwas abgesenkt und jetzt nach drei Wochen haben wir zum erstem Mal geerntet.

      Ach ja, gleich nach der Ernte haben wir die Kiste zum Ausgleich der entnommenen 400 Gramm Pilze mit 400 Gramm Wasser gegossen.

  • Das ist ja toll! Ich hatte überlegt, ob ich meinem Vater zum Geburtstag eine solche Anzuchtkoste schenke. Scheint sich ja zu lohnen!
    VG
    Elke

  • Sehr schöne Idee das mit dem Pilze selber züchten…werde das auch mal ins Auge fassen! :)

  • Sehr schön. Klingt nach einer netten Abwechslung für den etwas langweiligen Winteranbau, der sich bei uns hauptsächlich auf Feldsalat und Grünkohl beobachten beschränkt…
    P.S.: wie beschrieben war es doch wirklich keine “Pilzpanne”(letzter Satz), oder? :)

  • Gratuliere zur erfolgreichen Pilzzucht! Im Grunde interessiert mich das auch schon lange, aber es ist mir zu heikel und pflegebedürftig.

    Die Regel, dass man Pilze nicht wäscht, durchbreche ich übrigens manchmal – aber nur bei Champignons. Wenn sie frisch, recht kugelig und fest sind, hau ich sie schon mal ins Salatsieb und verpasse ihnen eine Dusche. Danach Wasser abschütteln, wie beim Salat – und ein wenig stehen lassen. NOCH NIE hatte ich deshalb Probleme, wenn ich sie dann in Scheiben geschnitten brate!

    • Die Pflegebedürftigkeit hält sich eigentlich in Grenzen. Der Kasten steht die ganze Zeit in der Duschwanne herum und wir machen gar nichts damit. Die einzige Pflege war, dass wir die Heizung in den ersten zwei Wochen etwas offen hatten und dass wir einmal etwas Wasser nachgefüllt haben.

  • Frickerpeter

    Hallo Heiner, ich kann mich Claudia nur anschliessen. Das man Pilze nicht waschen sollte kann je nach Sorte und Umständen manchmal sinnvoll sein, ist aber unterdessen zum Dogma geworden, das wieder einmal überprüft werden sollte. Viele Pilze sind sehr fein und zerbrechlich, mit einem Pinsel ist die Reinigung schwierig. Drückt man zu fest, geht der Pilz kapputt, drückt man zu wenig, gehen die Dreckkrümel nicht weg. Ausserdem kleben die Krümel auf der weichen Pilzoberfläche, der Pinsel drückt die Krümel eher weiter rein, statt sie zu entfernen. Und drückt man gerade richtig, ist die Chance den Dreck nicht zu entfernen, sondern gleichmässig auf alle Pilze zu verteilen recht gross, denn die winzigen Krümel kleben auch am Pinsel. Mann müsste also den Pinsel nach jedem Pilz waschen und trocknen lassen… Pilze, speziell Champignons, sind keine Schwämme, sie saugen nur wenig Wasser auf, wenn sie schnell abgeduscht werden. Ich wollte es genauer wissen und habe neulich einmal ein 500 g Korb Champignons kräftig abgeduscht und die wenigen nach der Dusche noch haftenden Krümel mit dem Finger entfernt. Gewicht vor der Dusche: 491 g
    Gewicht nach Dusche und vorsichtig mit der Salatschleuder trockenschleudern: 499 g. Das ist eine Gewichtszuhnahme von etwa 1.6% und kann vernachlässigt werden. Von “Pilzsuppe” kann also keine Rede sein. Wahrscheinlich sind mindestens 9 g Wasser schon während in der Zeit zwischen dem Abpacken und meiner Wägung im Korb verdunstet, dies wurde also durch das Waschen wieder kompensiert. Ausserdem verlieren ja die Pilze durch den Bratvorgang sowieso einen grossen Anteil an Flüssigkeit. Das zusätzliche Wasser verdunstet also in der Pfanne sehr schnell.

    • Die Pilze sprießen schon wieder ;-) Bei der nächsten Pilzpfanne werde ich auch mal messen, wie viel Wasser unsere Champignons aufnehmen, wenn man sie wäscht.
      Mag sein, dass das nur eine Selbsterfüllende Prophezeiung war, aber ich kann mich erinnern, dass ich einmal recht schmutzige Pilze mit Wasser abgewaschen habe. Anschließend habe ich mich sehr über massenweise Wasser in der Pfanne geärgert.

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