Hagebuttentee selbst gemacht

Hagebutten

Hagebutten

Vor ein paar Tagen waren wir in der Feldmark um ein paar Schlehen für Schlehenlikör zu ernten, bevor uns die Vögel wieder alles weg fressen. Unterwegs begegneten uns auch ein paar Hundsrosen, die voller Früchte hingen.

Hagebutten zu sammeln und zu verarbeiten ist nicht gerade eine Freude, aber beim Anblick dieser Früchte konnten wir dann doch nicht widerstehen. Also haben wir auch einen Eimer voll für Marmelade und Tee gesammelt.

Ach ja, man muss bei Hagebutten (und natürlich auch bei Schlehen) nicht warten, bis sie Frost bekommen haben. Jetzt sind die Hagebutten noch schön stabil. Nachdem sie erst mal gefroren waren, sind sie dann matschig weich und es macht überhaupt keinen Spaß mehr sie zwischen den Dornen heraus zu fischen.

Kurz noch ein paar Hinweise zum Hagebuttensammeln, die eigentlich für alle Wildfrüchte gelten:

  • im vergangenen Jahr sah ich auf dem Mittelstreifen der A1 eine Dame, die Hagebutten erntete. Wir machen sowas nicht und meiden beim Sammeln sogar kleinere Straßen
  • auch Wege an denen regelmäßig Spaziergänger mit ihren Hunden unterwegs sind, meiden wir (zumindest sammeln wir dort keine tief hängenden Früchte oder gar Früchte vom Boden.
  • logischerweise muss man beachten, dass man die Früchte überhaupt ernten darf (Eigentümer fragen, Richtlinien zum Naturschutz beachten)
Hagebutten halbiert

Hagebutten halbiert

Rezept Hagebuttentee

Die Hagebutten werden ordentlich mit Wasser abgewaschen. Anschließend entfernt man die Stiele und schneidet die Blütenansätze ab. Wir haben die Früchte dann in der Mitte durchgeschnitten. Wahrscheinlich ließen sie sich besser trocknen, wenn man sie kleiner schneiden und sogar etwas zerstampfen würde. Wir wollten aber vermeiden, dass zu viel von dem enthaltenen Vitamin C an der Luft oxidiert, also haben wir es beim Halbieren belassen.

Zum Glück müssen die Kerne für Hagebuttentee nicht entfernt werden.

Nun müssen die Früchte getrocknet werden. In einigen Rezept hatte ich gelesen, dass man sie für zwanzig Minuten bei 40 Grad im Backofen trocknen soll – sehr lustig. Realistischer ist da schon die Angabe in anderen Rezepten – 8 Stunden bei 50 Grad.

Hagebutten trocknen

Hagebutten auf dem Ofen trocknen

Bei der relativ kleinen Menge Tee, die wir gemacht haben, wäre der Energieeinsatz für acht Stunden wohl kaum gerechtfertigt. Da es hier sowieso gerade nicht gerade sommerlich ist, haben wir lieber den Ofen angeheizt. Nach etwa zwölf Stunden waren die Hagebutten tatsächlich vollständig trocken.

Beim Trocknen muss man darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch steigt. Vitamin C oxidiert an der Luft sowieso ziemlich schnell. Wenn man es erwärmt, dann geht das noch schneller. Wir haben also darauf geachtet, dass es wirklich nicht viel wärmer als 50 Grad wurde.

Nachdem der Tee getrocknet ist, lässt man in abkühlen und lagert ihn dann dunkel, kühl und trocken in einer aromadichten Verpackung.

Hagebuttentee

Hagebuttentee

Dem fertigen Tee merkt man deutlich seinen Gehalt an Vitamin C an. Er ist – wie man es schon aus der Jugendherberge kennt – recht sauer. Der Eigengeschmack der Hagebutten tritt dagegen etwas im Hintergrund. Deshalb wird Hagebuttentee oft mit anderen Kräutern und Früchten gemischt.

Leider stimmt die Farbe unseres Hagebuttentees nicht so ganz mit kommerziell angebotenem Hagebuttentee überein. Im Gegensatz zum tiefroten Jugendherbergstee ist unser Hagebuttentee eher wässrig rosa. Vermutlich liegt das daran, dass Hagebuttentee meist mit roten Hibiskusblüten (Eibisch) gemischt wird. Diese Blüten sorgen für die tiefrote Farbe des Hagebuttentees. Übrigens muss man vor Hibiskusblüten keine Angst haben – zumindest laut der Informationszentrale gegen Vergiftungen ist Hibiskus nicht giftig.

Weblinks:

10 Kommentare zu Hagebuttentee selbst gemacht

  • Mark`s

    Für dunkelroten Tee mit Hagebutte reichen wenige getrocknete rote Blutmalvenblätter ( Kharkade ) benutzt. Ist absolut ungiftig, sogar gesund und somit auch noch gleich einen Durstlöscher.

    • Ich musste erst mal nachsehen, worum es sich bei diesem Kharkade überhaupt handelt. Wenn ich es richtig verstanden habe, meinst Du Blätter (den Blütenkelch?) der Roselle (Hibiscus sabdariffa).

      Hier bei uns wäre das erst mal nur eine theoretische Alternative, weil ich nicht weiß, wo solche Rosellen wachsen. Hagebutten von der Hundsrose (Rosa canina) gibt es hier dagegen in rauen Mengen ;-)

      Nachtrag: Hmm, Du meinst offenbar doch nicht die Roselle (ich war von dem Begriff Karkadeh verwirrt ;-). Ich vermute mit der Blutmalve meinst Du die mauretanische Form der Wilden Malve (Malva sylvestris var. mauritiana), oder?

  • wolfgang

    Super Seite mit tollen Tips, allerdings muss ich gestehen, dass ich schlussendlich dann doch den Vögel die Hagebutte gönne und lasse, die können sich nichts im Supermarkt kaufen :-(

  • antje

    ich kenne noch aus alten rezepten, daß man die kerne vor dem trocknen entfernen muß. da das eine hundearbeit ist, würde ich das natürlich toll finden, wenn man daß nicht muß. meine eltern kennen das auch nur mit halbieren, kerne raus und dann trocknen… geht das wirklich, wenn die kerne (und damit die härchen) drin bleiben – oder stört das dann beim trinken?

    • Ich kann jetzt nix zum geschmacklichen Unterschied mit/ohne Kerne sagen, weil wir die Kerne immer mitgetrocknet haben. Probleme mit Hährchen im Tee gibt es jedenfalls nicht. Wir benutzen keinen Papier- oder Stofffilter sondern dieses Teesieb, dass man auf dem unteren Foto sieht. Trotzdem keinerlei Hährchen im Tee.

  • franz

    meine frau entfernt auch die kerne u.mischt zudem verschiedene getrocknete Apfelschalen bei das schmeckt prima

  • Michaela

    Hallo Heiner,

    ich püriere aus den abgebrühten Hagebutten vermischt mit Malvenblüten und Zucker ein Muß und verarbeite es zwischen Oblaten zu Früchteriegel.

    Frage zu den Härchen! Bis jetzt habe ich Hagebuttenschalen mit Kernen verabeitet, sind die Härchen auch verdaulich? LG Michaela

  • Josef

    Hallo Heiner,

    das heurige Jahr ist ein wahres Hagebuttenjahr und entsprechend sind in meiner Gegend auch die Erträge. Gesammelt wird bei uns eigentlich schon so lang ich denken kann und auch die Generationen davor haben fleißig Hagebutten für Tee gesammelt und getrocknet.
    Der entscheidende Tip wie du zur richtigen Farbe des Tees kommst und auch die richtige Konsistenz erreichst ist ganz einfach. Wir kochen den Tee am Holzofen auf und lassen ihn über Nacht durchziehen. Am nächsten Morgen ist der Geschmack richtig intensiv und der Tee dickflüssiger geworden. Mit einen Löffel Honig verfeinert ist das die richtige Vorsorge für den Winter.

  • Vater Abraham

    Ich bin gerade beim Zubereiten der Hagebutten uns stöbere im Netz, was andere Leute so für Erfahrungen damit haben. Habe dabei folgendes gefunden:

    Wollen Sie wirklich viel Vitamin C zu sich nehmen, dann ist es sinnvoll, wenn sie die Hagebutten im rohen Zustand essen … In Zeiten des Fuchsbandwurms und der Vogelgrippe usw. sollte man ausreichend Vorsicht walten lassen … Die Trocknung und das heiße Wasser beim Aufbrühen machen dem meisten Vitamin C den Garaus

    • Sorry, Vater Abraham, ich musste Deinen Kommentar leider auf die wichtigsten Punkte reduzieren. Wir können hier mit Rücksicht auf das entsprechende Copyright keine längeren Auszüge aus fremden Webseiten veröffentlichen.

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