Treberbrot

Eigentlich sind wir bei unserer Selbstbrau-Berichterstattung ja noch gar nicht beim Treber angekommen. Aber heute ist nun mal der 16. Oktober – Welternährungstag. Zorra von “1x umrühren bitte” feiert am Welternährungstag schon seit 2006 alljährlich zusammen mit ihren Lesern den “World Bread Day“. An der heutigen siebten Edition wollen wir uns nun auch mal beteiligen.

Treber

Treber aus Weizen- und Gerstenmalz

Was ist eigentlich Treber? Als Treber bezeichnet man die ausgelaugten Bestandteile des Malzes bei der Bierherstellung. Malz ist bekanntlich Getreide, das zunächst zum Keimen gebracht und dann getrocknet/geröstet wird. Bei der Bierherstellung wird die Stärke aus dem Malz in Zucker umgewandelt und ausgewaschen. Im Wesentlichen besteht Treber also aus den übrig gebliebenen Spelzen und unlöslichen Eiweißbestandteilen (zu denen auch ein großer Teil des Gluten gehört).

Gut, wenn man also aus Treber ein Brot backt, dann erhält man ein relativ kalorienarmes, eiweißreiches und ballaststoffreiches Brot. Malz wird relativ grob gemahlen. Um dem Brot etwas Stabilität zu geben, haben wir uns entschlossen den Treber mit Weizenmehl zu mischen.

Rezept: Treberbrot

Zutaten:

  • 1 Kilogramm frischer feuchter Treber (in unserem Fall aus zwei Teilen Weizentreber und einem Teil Gerstentreber)
  • 1 Kilogramm Weizenmehl
  • ein Hefewürfel (42 Gramm)
  • 4 Teelöffel Salz
  • 2 Teelöffel Zucker (der Treber enthält Restzucker)
  • Wasser (evtl. Bier?)

Zubereitung:

Unsere Küchenmaschine war mit der Teigmenge deutlich an der oberen Grenze ihres Fassungsvermögens, aber wir wollten andererseits gerne möglichst viel von dem Treber verwenden. Die Zutaten werden also in die Rührschüssel gegeben und es wird Wasser dazu gegeben.

Sicherheitshalber habe ich die Wassermenge hier nicht angegeben, weil sie sehr vom Feuchtigkeitsgehalt des Trebers abhängt. Leider war unser Bier noch nicht fertig, als wir das Brot gebacken haben. Wir konnten also das Wasser nicht durch unser eigenes Bier ersetzen. Bei einem der nächsten Treberbrot-Aktionen werden wir das sicherlich auch mal versuchen.

Nachdem der Teig in der Küchenmaschine ordentlich durchgeknetet wurde, muss er eine halbe Stunde (in der abgedeckten Rührschüssel) an einem warmen Ort gehen. Anschließend wird er noch einmal mit der Maschine durchgeknetet und dann in die gefettete Brotform gegeben.

Treberbrot

Ein dickes Treberbrot

Nun muss der Teig noch einmal etwa eine Viertelstunde gehen, Anschließend kommt er für gut 50 Minuten in den 200 Grad warmen Backofen (Ober- und Unterhitze). In den letzten zehn Minuten kann man die Temperatur auf ca. 240 Grad anheben, damit das Brot eine knusprig braune Kruste bekommt.

Das Brot hat uns erstaunlich gut geschmeckt. Beim nächsten Mal werden wir versuchen das Wasser durch Bier zu ersetzen. Und vielleicht ersetzen wir die Hefe sogar mal durch Bierhefe. Da das Brot recht rustikal daher kommt, könnte man auch Varianten mit Röstzwiebeln oder gebratenen Speckwürfeln ausprobieren, wie es im Hobbybrauerforum vorgeschlagen wurde.

Logischerweise isst man so ein großes Brot nicht an einem Tag auf. Es fiel auf, dass es wesentlich länger frisch blieb als “normales” Weizenbrot. Ich vermute, dass das an dem größeren Anteil an unlöslichen Eisweißbestandteilen lag.

Siehe auch:

Weblinks:

3 Kommentare zu Treberbrot

  • Klingt sehr interessant und Eiweissbrote sind ja jetzt gerade in aller Munde. Wie muss ich mir den Geschmack von Treber vorstellen? Leicht bierig?

    Danke fürs Mitmachen am World Bread Day! Nächstes Jahr wieder, oder?!

    • Der Treber riecht/schmeckt irgendwie süßlich/malzig/brotig. In den vorangegangenen Schritten wurde die gesamte Stärke in Zucker umgewandelt und das Ganze wurde auf 78 Grad erhitzt. Da noch kein Hopfen zugesetzt wurde, tritt der bierige Geruch noch etwas in den Hintergrund.

      Das Malz wird relativ grob (bei Gerstenmalz mitsamt der Spelzen) gemahlen oder sogar gequetscht wie Haferflocken. Dadurch enthält der Treber recht viele große Spelzenstücke. Erstaunlicherweise findet man die später im Brot aber nicht wieder.

  • Also wenn ich nicht gewusst hätte, dass es sich um ein Treberbrot handelt, hätte ich es für ein richtig gutes Sauerteigbrot gehalten. Bierig fand ich es überhaupt nicht.

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