Spätzle selber machen

Bärlauchspätzle

Lecker! Bärlauchspätzle

Bei uns gab’s gestern Bärlauchspätzle. Dabei fiel mir mit Grausen auf, dass es hier noch gar keinen Artikel zu Spätzle gibt. Das muss ich natürlich schleunigst nachholen, sonst steigt mir noch eine meiner “Ersatzmütter” während meines Zivildienstes auf landwirtschaftlichen Betrieben im Schwäbischen Oberland auf’s Dach. Dort gehörten Spätzle nämlich zu den wichtigsten Grundnahrungsmitteln.

Zunächst kurz zum Teig-Rezept. Kurz deshalb, weil es nun wirklich nicht schwierig ist, die Zutaten zu einem Teig zusammen zu rühren. Das Problem ist eher diesen Teig anschließend zu kleinen Knöpfchen weiter zu verarbeiten

Rezept Spätzle:

Zutaten:

  • 400 Gramm Weizenmehl
  • 5 Eier
  • 150 Milliliter Wasser
  • 1 Teelöffel Salz
  • (bei Bärlauchspätzle kommt noch ordentlich Bärlauch dazu)

Zubereitung:

Die Zutaten werden in eine Schüssel gegeben und sorgfältig verrührt. Es soll ein nicht zu fester (eher halbflüssiger) Teig entstehen. Vor dem Kochen soll der Teig dann noch eine halbe Stunde ruhen. Anschließend wird er zu Knöpfchen verarbeitet (dazu komme ich noch) und anschließend kurz in sprudelnd kochendem Salzwasser gekocht.

Allgemein wird gesagt, dass die Spätzle fertig sind, sobald sie im Kochwasser an die Oberfläche steigen. Das geht sehr schnell. Ich persönlich koche die Spätzle noch einen Moment länger, weil sie dann etwas fester werden. Die fertigen Spätzle werden mit einer Schaumkelle aus dem Wasser gehoben und im Backofen bei 80 Grad warm gestellt bis der ganze Teig verarbeitet ist.

Spätzleteig zu Knöpfchen verarbeiten

Es gibt etliche Hilfsmittel, um den Spätzleteig weiter zu verarbeiten. Ich habe leider nicht zu allen diesen Werkzeugen eigene Erfahrungen, deshalb habe ich mal entsprechende Werbelinks bei Amazon heraus gesucht. Dort gibt es auch Fotos:

Spätzlebrett und Schaber

Bei der klassischen Methode wird der Teig auf ein Spätzlebrett gegeben und dann mit einem Messer oder einem Schaber in das kochende Wasser geschabt. Bei meinen “Ersatzmüttern” auf den Höfen in Oberschwaben war diese Methode üblich. Ich habe es schon gelegentlich selbst probiert; ohne langjährige Übung dauert das aber ganz schön lange.

Spätzlepresse

So eine Spätzlepresse hatten wir in meiner Studenten-WG. Die Dinger sehen aus wie riesengroße Knoblauchpressen. Der Teig wird in die Presse eingefüllt und dann über lange Hebel direkt ins Kochwasser gepresst. Wenn der Teig nicht zu fest ist, funktionieren diese Pressen recht gut.

Spätzlesieb

Unser Spätzlesieb

Spätzlesieb

Ein Spätzlesieb ist eine große Lochplatte mit einem etwas hoch gestülpten Rand, die auf den Kochtopf aufgesetzt wird. Der Teig wird auf das Spätzlesieb gegeben und mit einem Schaber durch die Löcher in das Kochwasser gedrückt. Wir benutzen schon jahrelang so ein Spätzlesieb und sind damit sehr zufrieden.

Spätzlehobel

Beim Spätzlehobel handelt es sich um eine Art Käsereibe auf die ein Schlitten mit einem kleinen Behälter aufgesetzt ist. Der Teig wird in den Behälter gefüllt und durch hin und her schieben in das Kochwasser gedrückt. Zumindest bei einem Kumpel, bei dem ich so ein Teil einmal in Aktion gesehen habe, hat es eher nicht so gut funktioniert.

Spätzleshaker

So einen Spätzleshaker habe ich leider noch nie gesehen. Die Zutaten werden direkt in den Shaker gefüllt und dann ordentlich durchgeschüttelt. Durch Löcher im Boden des Shakers werden sie dann in das Kochwasser gedrückt. Ich kann mir nicht recht vorstellen, dass man den zähen Teig wirklich in einem Shaker zusammen schütteln kann (auch nicht, wenn Stahlkugeln dazu gegeben werden), aber wer weiß …

Flotte Lotte

Für manche Passiergeräte (Flotte Lotte) gibt es spezielle Einsätze um damit Spätzle herzustellen zu können. Auch mit dieser Methode haben wir keine Erfahrung. Ich könnte mir aber vorstellen, dass es ganz gut funktioniert.

Weblinks:

8 Kommentare zu Spätzle selber machen

  • Ich (mit badischen Wurzeln, am unteren Neckar aufgewachsen), schab meine Spaetzle mit einem langen, schweren Messer vom Brett. Funktioniert noch besser als mit dem Schaber.

    Spaetlze, die nicht vom Brett geschabt, sondern mittels Hobel/Presse/Sieb hergestellt werden, sind (fuer mich) keine echten Spaetzle.

    • Ja klar, wenn man Wurzeln in BaWü hat, dann steckt das natürlich in den Genen ;-)

      Aber was soll man machen, wenn man nicht vor dort kommt und das Schaben vom Brett deshalb nicht vernünftig drauf hat und trotzdem Kasspatzen essen möchte? Da muss es doch eine Ausnahme für die hungrigen Niedersachsen geben!

  • Hallo, danke für die Aufzählung. Die meisten Methoden waren mir bisher unbekannt. Mein Partner und ich machen Spätzle immer mit dem Spätzlehobel und das klappt eigentlich sehr gut. Der Teig muss halt die richtige Konsistenz haben, aber so eine Portion Spätzle ist im Null Komma Nichts fertig.

    • Besonders von diesem Shaker, in dem man die Zutaten zusammen mit zwei Stahlkugeln schütteln soll, hatte ich nie etwas gehört. Irgendwie kommt mir das Konzept aber auch etwas komisch vor.

  • Malte

    Hallo Heiner,

    Bärlauch-Spätzle? Davon habe ich vorher noch nie etwas gehört. Liegt vielleicht auch daran, dass ich nicht aus dem Schwäbischen stamme. Sehen ja schon recht gewöhnungsbedürftig aus diese grünen Dinger, wenn man sonst nur die Spätzle aus dem Supermarkt kennt. Schmecken die denn mit Bärlauch? Kann mir das irgendwie nicht so vorstellen…

    Viele Grüße aus dem Norden der Republik!

    • Klar, die schmecken schon nach Bärlauch. Wir haben sie als Kässpätzle zubereitet. Dann dominieren natürlich Käse und Zwiebeln etwas, aber trotzdem schmeckt man den Bärlauch deutlich heraus.

  • Danke für die geniale Idee, was wir heute zu Abend essen könnten;-) Es wird wohl Bärlauchspätzle geben.
    Bärlauch wächst endlich richtig viel hier im Garten und einen neuen Spätzlehobel haben wir auch, der endlich zum Einsatz kommen kann.
    Liebe Grüße, Margit – mit Vorfreude auf das Abendessen

  • Na da wirds aber nach Knoblauch riechen ;-) Aber echt tolle Idee. Bin ja Ex Koch und das 20 Jahre lang gewesen, aber ich wär nie auf die Idee gekommen Bärlauch Spätzle zu machen. Aber dieses Jahr wird es soweit sein!

    lg
    Christian

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