Quittenwein

Gerade habe ich mal einen langen Strohhalm in den Gärbehälter mit Quittenwein gesteckt. Der Wein ist noch nicht fertig, aber ich wollte doch mal testen, wie Quittenwein überhaupt schmeckt. Eigentlich schmeckt er jetzt nach zwei Wochen schon ziemlich gut. Allerdings ist er recht sauer und auch etwas pelzig im Abgang. Ich bin nun wirklich kein Weinkenner, aber mir war der Quittenwein dann doch etwas zu sauer, also habe ich gleich noch Kilogramm Zucker nachgegeben.

Gewaschene Quitten

Der Flaum der Quitten muss abgerubbelt werden.

Die Quittenernte war in diesem Jahr so gut, dass wir die Früchte unmöglich alle zu Quittengelee verarbeiten konnten. Deshalb haben wir beschlossen sie dieses mal zu Wein zu vergären. Nach Konsultation des Internets haben wir den Quittensaft halb und halb mit Apfelsaft gemischt. In den etwa zehn Liter Saft haben wir dann ein Kilogramm Zucker aufgelöst und das Ganze in einen Gärbehälter gefüllt.

Auf Reinzuchthefe habe wir bewusst verzichtet, weil die natürlichen Hefen bei Apfel- und Quittensaft ausreichen sollen um einen guten Wein herzustellen. Das hat schon mal bestens funktioniert, denn nach kurzer Zeit fing es im Gärverschluss heftig an zu blubbern. Und auch jetzt nach der Zugabe des Zuckers blubbert es wieder ziemlich stark.

Logischerweise darf man den Saft nicht kochen, wenn die natürlichen Hefen erhalten bleiben sollen. Außerdem schmeckt zumindest Apfelwein aus gekochtem Apfelsaft längst nicht so gut, als wenn der Saft kalt gewonnen wurde.

Dampfentsaften kam also nicht in Frage. Da wir auch keine Fruchtpresse besitzen, blieb nur das Entsaften mit dem elektrischen Entsafter. Zum Glück mussten wir uns nicht mehr mit unserem uralten Entsafter herum quälen. Seit kurzem haben wir ein neues Gerät, das problemlos ganze Äpfel inklusive Kerngehäuse frisst. Bei den Quitten haben wir das Kerngehäuse heraus geschnitten und natürlich haben wir vorher auch den Flaum gründlich abgerubbelt, der die Früchte umgibt. Beides soll den Saft noch “pelziger” machen. Den übrig gebliebenen recht trockenen Trester haben übrigens die Hühner mit großer Begeisterung verzehrt.

Quittenwein

Quittenwein während der Gärung

Wir schwenken den Gärbehälter einmal täglich ordentlich durch, um die Trübungen, die sich langsam am Boden absetzen wieder aufzuwirbeln. Dieses Foto entstand heute morgen nach dem Schwenken. Wie man sieht enthält der Wein noch einiges an Eintrübungen. Wenn die Hefen den neuen Zucker vergoren haben, werden wir den Wein abziehen – das heißt wir werden die verbliebenen festen Bestandteile und Hefereste von der Flüssigkeit trennen um einen klaren Wein zu bekommen.

Anschließend wird der Wein in Flaschen gefüllt und dann im Winter am lauschigen Feuer des Kaminofens genüsslich verzehrt. Hoffentlich ist er dann nicht mehr pelzig, das könnte die romantische Stimmung doch etwas trüben.

Siehe auch:

2 Kommentare zu Quittenwein

  • Franz

    Hallo,

    hier einfach ein paar Anmerkungen von mir:

    - kurzes Aufkochen ist bei Quitten nicht verkehrt. Dies macht den späteren Wein besser und dient zusätzlich auch der Saftgewinnung. Dabei bitte nicht den Dampfentsafter nehmen!
    - ein Vergären mit etwas Birnensaft ist dem Wein zuträglich. Der Birnensaft rundet später den Quittenwein ab.
    - Den Wein am Besten 1 Jahr oder länger in der Flasche reifen lassen. Da wird der Wein dann richtig gut.
    - Selber bevorzuge ich eine gesteuerte Gärung. D.h. auch, dass ich Reinzuckthefe verwende. Damit habe ich eine Gewissheit, dass der Wein nicht nur gut angärt, sondern das auch Fehltöne vermieden werden können.
    - ggf. eine Kaltgärhefe verwenden
    - vor der Flaschenfüllung den Wein auf Trinkstärke einstellen (nachzuckern) und filtrieren

    Grüße

    Franz

  • Ich möchte mich auch mal daran versuchen. Werde die Anleitung und Hinweise mal anwenden :-)

    Vielen Dank dafür

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