Waldmeistergelee

Waldmeistergelee

Heue morgen haben wir zum ersten mal unser brandneues Waldmeistergelee probiert und ich muss sagen, dass Quittengelee hat als mein Lieblings-Brötchenaufstrich Konkurrenz bekommen. Als Grundlage für unser Rezept haben wir das Waldmeistergelee von Durotschka auf chefkoch.de genommen, allerdings gab es eine Reihe von Änderungen: Da wir unseren Waldmeister-Sirup im vergangenen Jahr etwas streng fanden, haben wir den Waldmeister-Anteil gegenüber Durotschkas Rezept etwas reduziert und gleichzeitig die Flüssigkeitsmenge erhöht. Beides hat wohl auch den Vorteil, dass etwas weniger von dem im Waldmeister enthaltenen Cumarin ins Gelee gelangt. Dann haben wir anstatt 1:1 Gelierzucker lieber 2:1 Gelierzucker genommen, damit das Gelee nicht zu süß wird. Außerdem haben wir den Waldmeister wesentlich länger angewelkt (über Nacht) und danach nur 2 Stunden lang im Wein ziehen lassen.

Der Wein ist vielleicht nicht unbedingt entscheidend für den Erfolg des Gelees, aber man kann ihn doch im Hintergrund herausschmecken. Deshalb sollte man nicht unbedingt den billigsten Fusel nehmen, den man gerade zu fassen bekommt.

Rezept: Waldmeistergelee

Anwelken des Waldmeister-Krauts

  • 50 Gramm frischer Waldmeister
  • 0,75 Liter trockener Weißwein
  • 1 Liter weißer Traubensaft (Direktsaft)
  • Saft einer halben Zitrone
  • 750 Gramm Gelierzucker 2:1

Zunächst muss der Waldmeister gründlich gewaschen und dann getrocknet werden. Das Cumarin – ein Hauptbestandteil des Waldmeister-Geschmacks – ist in der lebenden Pflanze zum größten Teil an Zucker gebunden. Es wird erst frei, wenn die Pflanze verletzt ist, oder wenn sie welk wird. Daher muss das Waldmeister-Kraut angewelkt werden, bevor es verarbeitet werden kann. Die Anwelkzeit hängt stark von der umgebenden Temperatur und Luftfeuchtigkeit ab. Durotschka gibt eine Dauer von drei Stunden an, bei uns dauerte es dagegen in der kühlen Küche eine ganze Nacht.

Nach dem Anwelken wird der Waldmeister grob gehackt und mit dem Wein übergossen. Nun muss das Ganze zwei Stunden ziehen, damit die Geschmacksstoffe aus dem Waldmeister in die Flüssigkeit übergehen können. Anschließend wird der Ansatz durch ein feines Sieb in einen Kochtopf gegeben. Nun wird der Traubensaft, der Zitronensaft und ein großer Teil des Gelierzuckers dazu gegeben und unter Rühren aufgekocht. Mit Hilfe einer Gelierprobe stellt man fest, ob noch weiterer Gelierzucker hinzugefügt werden muss. Wer das Gelee etwas “fester” mag, wird höchstwahrscheinlich mehr Gelierzucker benötigen als wir. Gleichzeitig schmeckt man ab, ob noch weiterer Zitronensaft oder normaler Zucker hinzugefügt werden muss.

Zuletzt gibt man 100 Gramm grüne Lebensmittelfarbe hinzu. Nein, natürlich tut man das nicht! Aber es ist schon interessant wie auffallend götterspeisen-grün alle kommerziellen Waldmeister-Produkte sind. Sowohl unser letztjähriger Sirup als auch das Gelee waren dagegen eher gelblich wie Apfelsaft und nur ganz wenig grün. Egal, Hauptsache der Geschmack stimmt!

Nachdem die Gelierprobe erfolgreich war und das Gelee auch den abschließenden Geschmackstest bestanden hat, wird es in die vorher im Backofen sterilisierten Gläser abgefüllt und kann schließlich nach dem Abkühlen eingelagert werden.

Siehe auch:

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6 Kommentare zu Waldmeistergelee

  • Tolles Rezept!
    Das wäre was für meinen Mann, der liebt Waldmeister.
    Danke!
    Bettina

  • gabi

    soeben hab ich im fernsehen waldmeistergelee gesehen und wollte gleich ein rezept im internet suchen. nun fand ich eures hier. ich habe ne menge waldmeister und werde es dann ausprobieren. klingt ja köstlich. ich liebe waldmeister.sonst mach ich ne menge mit holunder nun ist auch waldmeister dran lieben dank für das rezept, grüße von gabi

  • Ich würde auch sehr garn mal dieses Gelee probieren. Nur hab ich ein Problem mit dem Wein. Gibt es keine Alternative? Wollte das nämlich wegen der Kinder machen und mit Wein…. nicht wirklich.

    Leeve Jrööß
    Schnulli

  • Ich bin ganz sicher, dass das Gelee auch ohne Wein excellent schmeckt. Wenn Du den Wein zum Beispiel durch Traubensaft ersetzt musst Du aber darauf achten, dass das Ganze nicht zu süß wird. Ich würde statt dessen vielleicht lieber einen leicht sauren Apfelsaft nehmen.

  • Kordula

    Nach dem angegebenen Rezept habe ich das Gelee gekocht und es ist mir gut gelungen. Ich hatte befürchtet, dass der Weingeschmack stören würde und war vom Ergebnis positiv überrascht. Der Waldmeistergeschmack war hervorragend! Da der Alkohol beim Kochen verfliegt, ist das Gelee alles andere als “weinselig”. Der (Alkohol) im Wein löst lediglich die intensiven Aromastoffe aus den Kräutern.

  • "Ponine"

    Eine kurze Rückmeldung zum Waldmeistergelee:

    Ich hätte ja kaum damit gerechnet, dass unser Waldmeister schon Mitte April ausreichen würde, um dein Rezept auszuprobieren – zum Glück WAR genug da, denn nun kann ich mich in in diesem Frühjahr noch einmal zum gleichen Zweck in die Küche begeben.

    Die Gläser gehen weg wie warme Semmeln: Alle sind begeistert!

    Ich selbst bin ganz vernarrt in Ostergebäck direkt aus dem Ofen mit dem kühlen Waldmeistergelee obendrauf und hoffe, dass das jetzt ein alljährliches Vergnügen wird.

    Vielen Dank für das tolle Rezept!

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