Hustensaft aus Schwarzem Rettich

Für Schwarzen Rettich als Rohkostsalat suchen wir weiterhin nach einem geeigneten Rezept. Unsere bisherigen Versuche waren da eher nicht von übermäßigem kulinarischen Erfolg gekrönt. Dafür können wir aber bei der Herstellung von Hustensaft aus Schwarzem Rettich erste Erfolge verbuchen.

Rezept: Hustensaft aus Schwarzem Rettich

Offenbar sind wir nicht die einzigen, die nach alternativen Verwendungsformen für den Schwarzen Rettich suchen, denn das Internet ist voll von Rezepten für Hustensaft aus Schwarzem Rettich. Aus diesen Rezepten haben wir uns wieder herausgepickt, was uns plausibel erschien.

Zutaten:

"Deckel" des Schwarzen Rettich abschneiden.

  • Ein Schwarzer Rettich
  • Zucker (alternativ Kandis oder Honig)

Bei diesem Rezept wird ein Rettich-Sirup hergestellt, in dem die Feuchtigkeit und die Wirkstoffe durch die hygroskopische Wirkung von Zucker aus dem Rettich extrahiert werden.

Dazu wird der Rettich zunächst an seiner Oberseite aufgeschnitten. Der obere Teil dient später als “Deckel” für die Rettich-Reaktorkammer.

Bei unserem Rettich zeigte sich übrigens ein kleiner Einschluss, in dem sich etwas schwarze Erde befand. Offenbar war der Rettich in seiner Jugend verletzt worden. Später wuchs das Fruchtfleisch einfach um diese Verletzung herum.

 

Rettich aushöhlen

Der untere Teil des Rettichs wird mit einem Löffel ausgehöhlt. Das anfallende Fruchtfleisch wird zur späteren Verwendung in einer Schale gesammelt. Wir haben es so gemacht, dass zuletzt noch rundum ein schmaler Rand von etwas weniger als einem Zentimeter übrig blieb.

Anschließend wird das gesammelte Fruchtfleisch grob zerkleinert. Nach unserer Erfahrung ist es jedoch nicht nötig, das Fruchtfleisch fein zu reiben.

Nach dem Zerkleinern wird das Fruchtfleisch mit etwa der gleichen Menge Zucker versetzt. Einige Rezepte verwenden hier auch Honig oder bestehen auf Kandiszucker. Da dieses unser erster Versuch war, fanden wir Honig zu schade. Zwischen weißem Kandis und normalem Haushaltszucker besteht abgesehen von der Größe der Kristalle eigentlich kein wesentlicher Unterschied, deshalb haben wir uns einfach für den Haushaltszucker entschieden.

 

Rettich mit einer Öffnung versehen

Nun bekommt der Rettich an seiner unteren Spitze ein Loch, damit der Hustensaft dort heraustropfen kann. Wir haben den Boden des Rettichs zunächst mit einem dünnen Rouladen-Spieß durchstochen. Da uns das Loch dann aber zu klein vorkam, haben wir es mit einem Schaschlik-Spieß noch etwas vergrößert. Im Nachhinein betrachtet war das vermutlich gar nicht unbedingt nötig.

 

Fruchtfleisch mit Zucker vermischen

Zuletzt wird der Rettich auf ein Auffanggefäß gestellt und mit der gezuckerten Rettichmasse befüllt. Zunächst wird nicht die gesamte Masse in den Rettich passen. Wir haben sie dann nach und nach umgefüllt, sobald die Masse im Rettich etwas zusammengefallen war.

Schon nach etwa einer halben Stunde begann langsam und mit zunehmender Geschwindigkeit Rettich-Sirup durch das Loch im Boden des Rettichs in das Auffanggefäß zu tropfen.

 

200 Milliliter Hustensaft

Am nächsten Morgen hatten sich im Auffangbehälter dann 200 Milliliter Rettich-Sirup-Hustensaft gesammelt.

Am Boden des Gefäßes erkennt man einige Zucker-Kristalle. Entweder sind sie da unten wieder auskristalisiert, oder (was wahrscheinlicher ist) unser Loch im Boden des Rettich war etwas zu groß und sie wurden mit hindurch geschwemmt. Dies könnte auch ein Grund sein, warum verschiedene Autoren lieber groben Kandiszucker verwenden.

Medikamente sollen ja ganz besonders gut wirken, wenn sie schlecht riechen und schmecken. Insbesondere der Geruch des Rettich-Sirups ist echt gewöhnungsbedürftig – der Hustensaft müsste also hochwirksam sein.

Man soll mehrmals täglich einen Löffel voll von dem Sirup zu sich nehmen, wenn man von trockenem Reizhusten geplagt wird. Worauf die Wirkung des Rettich-Sirups gegen Husten beruht, ist mir nicht ganz klar geworden (evtl. Raphanol, Senföle oder das Vitamin C) – ist ja auch egal, Hauptsache es hilft!

Der Hustensaft soll im Kühlschrank einige Wochen haltbar sein. Wir haben auch schon überlegt, ob man ihn einfrieren kann, um ihn länger haltbar zu machen – auf den ersten Blick spricht eigentlich nichts dagegen.

Siehe auch:

Weblinks:

3 Kommentare zu Hustensaft aus Schwarzem Rettich

  • Hmm,… das scheint mir eher der akademische Ansatz zu sein. Meine Schwiegermama macht das auch, nur etwas weniger kompliziert – und das geht so:

    1. Deckelstück oben abschneiden

    2. Ein Loch nicht größer als ein halber Ping-Pong-Ball oder ein Kaffee-Lot auskratzen

    3. Standfuss unten abschneiden und den Rettich auf einen Teller stellen. Alternativ den Rettich einfach in eine Tasse setzen.

    4. Einen Esslöffel Honig rein, Deckel drauf und über Nacht stehen lassen.

    Fertig.

    Für den Gebrauch einfach Deckel auf, Löffel rein, Löffel voll raus, Mund auf, Löffel rein, Mund zu, Löffel raus… Das hält der Rettich drei Tage aus und wenn es dann nicht besser geworden ist, sollte man wirklich mal zum Arzt gehen…

    Wie man sieht, betreibt meine Schwiegermama hier keine Wissenschaft, sondern reinen Pragmatismus. Der Rettich kost fast nix, die Sache ist schnell gemacht, die Medizin kann quasi ad-hoc prepariert werden, Konservierung kommt da nicht in die Tüte. Tussamag gibts fertig in der Apotheke.

    Minti

  • Die Ad hoc Methode Deiner Schwiegermama gefällt mir ausgezeichnet! Aber irgendwas muss man natürlich in jedem Fall konservieren – entweder den Sirup oder den Rettich. Für mich als Hamsterer (und in Anbetracht einer drohenden Schweinegrippepandemie) hat die platzsparende Einlagerung von größeren Hustensaft-Vorräten natürlich auch ihren Reiz.

  • Nik

    Vielen Dank Miniti!!!
    Es Hilft besser als das oben!!!
    Nik

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