Pflaumenmus

Manchmal erfordern besondere Umstände besondere Maßnahmen. Ich esse liebend gerne Pflaumenmus, unserem noch recht kleinem Pflaumenbaum war das in diesem Jahr aber egal. Außer den Früchten, die ich zwischendurch schon genascht hatte, blieb uns eine Ernte von gerade einmal acht Pflaumen. Für unser altgedientes Pflaumenmus-Rezept reichte das hinten und vorne nicht. Deshalb gibt es bei uns jetzt zur Abwechslung mal ein Pflaumen-Zwetschgenmus. Obwohl die Hauptzutat etwas angepasst werden musste, haben wir wieder auf unser altbewährtes Rezept zurück gegriffen.

Rezept: Pflaumenmus

Zutaten:

  • 3 Kilogramm Pflaumen (und Zwetschgen)
  • 500 Gramm Zucker
  • evtl. Gewürze (z.B. Zimt, Nelken)

Die geputzten Pflaumen (und Zwetschgen) werden halbiert, entsteint und in einen Topf gegeben. Anschließend wird der Zucker untergemischt und das Ganze bleibt über Nacht abgedeckt stehen um Saft zu ziehen. Am nächsten Morgen stellt man den Topf in den Backofen und lässt das Mus für mindestens zwei Stunden bei 180 Grad einkochen. Zwischendurch muss der Backofen gelegentlich gelüftet werden, damit die Feuchtigkeit abziehen kann. Sobald das Mus die richtige Konsistenz hat, wird es kurz mit dem Stabmixer behandelt und anschließend in sterilisierte Gläser abgefüllt und verschlossen.

Noch ein paar Tipps am Rande:

  • Früher hat man Pflaumenmus “dicker” gemacht, es wurde zum Teil bis zu fünf Stunden eingekocht, ich persönlich mag es aber lieber etwas “dünner”.
  • Man kann sich lang und breit darüber streiten, wie Pflaumenmus gewürzt werden muss. Ich persönlich mag es eigentlich am liebsten ohne weitere Zutaten. Aber auch gewürzte Varianten sind sehr lecker. Als Gewürze verwendet man je nach Vorliebe zum Beispiel Zimt, Nelken, grüne Walnussschalen, Walnüsse oder Zitrone. Auf Anregung von Mailin hat unser Pflaumenmus in diesem Jahr ein leichtes Mandelkern-Aroma. Nach der Backofen-Phase haben wir einen Schuss Amaretto dazu gegeben.
  • Man sterilisiert die Gläser ja gewöhnlich im Backofen. Ich habe dabei vor ein paar Jahren mal vergessen die Temperatur auf 100 Grad zurück zu stellen. Macht das lieber nicht, denn 180 Grad heiße Gläser nehmen die schockartige Abkühlung auf 100 Grad beim Einfüllen des Pflaumenmus manchmal etwas krumm.
  • Ich werde nie begreifen, wieso diese Zwetschgen da hinten ein ‘g’ drin haben. Spricht das wirklich jemand so aus, oder geht es nur darum, mich zu verwirren?


Siehe auch:

14 Kommentare zu Pflaumenmus

  • Das liest sich verdammt lecker! Ich hab schon jetzt Lust auf Pflaumen- bzw. Zwetschgenmus! Eine Frage stelle ich mir jedoch: Wieso den Topf bei 180 Grad im Backofen stellen und nicht auf der Herdplatte? Ich kann mich erinnern, dass meine Oma das immer in einem riesen Topf gekocht hat. Hat das irgendwelche Vor- / Nachteile?

  • Es funktioniert auch auf dem Herd, aber da besteht die Gefahr, dass das Pflaumenmus anbrennt. Wenn man es auf dem Herd macht soll man das Mus nicht(!) um rühren, weil es dann angeblich nicht so leicht anbrennt. Habe ich selbst aber nicht ausprobiert. Im Backofen muss man eigentlich gar nicht umrühren. Ich habe aber trotzdem gelegentlich ein wenig gerührt, damit die oben schwimmenden Pflaumen nicht austrocknen.

    Und ja, ist sehr lecker ;-) Sogar diese Idee mit dem Amaretto kann ich bedenkenlos empfehlen.

  • Also hier in Österreich sagen wir Zwetschge mit g. Regional ist es auch manchmal eher wie ein k, aber “zwetsche” sag’ ich sicher nicht. Nur so zur Information! :)

    Lese Dein Blog schon eine Weile, bin zufällig darauf gestoßen & genieße es sehr!

    Viele Grüße aus Tirol, Liz

  • Berliner

    Bei mir ( auch ein kleiner Baum allerdings schon etwa 6 Jahre alt ) ist leider noch nichts reif, aber ich liebe pflaumenmus und werde das Rezept dieses Jahr mal ausprobieren :)
    Wollte mich eh schon lange mal mit dem Einmach Thema beschäftigen, deshalb noch eine Frage. Du schreibst “Man sterilisiert die Gläser ja gewöhnlich im Backofen. Ich habe dabei vor ein paar Jahren mal vergessen die Temperatur auf 100 Grad zurück zu stellen” wie wurde das denn früher gemacht ?

  • Man kann die Gläser und Deckel natürlich auch sterilisieren, indem man sie in Wasser abkocht. Dann werden sie sowieso nicht heißer als 100 Grad. Mir ist es immer zu energieaufwändig, dafür extra Wasser zum Kochen zu bringen.

    Irgendwie kann ich mich zwar erinnern, dass meine Oma die Gläser auch im Backofen sterilisiert hat, mag aber auch sein, dass ich das falsch in Erinnerung habe. Einen Thermostaten hatte ihr Holzofen jedenfalls nicht ;-)

  • Danke für die ausführliche Erklärung Heiner! Verstehe aber nicht wie “nicht(!) umrühren” dazu führt, dass es nicht so leicht anbrennt… Ich werde das bei Gelegenheit mal testen und Dir berichten was dabei raus gekommen ist ;)

  • Ganz sicher bin ich nicht, es muss sich um den gleichen Effekt handeln, wie beim Reis. Der neigt ja auch etwas zum Anbrennen, wenn man umrührt, wärend er ohne Umrühren nicht anbrennt.

    Im Internet habe ich verschiedene Begründungen gefunden, allerdings überzeugt mich davon auch nichts so richtig. Die einen meinen, es bildet sich am Boden ein dünner karamellisierter Zuckerfilm, der das Anbrennen verhindert. Andere sagen, dass es die Schalen der Pflaumen sind, die anbrennen und dass diesen wiederum oben schwimmen bleiben, wenn man nicht umrührt, keine Ahnung.

  • Peter

    Hier in der Schweiz und ich vermute auch in Süddeutschland wird das ‘g’ bei Zwetschge ausgesprochen. Als ich im TV zum ersten mal jemanden von ‘Zwetschen’ sprechen hörte habe ich mich gefragt, was das wohl sein könnte, vielleicht so etwas ähnliches wie Zwetschgen?

  • @LizA und @Peter: Danke für die Aufklärung! Mir ging es wie Peter. Als ich zum erstem Mal Zwetschgen hörte, dacht ich es handelt sich vielleicht um eine lokale Sorte von Zwetschen ;-)

  • hmmmm,
    lecker Zwetschgenmarmelade… ich bin ja auch aus sueddeutschland und kannte lange keine Zwetschen ;)
    Ich habe vor 2 Jahren spasseshalber einmal eine mitgekochte Vanillestange probiert – seitdem nie mehr ohne!
    Beim “Mus” mag ich aber am liebsten die “weihnachtliche” Variante – Zimt!

    viele Gruesse!

    (PS: bin demnaechst in D, die ersten und letzten Tage in Hannover – braucht ihr was aus NZ?)

  • So, am Freitag hatten wir in der Gemüsekiste noch mal 500 Gramm Zwetschgen. Da die ja sehr schnell schlecht werden, habe ich sie jetzt mal schnell zu Zwetschgenmus verarbeitet – und zwar auf die supereinfache superschnelle Art:

    Zwetschgen halbiert und entkernt; aus dem Handgelenk ordentlich Zucker dazu und das Ganze sofort auf dem Herd eine Dreiviertelstunde köcheln lassen. Zuletzt etwas pürieren – fertig.

    Natürlich ist das nach so kurzer Einkochzeit noch ein recht dünnes Mus, aber bei der kleinen Menge wollte ich den Herd nicht noch länger anlassen. Ich habe zuerst nicht gerührt und es ist nichts angebrannt. Dann habe ich gerührt und es ist ebenfalls nichts angebrannt. Anbrennen scheint also bei Zwetschgenmus kein größeres Problem zu sein.

  • Oh Anja, ganz übersehen, dass dazwischen noch ein Kommentar von Dir war. Das ist ja ein sehr verlockendes Angebot, aber wir wollen Dein Gepäck lieber nicht unnötig aufblähen ;-) Übrigens ist ein Neuseeland-Souvenier, dass ich mir vor ca. zehn Jahren mal selbst mitgebracht habe, immer noch bei bester Gesundheit – ein extrem robustes Rugby T-Shirt/Sweatshirt. Ich weiß nicht ob Mailin das so bestätigt, aber ich finde es sieht noch aus wie neu.

  • Svea7777@GMX.de

    mein Liebster hat sich Dinkelgriesspudding mit Pflaumenmus gewünscht!
    Hab nach Gefühl Zimt Vollrohrzucker und gemahlene Nelken zugegeben und etwas Wasser noch!!
    Es ist ein Gedicht geworden!!allen schmeckt es!!
    Hab es im Ofen gemacht!!

  • Hallo,
    der Kommentar ist zwar etwas spät dran, aber hier in Wien sagt man Zwetschke mit k. Zwetsche kannte ich bis vor Kurzem überhaupt nicht.

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