Kochbeutelreis

Ich frage mich ernsthaft, ob ich in der Schule nicht richtig aufgepasst habe, als das Thema Kochbeutelreis an der Reihe war. Die ganze Welt scheint Reis in kleinen Beuteln zu kochen. Quer über alle Kontinente, quer durch alle sozialen Schichten, ob Single, Pärchen oder Großfamilie alle benutzen wie selbstverständlich Kochbeutel, nur ich komme einfach nicht dahinter, wieso sie das tun.

Da es solche Reisbeutel nun auch in unserem Biomarkt gibt, habe ich es noch einmal versucht. Zum Glück hatte ich (durch schmerzliche Erfahrungen in der Kindheit vorgewarnt) schon kaltes Wasser und Brandsalbe bereit gelegt, bevor ich mich daran machte den Beutel nach dem Kochen zu öffnen. So brauchte ich nach getaner Arbeit nicht extra kreischend ins Bad zu rennen, sondern konnte gleich anfangen die verstreuten Reiskörner zusammen zu fegen.

OK, man muss es wohl so akzeptieren, wie es ist. Ich bin nicht für Kochbeutelreis gemacht und Kochbeutelreis ist nicht für mich gemacht! Falls jemand da draußen mal probieren möchte, wie man ohne Beutel Reis kocht, hier mein Rezept:

Rezept: Beutellos Reis kochen nach der Quellmethode

Man gibt etwa zwei Teile kaltes Wasser und ein Teil Reis in einen Topf und stellt das Ganze auf den Herd. Wenn das Wasser ordentlich sprudelt, stellt man den Herd ab und wartet ca. 20 Minuten – fertig.

Keine Ahnung, wer auf die Idee gekommen ist, einen derartig einfachen Vorgang mit Hilfe von Plastikbeuteln so kompliziert zu machen…

Bei der Angabe der Wasser- und Reismenge sind Volumen-Teile gemeint, also nicht etwa ein Kilogramm Reis auf zwei Kilogramm Wasser, sondern zum Beispiel eine Tasse Reis auf zwei Tassen Wasser. Wenn es perfekt sein soll, kann man das Verhältnis je nach Reissorte noch etwas variieren. Auch die optimale Quellzeit hängt etwas von der verwendeten Reissorte ab.

Weblinks:

9 Kommentare zu Kochbeutelreis

  • Hallo Heiner,
    ich habe es vor Urzeiten auch mal mit Beutel und verbrühten Händen probiert und koche seitdem nach deiner Methode. Der Reis wird dann allerdings körnig und fällt locker von der Gabel.
    Für viele aisatische Gerichte benötigt man klebrigen Reis, dann lässt man einfach den Deckel offen, lässt es vorsichtig kochen und rührt ab und zu um.

  • Mailin

    Plastik und Hitze passen für mich einfach nicht zusammen. Ich gehe ganz stark davon aus, dass in diesen Beuteln auch Weichmacher und anderes stecken, was eigentlich kein Mensch essen will.

    lg Mailin

  • Ja, mir ist das auch ein Rätsel mit dem Reis in den Plastiksackerln.
    Ich nehme meist 1,5 Tassen Wasser auf 1 Tasse Reis. Variiert aber auch je nach Sorte – und ich liebe verschiedene Sorten Reis. Je nach Gericht, braucht’s eben auch einen anderen Reis.
    Kochbeutelreis im Biomarkt klingt irgendwie verkehrt.
    Liebe Grüße, Margit

  • Es freut mich, dass es doch noch beutellose Reiskocher gibt ;-)

    @Stef: Wenn wir klebrigen Reis für Sushi oder Risotto oder sowas brauchen, dann nehmen wir möglichst keinen polierten und schon gar keinen parboiled Reis. Dann wird’s richtig schön klebrig ;-)

    @Mailin: Bei diesen Plastiktüten muss man zum Beispiel auch ganz genau auf die Anweisungen auf der Verpackung achten. Ich kann mir auch nicht recht vorstellen, dass die Beutel dann keinerlei “Nebenprodukte” ins Wasser abgeben, aber wenn man sich nicht an die Anweisungen hält, dann hat man ganz bestimmt üble Sachen im Kochwasser. Unter anderem sollen diese Beutel bei einem Temperaturbereich von ca. -40°C bis ca. 115°C relativ stabil sein. Außerhalb dieses Bereiches befindet man sich wie auf hoher See oder vor Gericht in Gottes Hand. Wenn der Beutel zum Beispiel auf dem Topf-Boden aufliegt, weil man zu wenig Wasser im Topf hat, dann wird die Temperatur definitiv überschritten. Ebenso, wenn man irgendwelche Kochbeutel-Experimente in der Mikrowelle anstellt.

    @Margit: So geht’s mir auch. Was haben Kochbeutel im Bioladen verloren? Naja, die führen eben heute auch Butter aus Irland oder hier in Norddeutschland Biomilch aus Oberbayern oder Äpfel aus Argentinien und sie verpacken ihren Käse in Plastikfolie. Alles nicht mehr so wie vor 20 Jahren ;-)

  • Also ich kenne niemand der Kochbeutelreis verwendet, aber habe mehrere Bekannte die einen Reiskocher haben. Das ist so ein elektrischer Topf der sich selbst ausschaltet wenn der Reis fast fertig ist, und dann kann der Reis heiss quellen ohne das der Topf aufgemacht wird. Es ist ganz praktisch fuer grosse Gruppen, aber ich koche einfach im Topf…

  • Yomugasuki

    Reiskocher – den benutze ich auch. Ist fast noch bequemer als Heiners Methode und die ist schon so simpel, dass auch mir Kochbeutelreis ein unerklärliches Phänomen ist ;-)
    LG Yomugasuki

  • Ich wundere mich zwar eigentlich über gar nix mehr, aber eben lief hier im Fernsehen doch tatsächlich Werbung für Kochbeutelnudeln.

    Wie? Was??? Nudeln in Kochbeuteln??????

    Was kommt als nächstes? Gibt es eigentlich schon Kochbeutelkaffee?

  • Hallo,
    ich röste den Reis immer ein wenig an bevor ich das Wasser dazu gebe, aber das kann man halten wie man will. Mit Kochbeuteln habe ich noch nie Reis gekocht. Mein Ex-Freund hat irgendwie die Krise bekommen als ich bei ihm zu Hause Reis gekocht habe und die Beutel aufgeschnitten habe um den Reis raus zu bekommen. Ich hatte sowas noch nie gesehen und mich lediglich ein klein wenig gewundert weshalb der Reis noch zusätzlich in so kleinen Beuteln drinn war, hab mir dann aber nicht viel dabei gedacht bis mein Freund gefragt hat was zum Teufel ich denn da mache.

  • Nina

    Hallo,
    ich frage mich echt was diese Kochbeutelgeschichte soll. Der Artikel ist zwar schon älter aber die Beutel werden immer noch benutzt. ich verstehe nicht, warum man so viel Müll erzeugen muss und noch dazu auf den ausgezeichneten geschmack von natürlich gekochten reis verzichten will. Ich werde weiterhin bei der guten alten 1 teil reis 2 teile wasser Methode bleiben.
    LG Nina

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