Rollos selber machen

Irgendwann Anfang der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde in Bremen eine kulinarische Spezialität erfunden. Das war genau die Zeit, als ich unsere Gegend für ein gutes Jahrzehnt verlassen hatte. Deshalb ging es mir in der Folgezeit lange so, wie es Besuchern aus anderen Regionen manchmal noch heute noch geht – ich hatte keine Ahnung, was ein Rollo ist.

Sinem-Rollo

Rollo von Sinem in Ottersberg - speziell zur Recherche dieses Artikels gekauft, seziert, verkostet und für total lecker befunden.

Angeblich soll ein Deutsch-Iraner namens Hossain Saravi den ersten Rollo im Jahre 1981 oder 1982 kreiert haben. Seit dem war es nicht mehr möglich,  mit meinen Freunden in die Disco zu gehen, ohne anschließend “noch kurz” zur Sielwall-Kreuzung zu fahren und ein Rollo einzuwerfen. Am Rande sei bemerkt, dass zwischen unserer damaligen Stamm-Disco in Kuhmühlen und der Dönerbude an der Bremer Sielwall-Kreuzung knapp 70 Kilometer liegen.

Und was ist das nun, ein Rollo? Ein Rollo ist eine äußerst variantenreiche Füllung, die in einen Fladen eingerollt, dann in Alufolie eingewickelt und anschließend kurz sehr heiß gebacken wird. Eigentlich handelt es sich also wohl um etwas ähnliches wie ein Wrap. Allerdings werden als Fladen keine Tortillas verwendet und das Ganze wird auch nicht texmex-mäßig gewürzt, sondern meist eher iranisch/türkisch/arabisch.

Das Fladenbrot

Yufka-Blätter

Gekaufte Yufka-Blätter

Bei dem Fladenbrot handelt es sich (wiederum angeblich) um ein persisches Fladenbrot namens Labas. Soweit ich es einschätzen kann, ist Labas genau das Gleiche, wie iranisches Lawasch.

In verschiedenen Rollo-Rezepten, die wir im Internet gefunden haben, wurden Yufka-Blätter verwendet. Das haben wir früher auch schon einmal getestet – ich persönlich fand, dass die Yufka-Blätter ausgesprochen schwierig zu bearbeiten waren und ich mochte unsere selbst gemachten Fladenbrote auch viel lieber.

Hier also unser Rezept für selbst gemachtes Rollo-Fladenbrot. Ähnlichkeiten zu unserem Pizzateig sind übrigens durchaus nicht ganz zufällig:

Fladenbrot

Selbst gemachtes Fladenbrot beim Vorbacken

Zutaten:

  • 370 Gramm Weizenmehl
  • 2 Esslöffel Olivenöl
  • 1 Teelöffel Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 1/3 Würfel Hefe (ca. 14 Gramm)
  • ca. 200 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung:

Aus den Zutaten wird ein Teig herstellt und gut durchgeknetet. Nachdem der Teig eine halbe Stunde lang geruht hat, wird er in vier gleiche Teile aufgeteilt. Diese Teile werden anschließend zu einem Fladen mit einem Durchmesser von ca. 35 Zentimeter ausgerollt. Nun werden die Fladen auf ein Backblech gegeben und für etwa vier Minuten bei 180 Grad vorgebacken.

Die Füllung

Bei der Füllung eines Rollo sind der Phantasie keinerlei Grenzen gesetzt. Wenn man sich mal die Speisekarten der Bremer Restaurants und Dönerbuden näher ansieht, dann findet man dort eine unglaubliche Vielfalt an Rollo-Varianten.

Hier zum Beispiel unsere ganz einfache vegetarische Variante:

  • Rotkohl-Krautsalat, Weißkohl-Krautsalat
  • Möhren (geraspelt)
  • Pepperoni (klein geschnitten)
  • eine Gurke (geraspelt)
  • Tomaten (geschnitten)
  • Tzaziki
  • Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel

Selbst gemachte Rollos

Selbst gemachte Rollos

Rollos selber machen

Die genannten Zutaten werden etwa in der Mitte des vorgebackenen Fladenbrotes in einer Reihe verteilt. Zuletzt wird das Tzaziki darüber gegeben und das Ganze wird je nach geschmack mit Salz, Pfeffer, Kreuzkümmel und Schwarzkümmel gewürzt.

Nun muss die Füllung in das Fladenbrot eingerollt werden. Dazu schlägt man den Fladen zunächst von beiden Seiten über die Füllung. Dann schlägt man den Fladen von unten über die Füllung und rollt ihn schließlich zu einer dicken Wurst auf.

Zuletzt werden die fertig vorbereiteten Rollos fest in Alufolie eingewickelt. Nachdem sie 10 Minuten bei 250 Grad im vorgeheizten Ofen verbracht haben, sind die Rollos fertig und können direkt verzehrt werden.

Weblinks:

6 Kommentare zu Rollos selber machen

  • Das liest sich genial einfach! Muss ich unbedingt demnächst probieren, solange noch so viel frisches Gemüse direkt vor der Tür wächst!
    Liebe Grüße, Margit

  • Hallo Heiner,
    heute haben wie sie getestet, unsere ersten Rollos!
    Nach 10 Minuten haben wir sie ausgewickelt und gleich wieder verpackt. Der Teig war noch nicht ganz durch. Nach ein paar weiteren Minuten dann war es soweit: Auswickeln! Leider haftete die Alufolie teilweise am Teig. Gibt’s da einen Trick dafür, dass das nicht passiert?
    Etwas Schwierigkeiten hatten wir mit dem Rollen: Sind bei uns eigentlich keine Rollen geworden, sondern mehr Teigtaschen oder wie Strudel. Wie geht das nur mit der Wurst?
    Fragen über Fragen.
    Jedenfalls werden wir an unseren Rollo-Künsten weiterarbeiten!
    Satte Grüße, Margit

  • Mailin

    Hallo Margit,

    habt ihr die Teigfladen auch kurz vorgebacken und dann aufgerollt? Dann müsste es eigentlich mit dem aufrollen klappen. An der Alufolie festgeklebt sind unsere Rollos bislang noch nicht. Vielleicht hätten sie doch noch einen Moment länger im Ofen bleiben müssen? Öfen haben ja irgendwie ein Eigenleben und heizen alle etwas anders. Ich wünsche euch für den nächsten Versuch viel Glück!

    Liebe Grüße, Mailin

  • Ja, vorgebacken haben wir sie. Wir haben sie dann samt Füllung auch nochmal 10 Minuten im Backrohr gelassen. Trotzdem ist die Folie angeklebt.
    Nächstes Mal werden wir sie einfach ein wenig länger vorbacken, vielleicht liegt’s daran.
    Danke!
    Liebe Grüße, Margit

  • scheidenfurz

    Lasst doch die Folie beim backen bloss weg.

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