Löwenzahngelee und Löwenzahnhonig

Löwenzahn

Löwenzahn

Was ist noch mal das Problem mit Löwenzahn im Rasen? Ach ja stimmt, es gibt keines, sieht einfach nur gut aus. Und wenn man nun partout keine gelben Blumen im Rasen mag, dann kann man aus den Blüten immer noch Löwenzahngelee und Löwenzahnhonig herstellen.

Wahrscheinlich ist der letzte Satz auch schon wieder abmahnfähig, denn die Begriffe Löwenzahngelee und Löwenzahnhonig dürfen natürlich gar nicht verwendet werden. Honig ist etwas, dass ausschließlich von Bienen gesammelt werden kann und ein Gelee besteht aus eingedicktem Fruchtsaft. Wir haben die Löwenzahnblüten selbst gesammelt und Blüten sind eben auch keine Früchte.

Beim Honig kann ich diese Regelung verstehen, also nenne ich den Löwenzahnhonig hier mal lieber Löwenzahnsirup. Naja, aber Löwenzahngelee als süßen Brotaufstrich aus Löwenzahnblüten zu bezeichnen ist mir dann doch zu eckig, also bleibt es bei Löwenzahngelee – ihr wisst schon was ich meine.

Löwenzahnblütenblätter

Löwenzahnblütenblätter

Um Löwenzahngelee und Löwenzahnsirup herzustellen braucht man Löwenzahnblüten – und zwar sehr viele davon. Sie sollen trocken bei vollem Sonnenschein geerntet werden. Bei uns waren die Blüten nicht ganz trocken, weil es morgens geregnet hatte, aber ich denke, dass der Unterschied nicht so gravierend ist.

In vielen Rezepten muss man die Blüten vollständig von allen grünen Bestandteilen trennen. Nachdem wir die gelben Blütenblätter für das Löwenzahngelee umständlich aus den Blüten gepult hatten, habe ich leicht ermattet noch mal im Internet nachgesehen, ob das wirklich nötig ist. Offenbar ist es das nicht, denn sogar kommerzielle Hersteller verwenden durchaus ganze Blüten. Wir sind dann für den Sirup dazu übergegangen, die Blüte zwischen Blütenblättern und Blütenboden durchzubrechen. Das geht ganz einfach und sehr viel schneller. Geschmacklich unterscheiden sich beide Varianten trotz einiger vereinzelter grüner Hüllblätter nicht wirklich.

Löwenzahnblütengelee und Löwenzahnblütensirup

Löwenzahnblütengelee und Löwenzahnblütensirup

Über den Geschmack der Löwenzahn-Brotaufstriche lässt sowieso trefflich streiten. Ich mag sie eher nicht so gerne, weil sie mir zu sehr bonbonartig schmecken. Mailin fand den Geschmack klasse, weil er sie an irgendwelche Bonbons aus ihrer Kindheit erinnert.

Rezept: Löwenzahngelee

Zutaten:

  • 200 Gramm frische Löwenzahnblüten
  • ein Liter Wasser
  • etwa 650 Gramm Gelierzucker 2:1 (nach Gelierprobe)
  • Zitronensaft

Zubereitung

Die Blüten werden von ihren grünen Bestandteilen befreit (siehe oben) und dann für einige Minuten in dem Wasser gekocht. Anschließend stellt man den Herd aus und lässt die Flüssigkeit bedeckt bis zum nächsten Morgen (für 12 Stunden) stehen.

Am nächsten Morgen siebt man die Blütenblätter heraus, gibt den Gelierzucker und zwei Esslöffel Zitronensaft in die Flüssigkeit und bringt das Ganze vorsichtig wieder zum Kochen. Nachdem man eine Gelierprobe gemacht hat, gibt man das Gelee in die vorbereiteten sterilisierten Gläser und verschließt sie.

Rezept: Löwenzahnsirup

Zutaten:

  • 100 Gramm frische Löwenzahnblüten
  • 0,75 Liter Wasser
  • 1 Kilogramm (braunen) Zucker
  • Zitronensaft

Zubereitung:

Die Blüten werden von ihren grünen Bestandteilen befreit (siehe oben) und dann in dem Wasser für einige Minuten gekocht. Anschließend werden die Blütenblätter heraus gesiebt.

Nun wird der Zucker und der Zitronensaft in die Flüssigkeit gegeben und man lässt das Ganze bei milder Hitze vor sich hin köcheln bis die Flüssigkeit auf “Sirup-Konsistenz” reduziert ist. Vorsicht, das Reduzieren kann eine gute Stunde dauern, geht dann zum Ende hin dann aber ziemlich flott. Die Konsistenz ist gut, wenn der heiße Sirup beginnt Fäden zu ziehen. Er kann dann in Gläser abgefüllt werden und fertig ist der Löwenzahnhonig – ähm -Sirup.

Siehe auch:

19 Kommentare zu Löwenzahngelee und Löwenzahnhonig

  • Ich liebe Löwenzahn auch über alles, habe gerade heute im Garten einen riesen Strauss gepflückt… Besonders freue ich mich über die Rezepte mit Löwenzahn. So ein Löwenzahngelee ist bestimmt köstlich!

  • Andrea

    löwenzahngelee hört sich richtig lecker an. Werde es nach dem momentanen Dauerregen ausprobieren.Schreibe Euch dann, wie es in meiner Familie angekommen ist!!

  • Bei uns in der Familie wird der “Löwenzahnhonig” schon immer samt der grünen Hüllblätter zubereitet. Die Arbeit, die gelben Blütenblättchen herauszuzupfen, würde ich mir einfach nicht antun. Da würde ich dann lieber auf die Zubereitung dankend verzichten. Uns schmeckt er hervorragend – und der Zeitaufwand ist nur minimal.
    Liebe Grüße, Margit

  • Habe letzte Woche auch Löwenzahnsirup hergestellt. Mein erster Versuch. Ist dann allerdings auch gleich fast zu fest geworden. Schmeckt aber trotzden köstlich. Man darf nur nicht drüber nachdenken, dass es quasi reiner Zucker ist.

    Hat jemand von euch Löwenzahnsirup dann schon einmal weiterverarbeitet? Also zum Kuchenbacken oder ähnlichem verwendet?

    • Wir nehmen den Sirup (und andere Sirups) auch gerne zum Getränkeherstellen: Sirup mit kaltem Wasser aufgießen (Wassermenge nach Geschmack – ich mags lieber weniger süß) und schon hat man ein leckeres, erfrischendes Getränk. So machen es die Skandinavier ja zB auch mit dem Holunderblütensirup.

  • daniel

    …sagt mal – wie schmeckt denn das? salat und honig kann ich mir ja noch vorstellen, aber gelee aus den blüten? kann man das mit irgendwas vergleichen?

  • Mailin kommt leider nicht drauf, an welche Bonbons sie der Geschmack erinnert.

    Ich finde, dass der Geschmack sehr an Blütenhonig erinnert. Also ein ganz leicht fruchtiger etwas kalter Blütenhoniggeschmack. Oder so ;-)

  • Bei uns blüht hier ja nun auch jede nicht gemähte Wiese – und davon gibt es reichlich in unserem Wohngebiet – massenweise in gelb. Ich glaube, wir gehen heute nochmal los und werden das eine oder andere Rezept von Dir mal genauer anschauen. Vielen Dank für die tollen Rezeptideen. Dann muss nur noch das Wetter wieder ein wenig besser werden und wir können die leckeren Löwenzahlblüten-Rezepte auf unserer Holzterrasse genießen.

  • Mich erinnert der Geschmack an “gefüllte” süße Muscheln, die gab es früher am Kiosk zum Ablecken/Auslutschen

  • sari

    @christel: oh ja….ich schwelge gerade in erinnerungen und kann mich noch genau an diese muscheln erinnern.;0)

  • Ja stimmt, der Sirup erinnert sehr an diese Muscheln. Ich vermute dass da damals einfach nur karamellisierter Zucker drin war. Der Löwenzahnsirup hat noch eine etwas duftigere Note finde ich.

    Meine Einschätzung oben (ganz leicht fruchtiger etwas kalter Blütenhoniggeschmack) bezog sich natürlich auf das Löwenzahn-Gelee.

  • Patrick

    weiss vielleicht jemand wieso man die Löwenzahnblüten bei Sonnenschein Pflücken soll? Ich habe sie nach dem Pflücken draussen liegen lassen, damit die Käfer rauskriechen und leider sind nun alle zusammengezogen. Ich hoffe es wird trotzdem gut.

  • Ramona Fuchs

    Hallo,habe gerade die Rezepte zu Löwenzahnhonig gelesen, mich interessiert, kann man daraus auch Hustenbonbons machen? Welches Rezept gibt es dafür?
    Vielen Dank
    Das Füchslein

  • Ramona

    Hallo Heiner, ja das Rettich-Hustensaft-Rezept kenne ich auch, ist sehr gut.Aber ich suche das Rezept mit den Löwenzahnblüten, da es auch mit Kindern mal ausprobiert werden kann.
    Danke!
    Ramona

  • Steffi Mühler

    Hallo Heiner, habe gestern zum 1. Mai Dein Rezept über Löwenzahngelee gefunden und sofort ausprobiert. Ist mir hervorragend gelungen und schmeckt!!!! Kann man denn die grünen Hüllblätter nicht auch mitkochen, sind doch nicht giftig und es wird dadurch viel Zeit gespart. Auf alle Fälle werde ich noch weitere Rezepte ausprobieren, vor allem mit Waldmeister, blüht bei uns im Garten.
    Vielen Dank, dass es solche Gärtner wie Dich gibt – die selbst ausprobieren und andere am Ergebnis mit Rezepten und klarer Beschreibung daran teilhaben lassen. Danke! Danke!Danke!
    Steffi

    • Ich lasse die grünen Hüllblätter dran. Allerdings koche ich die Blüten auch nicht auf, sondern lasse sie gleich so über Nacht stehen. Ob das einen Unterschied macht, müsste man mal ausprobieren.

  • Annemarie

    Löwenzahngelee stelle ich (jeweils im Mai) auch her.
    Jedoch HONIG produzieren absolut NUR die Bienen!!!
    Ich finde, daß dies als solcher nicht bezeichnet werden darf – nenne das “Zuckerpapp-Brotaufstrich”!

    • Naja, dem Thema hatte ich oben ja schon zwei Absätze gewidmet. Ich verstehe natürlich, wieso der Begriff Honig geschützt ist. Andererseits stammt er aber keineswegs von den Bienen, sondern er bedeutete wohl so etwas wie “goldfarbig”. Deshalb ist der althergebrachte Begriff Löwnzahnhonig auch nicht völlig abwegig.

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