Die Linden blühen

Was haben Linden und Stockrosen noch mal gemeinsam?

Dazu gleich mehr.

Die Linde

Linden an der Kirche in Otterstedt

Linden an der Kirche in Otterstedt

Linden (Tilia) sind eine Pflanzengattung mit über 20 Arten. In Mitteleuropa sind davon nur wenige Arten, vor allem die Sommerlinde (Tilia platyphyllus) und die Winterlinde (Tilia cordata) und ihre Hybriden, verbreitet.

Ach ja, und was haben Linden mit Stockrosen zu tun? Linden gehört genauso wie die Gattung der Stockrosen (Alcea) zur Familie der Malvengewächse (Malvaceae). Als ich das zum ersten mal las, habe ich erst mal gestutzt und die Suchmaschine angeschmissen. Die Wikipedia geht im Artikel zu den Malvaceae etwas auf die Systematik ein. Hier ein kurzes Zitat:

Vor allem molekulargenetische Untersuchungen führten zu großen Änderungen in der Systematik der Ordnung der Malvales. In die Familie der Malvengewächse (Malvaceae) wurden einige Taxa neu eingegliedert, darunter die ehemaligen Familien der Lindengewächse, der Wollbaumgewächse und der Sterkuliengewächse.

In der freien Natur sind Linden eher selten anzutreffen. Aber früher hatten viele Orte in ganz Mitteleuropa eine große zentrale Linde, die als allgemeiner Treffpunkt und zum Teil auch als Gerichtsort (Gerichtslinde) genutzt wurde. Auf dem oberen Foto sind zum Beispiel die blühenden Linden neben der Kirche in unserem Dorf zu sehen.

Zum Teil wird die Linde auch kulinarisch genutzt. Die jungen Blätter können zu Salaten verarbeitet werden, Bienen sammeln beachtliche Mengen  Lindenhonig von den Lindenbäumen und die getrockneten Blüten werden gerne als Tee zubereitet.

Auch in der Volksheilkunde hat die Linde eine große Bedeutung. Lindenblütentee gilt als schweißtreibend. Er soll bei fieberhaften Erkrankungen, Rheuma, Ischias-Schmerzen, Nierenentzündungen, Magenbeschwerden, Migräne und Arteriosklerose helfen. Diese Wirkungen konnten bisher aber nicht wissenschaftlich belegt werden.

Lindenblüten sammeln und trocknen

Lindenblüte

Lindenblüte

Für Lindenblütentee wird die ganze Blüte mitsamt des hellen Hochblattes gesammelt. Am besten sammelt man kurz nach dem Beginn der Blüte an einem hellen, sommerlich trockenen Tag.

Anschließend sollen die Blüten möglichst schnell getrocknet werden. Man breitet sie dazu an einem luftigen Platz (aber nicht in der prallen Sonne) auf einem Leinentuch aus. Um das Trocknen zu beschleunigen sollten die Blüten dann regelmäßig gewendet werden.

Nachdem die Blüten ganz trocken sind, werden sie an einem lichtgeschützten trockenen Ort eingelagert. Darüber, ob das Gefäß luftdicht abgeschlossen sein soll, gehen die Meinungen offenbar auseinander. Wir verpacken Kräutertee nicht luftdicht und hatten damit eigentlich nie Probleme.

Lindenblütentee zubereiten

Lindenblütentee bereitet man zu, wie viele andere Kräutertees auch. Es werden zwei Teelöffel getrocknete Lindenblüten in die Teekanne gegeben und mit einem halben Liter (fast) kochendem Wasser übergossen. Dann lässt man den Tee zehn Minuten lang ziehen. Nach dem Filtern kann der Tee sofort getrunken werden.

Lindenblütentee soll ja schweißtreibend wirken. Deshalb nimmt man ihn gerne bei Erkältungen. Für so einen Erkältungstee mischen wir die Lindenblüten mit Thymian und süßen ihn mit Fenchelhonig. Das ist zwar eine heftige Mischung, sie scheint aber zu wirken.

Lindenblüten-Tinktur

Wenn man von der letzten Geburtstagsfeier eine angebrochene Flasche Doppelkorn übrig behalten hat, dann kann man sich auch eine Lindenblüten-Tinktur herstellen. Diese wird dann bei Erkältungen tropfenweise (mehrmals täglich ca. 20 Tropfen) eingenommen.

Eine Tinktur ist ein Extrakt, der mit Alkohol hergestellt wird. Für eine Lindenblüten-Tinktur werden Lindenblüten mit einem hochprozentigen Alkohol (z.B. Doppelkorn) übergossen. Das Ganze lässt man dann in einem verschlossenen Gefäß für vier bis sechs Wochen ziehen. Anschließend wird die Tinktur abgeseiht und in eine kleine dunkle Flasche gefüllt.

Siehe auch:

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