Brötchen backen

Vor einiger Zeit hatte ich eine  Diskussion mit meinen Volleyball-Kollegen darüber, ob es sich lohnt, Brötchen selbst zu backen. Meine Meinung: klar lohnt sich das! Hier mal kurz meine Rechnung:

  • Frische Brötchen aus dem Laden holen: Waschen, Zähne putzen, einigermaßen vorzeigbar anziehen, 500 Meter Wanderung zum Laden, schnacken mit allen möglichen Nachbarn und Bekannten, Brötchen kaufen, schnacken mit allen möglichen Nachbarn und Bekannten, 500 Meter Wanderung zurück nach Hause. Wenn man Glück hat, schafft man das in einer dreiviertel Stunde.
  • Frische Brötchen selbst backen: Brötchenteig am Abend vorbereiten und auf dem Backblech in den Kühlschrank stellen. Morgens das Blech in den Backofen schieben (30 Sekunden). Alles in Allem dauert das also gut 10 Minuten. Bis die Brötchen fertig sind bleibt nun genügend Zeit zum waschen, Zähne putzen und für den angemessenen Austausch von Zärtlichkeiten.

Worum es bei der Diskussion mit meinen Volleyballern ging, war meine Kalkulation für das Vorbereiten des Brötchenteiges. Sie wollten nicht glauben, dass das in zehn Minuten zu bewerkstelligen ist. Da ich mir kaum vorstellen kann, dass mir jemand 9 Minuten und 44 Sekunden beim Brötchenbacken zuschauen möchte, habe ich das Beweisvideo mal auf gut zwei Minuten eingedampft:

Bevor ich zu meinem Standard-Rezept komme, noch ein paar Anmerkungen. Wie man auf dem Video sieht, gebe ich mir nicht besonders viel Mühe, die Zutaten abzuwiegen. Das hat zwei Gründe. Zum einen lernt man schnell die richtigen Mengen abzuschätzen, zum Anderen koche und backe ich sowieso eher selten nach Rezept. Das Gute bei selbst gebackenen Brötchen ist ja gerade, dass man die Möglichkeit hat, die Zutatenliste zu variieren und zu erweitern

Rezept: Brötchen

Zutaten:

  • 500 Gramm Weizenmehl
  • 14 Gramm Hefe (ein Drittel Würfel)
  • 1 Teelöffel Zucker
  • 1/4 Liter Wasser
  • 1 gestrichener Teelöffel Salz

Zubereitung:

Alle Zutaten werden in eine Rührschüssel gegeben und dann ordentlich mit dem Knethaken durchgeknetet. Anschließend wird der Teig auf die Arbeitsfläche geschüttet und ordentlich mit der Hand durchgeknetet. Dieses Kneten mit der Hand ist extrem wichtig! Es geht nicht darum den Teig vorsichtig zu bewegen, sondern er muss mit viel Schmackes ordentlich durchgewalgt werden. Ich mache es so, dass ich ihn zwischendurch immer wieder falte, damit die Hefe wirklich sehr gleichmäßig und fein überall verteilt wird. Anschließend wird der Teig in handliche Portionen geteilt, noch einmal in Form gebracht und schließlich bis zum nächsten Morgen in den Kühlschrank gestellt.

Am Morgen wird der Backofen auf 200 Grad (Ober-und Unterhitze) vorgeheizt. Wer es mag schneidet die Brötchen-Rohlinge längs oder kreuzweise ein. Auf jeden Fall sollten sie jetzt noch mit etwas Wasser besprüht werden. Schließlich wird das Blech in den Backofen geschoben. Nach 23-25 Minuten sind die Brötchen fertig.

Varianten:

Selbst gebackene Brötchen

Selbst gebackene Brötchen

So wie gerade beschrieben mache ich unsere Brötchen nie! Der Spaß bei der Sache sind ja gerade die Varianten. Auf dem Video sieht man zum Beispiel, dass ich etwas Dinkelmehl beigegeben habe. Statt eines Hefewürfels habe ich Trockenhefe verwendet. Das mache ich normalerweise nicht, aber es waren gerade keine Hefewürfel mehr vorhanden.

Statt Zucker habe ich hier Rübensirup verwendet. Die Brötchen werden dadurch etwas dunkler und bekommen einen ganz leicht rauchigen Karamell-Geschmack.

Weitere beliebte Varianten sind bei uns etwas Milch statt Wasser, Beigabe von etwas Roggenmehl oder Haferflocken oder Mohn oder Sesam oder Haselnüssen oder Mandeln oder Sonnenblumenkernen oder Käse oder gerösteten Zwiebeln oder angebratenen Schinkenwürfeln usw. usw. Der Phantasie sind hier kaum Grenzen gesetzt.

Auch die Backtemperatur und -zeit kann man etwas variieren. Mailin hat die Brötchen früher zum Beispiel zunächst 15 Minuten bei Umluft gebacken und dann noch einmal Wasser darauf gesprüht. Anschließend hat sie die Brötchen dann noch mal 10 Minuten mit Ober-/Unterhitze gebacken.

Siehe auch:

7 Kommentare zu Brötchen backen

  • Samstag Abends achte ich eben auf’s Äußere ;-)

    Das ist meine vielfach erprobte Sofa-Hose. Kann ich echt empfehlen!

  • daniel

    :-))

    danke fürs rezept. aber was hast du denn für ne geile hose an? schlafanzug? leggins? reithose? old-school-seefahrerhose zu heiß gewaschen? :-)

  • daniel

    aaachso :-) ja, sowas hab ich auch. du bist ja schmerzfrei :-)

  • Clara

    Ich dachte, Hefe muss bei 28 Grad eine Stunde (oder so) gehen.
    Warum ist das denn bei deinem Rezept nicht so?!

    • Naja, weil der Teig eben die ganze Nacht im Kühlschrank langsam vor sich hin gehen kann.

    • Mailin meint, meine Antwort sei mal wieder völlig unverständlich.

      Also, Hefepilze fühlen sich richtig wohl, wenn es schön mollig warm ist. Soweit ich mich erinnere liegt die optimale Temperatur sogar noch einiges oberhalb von 28 Grad. Wenn es nicht so warm ist, dann sterben die Hefepilze aber natürlich nicht gleich ab, sondern ihr Stoffwechsel verläuft nur sehr viel langsamer. Wenn man den Teig also gleich nach dem Kneten in den Kühlschrank stellt, dann benötigen die Pilze nicht die normale halbe Stunde (oder so) um ihn mit CO2 Bläschen zu füllen, sondern es dauert bis zum nächsten Morgen.

  • Clara

    Aahh, alles klar! Danke!
    Ich versuch’s auf jeden Fall mal mit den Brötchen.

    Frohe Weihnachten – und danke auch an Mailin. =)

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