Pizza backen: Der Pizzaofen

Im Artikel über die Internationalen Pizza-Varianten schrieb ich, dass die neapolitanische Pizza bei 500° C gebacken wird. Fünfhundert Grad! Bei dieser Temperatur sind Blei oder Zink längst geschmolzen und wie ich durch Bradburys Fahrenheit 451 gelernt habe, entzünden sich Bücher bei solchen Temperaturen von selbst. Wieso soll Pizza überhaupt so heiß gebacken werden? Naja, weil sie dann einfach besser schmeckt natürlich. ;-) Bei so hohen Temperaturen ist die Pizza in knapp zwei Minuten fertig. In dieser Zeit geht der Rand wie wild auf und wird knusprig, der Boden wird von unten knusprig, bleibt jedoch von oben etwas weich, die Tomaten und das Basilikum trockenen nicht aus aber der der Mozzarella schmilzt – alles so wie es sein soll eben. Echte Pizza-Experten schwören auf Pizzen aus dem Holzofen (siehe auch Heikos Kommentar zum vorherigen Pizza-Artikel). Nun können wir uns aber ja nicht alle einen eigenen Holz-Pizzaofen in den Garten stellen, wir müssen uns mit dem begnügen, was möglich ist. Ich zähle mal auf, was wir schon alles ausprobiert haben.

Pizza backen im Backofen

Normale Backöfen erreichen Temperaturen von bis zu 250° C. Natürlich kann man auch damit leckere Pizzen backen! Die Backzeit verlängert sich aber erheblich. Je nach Temperatur und Dicke der Auflage dauert es im Backofen 20 bis hin zu 30 Minuten bis die Pizza fertig ist. Leider bekommt sie aber nicht diesen typischen ganz leicht angeschurgelten italienischen Geschmack sondern sie schmeckt eher “amerikanisch”. Es hat auch keinen Zweck die Pizza etwas länger in der Röhre zu lassen, weil die Auflage dann heftig kocht und alles irgendwie breiig wird.

Backöfen mit spezieller Pizzastufe erreichen Temperaturen von 300° C und mehr, die Backzeit verringert sich dadurch deutlich auf ca. 10 Minuten. Unser NEFF excellent geht da einen komischen Mittelweg, man kann ihn bis 275°C aufheizen und er hat eine spezielle Einstellung für Pizza mit Unterhitze und Umluft. Diese 25 Grad Temperaturunterschied sind sowohl in der Backzeit als auch im Geschmack deutlich zu merken.

Backblech: Wir haben schon Pizzen auf normalen Backblechen und auch auf diesen speziellen runden Pizza-Backblechen mit Löchern im Boden gebacken. Ohne dass ich genau sagen könnte wieso, fanden wir die Pizzen von den gelochten Pizza-Blechen immer besser. Eigentlich sind diese Bleche wohl eher zum Backen von Tiefkühlpizzen gedacht, aber auch bei selbst gebackenen Pizzen verleihen sie dem Boden von unten eine leichte Knusprigkeit.

Pizzastein: Lange Zeit haben wir unsere Pizzen auf einem Pizzastein im Backofen gebacken. Diese Steine müssen vor dem Backen zunächst sehr lange aufgeheizt werden. Das eigentliche Backen dauert dann nur fünf Minuten, weil der Stein die gespeicherte Hitze schnell an die Pizza abgibt. Der Geschmack der fertigen Pizza ist dadurch kaum noch mit einer Pizza von einem normalen Backblech zu vergleichen. Er erinnert schon eher an den Geschmack einer sizilianischen Pizza. Leider sind die porösen Schamottsteine nicht besonders gut zu reinigen und sehen nach einiger Zeit etwas unansehnlich aus. Gelegentlich liest man in Diskussionsforen, dass diese Steine dann beim Aufheizen stinken würden. Ich weiß ja nicht, was die Leute da alles so draufkleckern, unser Stein mit hat jedenfalls nie gestunken.

Pizza backen im elektrischen Pizzaofen

Seit einiger Zeit geistern relativ günstige elektrische Pizzaöfen durch TV-Verkaufsshows und das Internet. Ich persönlich wäre wohl kaum auf die Idee gekommen einen solchen Ofen zu kaufen – bis ich ihn das erste Mal ausprobiert hatte. Mailin war durch die geschlossene Diskussionsgruppe “Alfredo Fan – Club” bei chefkoch.de auf diese Teile aufmerksam geworden und hatte mich damit zu meinem letzten Geburtstag überrascht. Diese Alfredo-Gruppe, die nur das eine Thema “Alfredo-Pizzaofen” behandelt, gehört bei den Chefköchen zu den aktivsten Gruppen überhaupt. Auch wenn ich weiterhin finde, dass es sich bei diesem Pizzaofen nicht gerade um eine Meisterleistung moderner Ingineurskunst handelt, bin auch ich inzwischen Alfredo Fan geworden. Er hat ein Feature, dass ein normaler Backofen nicht bietet, er wird richtig heiß! In der Betriebsanleitung ist die Rede von 470° C. Leider kann ich das nicht überprüfen, weil unser Backofentermometer nur bis maximal 300° C reicht. Trotzdem bin ich gerne bereit es zu glauben. Wenn man die Pizza nur eine halbe Minute länger drin lässt als vorgesehen, dann ist sie schwarz. Geschmacklich ist das Ergebnis eine Sensation, mit der man sogar vor Besuchern aus Italien bestehen kann ;-)

Nachtrag: Seit kurzem geistert die Nachricht durch verschiedene Foren, dass der Alfredo-Pizzaofen vom TÜV aus dem Markt genommen wurde (z.B. hier), weil er außen zu heiß wird. Ich konnte dazu allerdings nirgends etwas “Offizielles” finden, habe also keine Ahnung, ob das wirklich stimmt. Unser Exemplar hat zumindest sowohl das GS- als auch das CE-Zeichen. Inzwischen scheint bei den Alfredo-Liebhabern Panik auszubrechen – die Preise bei eBay steigen ins Astronomische ;-) Sicherheitshalber habe ich unten bei der Werbung ein paar Alternativen aufgeführt.


Siehe auch:

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4 Kommentare zu Pizza backen: Der Pizzaofen

  • Bevor ich es vergesse, hier die Antworten auf zwei Fragen, die Mailin im Real Life erreicht haben:

    Offenbar gibt es unterschiedliche Varianten des Alfredo Pizzaofens. Unter unserem Gerät steht die Bezeichnung MODEL: DLD9016/LD9016BDMC. Keine Ahnung, was das bedeutet, zumindest kann ich dieses Modell weiterhin uneingeschränkt empfehlen.

    Unsere Bezugsquelle für Pizzamehl der Sorte Tipo 00 ist die S.A. Frega Bremen GmbH in Bremen in der Georg-Wulf-Straße 13/15. Ein Kilogramm Tipo 00 kostete dort beim letzten Mal 50 Cent plus Mehrwertsteuer.

  • Es gibt noch einen Bestron Pizzasteinofen DLD9070. Der hat ein kleines Sichtfenster und man kann Ober- und Unterhitze getrennt schalten. Völlig überflüssig, wie ich finde, insbesondere weil Heiner meist für’s Pizzabacken zuständig ist ;-)

  • Beachtet bitte den Nachtrag im Artikel. Ich werde berichten, wenn sich dort etwas Neues ergibt.

  • Maria

    Hallo, ich wollte mich an dieser Stelle einmal für die sehr guten Informationen in diesem Blog bedanken

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