Holzschlupfwespe

Was sich die Natur alles ausgedacht hat, um es den unterschiedlichen Lebewesen zu ermöglichen sich zu ernähren und fortzupflanzen ist immer wieder faszinierend.

Holzschlupfwespe

Holzschlupfwespe

In der letzten Woche haben wir unser Feuerholz für den Winter klein gesägt und gehackt. Auf einem Scheit fanden wir dabei eine Holzschlupfwespe. Vermutlich haben wir ihre Larve im Winter mit dem Feuerholz aus dem Wald zu uns auf den Hof gebracht.

Laut BUND werden die Weibchen der Holzschlupfwespe ca. 18 bis 35 Millimeter groß. Unser Exemplar hatte davon offenbar noch nie etwas gehört – allein ihr Körper war gut 4 Zentimeter lang. Dazu kam dann noch der ebenso lange Legebohrer. Da es unterschiedliche Holzschlupfwespen-Arten gibt, bin ich nicht ganz sicher um welche Art es sich hier handelt, ich vermute aber, es ist Rhyssa persuasoria.

Das Weibchen der Holzschlupfwespe ist in der Lage, Larven von Holzwespen und Bockkäfern tief im Inneren von abgestorbenen Stämmen zu riechen bzw. mit ihren Antennen Vibrationen der Larve zu spüren. Sobald sie eine solche Larve gefunden hat, bohrt das Weibchen mit ihrem Legebohrer ein Loch in den Stamm. Nachdem sie die Larve erreicht hat, zieht sie den Bohrer heraus und führt den Legestachel in das Loch ein. Sie betäubt das Tier und legt ein Ei hinein. Aus dem Ei schlüpft nach kurzer Zeit die Larve einer Tochter-Holzschlupfwespe die sich dann parasitisch vom Wirt ernährt. Nach der Verpuppung schlüpft im folgenden Frühjahr eine neue Holzschlupfwespe.

Holzschlupfwespe

Holzschlupfwespe

Man kann sich vorstellen, dass es für die Wespe nicht so einfach ist, ein Loch in das Holz zu bohren. Es kann schon mal bis zu einer ganzen Stunde dauern, bis der Kanal fertig ist. Besonders zu Beginn, wenn das Loch noch klein ist, muss sich die Wespe ordentlich verbiegen um den langen Stachel senkrecht auf das Holz aufsetzen zu können. Zum Glück ist die Holzschlupfwespe aber mit sehr langen Hinterbeinen ausgestattet. (In der Wikipedia gibt es eine anschauliche Bilderserie zur Eiablage einer Holzschlupfwespe.)

Nebenbei kann der Legestachel auch zur Verteidigung eingesetzt werden. Angeblich soll ein Stich durch die Holzschlupfwespe sehr schmerzhaft sein. Da Holzwespen und Bockkäfer als Holzschädlinge eingestuft werden, gilt die Holzschlupfwespe als willkommener Nützling.

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